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Bundesliga im stern-Check: Von Wolfsburg lernen: Wie man die Bayern besiegt

Das Highlight der Spieltags gleich zu Beginn: Wolfsburg gelingt, was noch keiner geschafft hat: Die Bayern zu besiegen. Da könnte sich die Liga etwas abschauen. HSV und BVB haben aber andere Sorgen.

Von Carina Braun

Neben der Bayern-Niederlage wohl der Aufreger des Tages: Rote Karte für Schalkes Stürmer Huntelaar nach seinem Frust-Foul am Hannoveraner Schmiedebach

Neben der Bayern-Niederlage wohl der Aufreger des Tages: Rote Karte für Schalkes Stürmer Huntelaar nach seinem Frust-Foul am Hannoveraner Schmiedebach

So liefen die Spiele

Hier finden Sie alle Ergebnisse, Tabellen und Highlights im Überblick.

Aufreger des Tages

Is ja klar: Bayern hat verloren! Und wurde nicht mal in Schönheit totgemauert, sondern mit 1:4 genüsslich zerlegt. Wieder einmal hat der Rekordmeister bewiesen, wie hilflos er zuweilen gegen konterstarke Mannschaften agiert, besonders Dantes Totalausfall weckte Erinnerungen ans WM-Halbfinale. Rein rechnerisch dürfte den FCB diese Niederlage zwar ebenso wenig schmerzen wie sie das Titelrennen wieder spannend macht. Aber es kommen doch böse Erinnerungen auf. Auch in der vergangenen Saison vergaloppierte sich Guardiolas Team nach der bis dato besten Saison in der Bundesliga dermaßen, dass dann aus der Champions League auch nichts mehr wurde.

Dieses Tor sollten Sie (nochmal) sehen

Natürlich alle vier gegen den FCB – schließlich haben die Dinger in der Bundesliga momentan Seltenheitswert. Das schönste aller schönen Tore war an diesem Spieltag Bas Dosts Volley-Treffer zum vorentscheidenden 2:0. Und wer sich die Bayern trotz allem nicht mehr angucken mag: In Bremen platzierte di Santo mit einem Heber ins linke Eck und einem glücklich verwandelten Seitfallzieher zwei ebenfalls sehenswerte Bälle im Tor.

Außer sich: Bas Dosts (r.) 2:0-Treffer in den Winkel lässt den Schützen und seinen Kollegen Kevin de Bruyne jubeln

Außer sich: Bas Dosts (r.) 2:0-Treffer in den Winkel lässt den Schützen und seinen Kollegen Kevin de Bruyne jubeln

Verlierer des Tages

Ach, der HSV. Haste Scheiße am Fuß, haste bekanntlich Scheiße am Fuß - wusste schon der gebürtige Hamburger Andi Brehme. Erst lagen die Hoffnungen der Hamburger auf Lasogga, dann auf Neuzugängen wie Holtby und Müller, dann auf Beiersdorfer, dann auf Zinnbauer, und nun durften sie endlich auf Heimkehrer Ivica Olic liegen, der den Rückrundenstart aber auch nicht retten konnte. Mit dem 0:2 gegen Köln stellte der HSV die Leidensfähigkeit seiner Fans mal wieder gehörig auf die Probe. Ähnlich schlecht geht's derzeit nur Borussia Dortmund, wo nicht mal der letzte Tabellenplatz mehr hohe Wellen schlägt und man inzwischen so bescheiden ist, dass Klopp überlegt, das 0:0 gegen Leverkusen als "Traumstart" in die Rückrunde zu bezeichnen.

Gewinner des Tages

Mit ihm hatte so früh und so eindrucksvoll wohl niemand gerechnet: Bei all dem Hin und Her war Nils Petersens Kellerwechsel von Bremen nach Freiburg fast untergegangen im winterlichen Transfergeschehen – und auch der Einstand an der Dreisam ließ sich erstmal holprig an. Eine Halbzeit lang saß der 26-Jährige auf der Bank, um dann mit einem lupenreinen Hattrick den ehemals Tabellenletzten fast im Alleingang auf Platz 14 zu schießen. Drei Tore für Petersen, drei wichtige Punkte für das Team. Und nicht nur sportlich hat der Neuzugang von der Weser in Freiburg überzeugt: "Wenn ich solche Vorlagen bekomme, ist es für jeden Stürmer einfach", gab sich Petersen bei Sky bescheiden. "Da hätte man auch eine Kiste Bier vorne reinstellen können."

Bild des Tages

Schweigen ist gut - ein solcher Abschied ist besser: Eine Minute lang applaudierten die Wolfsburger Zuschauer und Spieler ein letztes Mal für den verstorbenen Junior Malanda. Der belgische Fußballprofi war im Januar bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. In Abstimmung mit den Fans hatte sich der Verein für Beifall statt für eine Schweigeminute entschieden. Auf der Tribüne wurde ein riesiges Plakat mit einem Bild des Spielers entrollt, ein Transparent zeigte die Aufschrift "Für immer in unseren Herzen". Viel war zuvor darüber spekuliert worden, wie die Mannschaft mit dem Tod ihres Mitspielers umgehen würde. Neben und auf dem Platz fanden die Wolfsburger die passende Antwort.

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