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BUNDESLIGA: Oliver Kahn: Ich verzichte auf keinen Cent

Die Pleite der KirchGruppe stellt auch die Bundesliga vor Probleme. Sollte es tatsächlich zu Gehaltskürzungen bei den Spielern kommen, drohen diese reihenweise abzuwandern.

Das Milliarden-Geschäft Fußball steht vor einem entscheidenden Tag. Mit dem Insolvenzantrag der KirchGruppe werden die TV-Rechte der Bundesliga zum Spielball zwischen Medienunternehmen, Banken und dem Fußball, wobei die 36 Profi-Vereine wegen der sich abzeichnenden finanziellen Einbußen schon jetzt zu den Verlierern zu zählen scheinen. Hauptsorge der Vereine ist, dass wenn es zu Gehaltskürzungen bei den Spitzenstars der Liga kommen sollte, diese reihenweise nach England oder Spanien abwandern.

Stoiber: Gürtel enger schnallen

Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber forderte die Profis in der »Welt am Sonntag« auf, notfalls »den Gürtel enger zu schnallen«. Der Kanzler-Beauftragte Alfred Tacke erklärte im »Spiegel«, dass die Spieler bei Sanierungsbemühungen der Vereine einen Beitrag leisten müssten. »Das versteht sich von selbst.« Der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium hatte im Auftrag von Kanzler Gerhard Schröder Gespräche über eine staatliche Bürgschaft als Überbrückungshilfe für finanzschwache Vereine geführt.

Kahn: Ich verzichte auf keinen Cent

In der Diskussion um die Kürzung von Spielergehältern gaben sich die Bundesligaprofi in einer dpa-Umfrage gespalten. Ex- Nationalspieler Mario Basler (1. FC Kaiserslautern) sagt: »Es wird uns nichts anderes übrig bleiben, als den Gürtel enger zu schnallen, wenn es sein muss. Denn wir lieben diesen Sport so sehr, dass wir dazu bereit sein werden.« Dagegen steht die Aussage des Münchner Oliver Kahn, er werde auf keinen Cent verzichten. Der Nationaltorhüter zählt mit einem Jahresgehalt von geschätzten 5 Millionen Euro zu den Spitzenverdienern der Branche. Eine Reihe von Spielern ist der Ansicht, dass bei einer Gehaltsreduzierung bei den Großverdienern angesetzt werden müsste.

Vereine an Verträge gebunden

Nach Ansicht von Bayer Leverkusens Manager Reiner Calmund und Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser sind Gehaltsreduzierungen nur durch eine europaweite Initiative der Europäischen Fußball-Union (UEFA) durchzusetzen. Die Stars der Liga könnten bei wesentlichen Kürzungen laut Reglement des Weltverbandes FIFA sofort ihre Verträge kündigen »und wären morgen ablösefrei und mit ihren findigen Beratern auf dem Weg nach Spanien und England«, sagte Calmund der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«. Holzhäuser: »Im Moment gibt es Verträge, das ist der Grundsatz. Und wer glaubt, dass diese in wenigen Wochen geändert werden können, der verkennt die Situation.«

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