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Bundesliga im stern-check: Die Hand Stindls

Es war viel los in der Bundesliga: Eine historische Klatsche, eine Entlassung, Krawalle - und dann war da noch das umstrittene Hand-Tor von Gladbachs Lars Stindl. Der Bundesliga-Spieltag im Überblick.

Lars Stindl mit seinen Teamkollegen nach dem 1:0. Auf den Jubel folgten die Diskussionen.

Lars Stindl mit seinen Teamkollegen nach dem 1:0. Auf den Jubel folgten die Diskussionen.

So liefen die Spiele

Hier finden Sie alle Ergebnisse, Tabellen und Highlights im Überblick.

Aufreger des Bundesliga-Spieltags

Tor oder nicht? Am Führungstreffer von Gladbachs Lars Stindl gegen Ingolstadt entzündeten sich sofort heftige Diskussionen, weil ihm der Ball vom Arm ins Tor gesprungen war. Eine Szene, die viel Interpretationsspielraum bot und je nachdem als "kann, muss aber nicht" oder "muss unbedingt abgepfiffen werden" bewertet wurde. Ein Balanceakt in jedem Fall für Schiedsrichter Christian Dingert, der den Treffer aber trotz großer Proteste der Schanzer anerkannte - wohl auch, weil der Ball erst von der Brust an den Arm gesprungen war. Die Frage nach der Absicht ist in diesem Fall zentral. In der Handspiel-Regel heißt es wörtlich: "Ein Handspiel liegt vor, wenn ein Spieler den Ball absichtlich mit der Hand oder dem Arm berührt." Stindl selbst betonte nach der Partie, dass das nicht der Fall gewesen sei: "Es war eine schwierige Situation, auf jeden Fall keine Absicht. Es war nicht astrein, aber auch kein Regelverstoß." Diskussionen gibt es natürlich dennoch und sind in diesem Fall auch angebracht. Dennoch bitter, dass sie ausgerechnet um einen Spieler kreisen, der sonst als ein sehr fairer Sportler gilt.

Dieses Tor sollten Sie (noch mal) sehen

Natürlich Stindls umstrittenen Treffer – schon allein, um mitreden zu können. Fußballästheten sollten im Spiel Gladbach gegen Ingolstadt aber noch ein bisschen weiterspulen, denn auch eine Aktion des Schanzers Almog Cohen war äußerst sehenswert: In der 89. Minute tippte er den Ball gleich zweimal über die Beine seiner Gegenspieler, zog dann mit links volley ab - und scheiterte knapp an Yann Sommer. Ein technisches Sahnestückchen, das fast mit dem Ausgleich belohnt worden wäre.

Verlierer des Tages

... ist alle Jahre wieder: der HSV. Für Wolfsburg, Darmstadt und Leverkusen läuft es zwar auch bescheiden, aber die Art und Regelmäßigkeit, mit der die Hamburger in München untergehen, tut schon für neutrale Zuschauer weh. Mit dem 0:8 stellen die Hamburger ihre höchste Bundesliga-Niederlage ein. 0:8 hieß es auch im Februar 2015 gegen die Münchner, 2:9 im März 2013, insgesamt 44 Gegentore fingen die Hamburger in den vergangenen sechs Spielen bei den Bayern. Dabei war zuletzt durchaus wieder Optimismus an der Elbe aufgekommen. Vielleicht schon etwas zuviel. Denn dass der HSV nach solchen Spielen stets Spott und Häme statt Mitleid erntet, liegt auch daran, dass ihm viele mangelnde Bescheidenheit attestieren. HSV-Boss Heribert Bruchhagen hatte noch am Tag vor dem Spiel in der "Hamburger Morgenpost" mit Blick auf die desaströsen Ergebnisse der Vergangenheit gesagt: "Ich denke, diese Zeiten sind vorbei. Ich sehe diesem Spiel ganz entspannt entgegen."

Gewinner des Tages

Trainer Ismael bei Wolfsburg entlassen, Roger Schmidt in der Kritik, Darmstadt abgeschlagen, die Klatsche für den HSV, Hooligan-Krawalle vor dem Spiel Hertha gegen Frankfurt – es scheint ein Spieltag voller Verlierer zu sein. Freuen dürfen sich aber wenigstens die Fans von Werder Bremen: Nicht nur, weil die Bremer dank eines glücklichen Sieges gegen Wolfsburg zum VfL aufgeschlossen  und dank der Niederlagen der Konkurenz die Abstiegsränge verlassen haben. Sondern auch, weil es vielen Bremern immer dann besonders gut geht, wenn der HSV leidet. Und gelitten hat er an diesem Spieltag.

Bild des Tages

Dieser Vorschlag für einen neuen HSV-Sponsor geisterte schon vor zwei Jahren durchs Netz. Bleibt aber offenbar immer aktuell...

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