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Bundesliga Sonntagsspiele: Ailton trifft beim Ex

Der Hamburger SV ist zurück in der Erfolgsspur: In einem verbissen geführten Verfolgerduell bei Schalke 04 siegten die "Rothosen" mit 2:0. Ein anderer Nordclub musste dagegen eine bittere Niederlage einstecken.

Der lange Zeit in Überzahl spielende Hamburger SV hat den Angriff des FC Schalke 04 abgewehrt und sich im Kampf um den Champions-League-Einzug einen großen Vorteil verschafft. Die Hanseaten setzten sich am Sonntag in einer äußerst harten und hektischen Partie mit sieben Gelben und einer Roten Karte beim Verfolger aus Gelsenkirchen mit 2:0 (0:0) durch, verteidigten ihren zweiten Rang und bauten den Vorsprung auf die viertplazierten Schalker auf sieben Punkte aus. Vor 61 524 Zuschauern in der ausverkauften Veltins-Arena waren Rafael van der Vaart (57.) und ausgerechnet der Ex-Schalker Ailton (80.) die Matchwinner für den HSV. Die Gastgeber verloren neben den Punkten auch Abwehrspieler Rafinha, der nach einer Tätlichkeit die Rote Karte sah (28.).

"Mitentscheidend war sicher die Rote Karte. Wenn man mit zehn Mann 0:1 zurückliegt, wird es ganz schwer, gegen den HSV so ein Spiel noch umzudrehen", sagte Teammanager Andreas Müller nach Schalkes erster Heim-Niederlage dieser Saison und gab zu: "Jetzt ist die Chance auf Platz zwei wohl weg." HSV-Coach Thomas Doll ärgerte sich über die vielen Nickligkeiten, "Es hat keinen Spaß gemacht, da zuzuschauen", freute sich aber diebisch über den eminent wichtigen Auswärtssieg: "Wir haben das, was wir uns vorgenommen haben, umgesetzt und sind dafür belohnt worden. Meine Jungs haben das richtig gut gemacht. Das war ein Riesenschritt zum zweiten Platz, den wir verteidigen wollen."

Rot für Rafinha

Drei Tage nach Schalkes 3:1-Erfolg im UEFA-Pokal-Viertelfinale bei Levski Sofia lieferten sich beide Teams von Beginn an einen offenen Schlagabtausch. Die Hausherren hatten zunächst Glück, dass Benjamin Lauth nach Sergej Barbarez’ glänzendem Steilpass nur die Oberkante der Latte traf (3.). Die Gäste, bei denen neben dem Manndecker-Duo Daniel van Buyten/Khalid Boulahrouz auch Rafael Wicky (Wadenprobleme) fehlte, waren vor allem bei Kontern gefährlich. Barbarez (20.) hätte einen davon freistehend fast genutzt, scheiterte aber an Frank Rost.

Die Schalker hielten in der zunehmend ruppiger werdenden Partie voll dagegen. Lincoln (21.) scheiterte erst an HSV-Keeper Kirschstein und dann an der Latte (26.). Zwei Minuten später sah Rafinha Rot, nachdem er van der Vaart die Faust ins Gesicht geschlagen hatte. Nun kochten die Emotionen hoch, das Spiel geriet vorübergehend aus den Fugen: Eine Vielzahl an üblen Fouls und Nickligkeiten gab es hüben wie drüben. Dabei hatte HSV-Profi Timothee Atouba nach einer Rangelei mit Fabian Ernst Glück, dass nicht auch er Rot sah (37.). Erst mit dem Pausenpfiff konnten sich die Gemüter einigermaßen beruhigen.

Bielefeld kickt sich vom Abstiegsplatz

"Hier möchte ich auch nicht unbedingt Schiedsrichter sein", sagte Bundestrainer Jürgen Klinsmann als Beobachter zur Halbzeit. Doll reagierte auf die Unterzahl beim Gegner und schickte Ailton als dritten Stürmer aufs Feld. Und der Winter-Neuzugang hätte beinahe das 1:0 geschafft, zielte aber freistehend vorbei (50.). Sieben Minuten machte es dann van der Vaart besser: Sein geschickt angeschnittener Freistoß drehte sich an Freund und Feind und auch am verdutzten Rost vorbei ins Netz. Die Schalker stemmten sich trotz schwindender Kräfte auch zu zehnt gegen die Niederlage, doch nach Ailtons tollem zweiten Saisontreffer war der insgesamt verdiente Gäste-Erfolg perfekt.

Arminia Bielefeld hat im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga den erhofften Befreiungsschlag gelandet, Hannover 96 ist nach der zweiten Niederlage innerhalb von acht Tagen nur noch die graue Maus im Mittelfeld. Eine Woche nach dem 0:5-Debakel bei Werder Bremen verlor die Mannschaft von Trainer Peter Neururer auch ihr Heimspiel gegen die clevere Arminia mit 0:1 (0:1). Der Albaner Fatmir Vata nutzte am Sonntagabend die einzige Torchance für das Team von Trainer Thomas von Heesen bereits in der 5. Minute zum "Drei- Punkte-Treffer". Mit dem ersten Auswärtssieg seit einem halben Jahr schloss Bielefeld nach Punkten zu Hannover (beide 34) auf.

Ulli Brünger/DPA / DPA

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