Bundesliga-Check, Teil 16 Bremen - neue Talente für die Torfabrik


Bis zum Start der Bundesliga stellt stern.de alle Bundesligisten vor und analysiert ihre Chancen vor der Saison. Der SV Werder stellt seit Jahren die beste Offensive. Allerdings müssen die Bremer schmerzliche Abgänge verkraften. Ist das mit jungen Talenten gespickte Team wieder reif für einen Titel?
Von Nico Stankewitz

Aussichten: Mit Ivan Klasnic, Tim Borowski, Patrick Owomoyela und Pierre Wome hat Werder Bremen vier gestandene Profis verloren und dafür nur drei Nachwuchsspieler verpflichtet, der Kader scheint etwas schwächer zu sein als in der Vorsaison. Zumindest Klasnic und Borowski, die bei der grandiosen Aufholjagd zum Saisonfinale ganz starke Leistungen ablieferten, werden der Mannschaft merklich fehlen. Seit Monaten wabert der Gedanke einen "Topstürmer" zu holen durch Bremen, gehandelt wurden (oder werden) Südamerikaner wie Moreno, Falcao, Nilmar, Sobis oder Diogo, was allerdings auch komplett falsche Fährten sein könnten. In jedem Fall hat sich bisher noch nichts getan. Die neuen Spieler Sebastian Prödl, Said Husejinovic und Niklas Andersen werden zumindest einige Monate Eingewöhnungszeit benötigen.

Die Vorbereitung lief bei den Bremern weitgehend störungsfrei. Einziges Ärgernis ist die Olympia-Abstellung von Diego. Der brasilianische Mittelfeldregisseur und Topstar fehlt Werder an den ersten beiden Bundesliga-Spieltagen. Dafür dürfte Aaron Hunt in die Mannschaft rücken, der diese Rolle schon verschiedentlich trefflich ausgefüllt hat, so beim 3:2-Erfolg über Real Madrid in der vergangenen Champions-League-Spielzeit. Insgesamt erwartet Trainer Thomas Schaaf, dass sich vor allem die jungen Spieler um Hunt und Mesut Özil, Sebastian Boenisch und Martin Harnik weiterentwickeln. In dieser Saison sollen sie den Durchbruch schaffen. Im Moment scheint dies das Motto der neuen Spielzeit zu werden. Bremen muss jungen Spielern sein Vertrauen schenken und darauf hoffen, dass sie es mit guten Leistungen zurückzahlen.

Trainer: Thomas Schaaf. Seit über neun Jahren ist der dienstälteste Bundesliga-Coach für die Profis von Werder Bremen verantwortlich. Schaaf steht für sein Rautensystem, technisch guten, schnellen Fußball und eine insgesamt sehr offensive Ausrichtung des Werder-Spiels. Der 47-Jährige verkörpert im Team mit Sportdirektor Klaus Allofs Seriosität und Kontinuität.

Neuzugänge:

Sebastian Prödl (Sturm Graz/2,5 Mio), Said Husejinovic (Sloboda Tusla (Bosnien und Herzegowina)/0,9 Mio), Niklas Andersen (RW Essen/ablösefrei).

Die beste Elf:

Tim Wiese (Deutschland/26), Clemens Fritz (Deutschland/27), Per Mertesacker (Deutschland/23), Naldo (Brasilien/25), Petri Pasanen (Finnland/27), Torsten Frings (Deutschland/31), Daniel Jensen (Dänemark/29), Mesut Özil (Deutschland/19), Diego (Brasilien/23), Markus Rosenberg (Schweden/25), Hugo Almeida (Portugal/24).

Tipp von stern.de:

Werder wird wieder eine gute Rolle spielen. Doch der Kader hat an Substanz verloren. Nur auf die Weiterentwicklung der Talente zu setzen, dürfte zu wenig sein, um ernsthaft um die Meisterschaft mitzuspielen. Platz 3.


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