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Bundesliga

Bayern-Trainer Louis van Gaal "Unser einziges Problem ist Dortmund"

Der FC Bayern braucht als Beruhigungsmittel dringend einen Sieg gegen Frankfurt. Zehn Punkte sind van Gaals Vorgabe bis zur Winterpause. Der Trainer redet die Lage schön, der Meister habe nur ein Problem: "Dortmund ist weggelaufen."

Klarer Auftrag von oben: Bayern-Trainer Louis van Gaal muss seiner selbstgesteckten Hinrunden-Vorgabe von 30 Punkten in der Fußball-Bundesliga unbedingt mit einem Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt Rechnung tragen. "Ich glaube, die Mannschaft hat die Qualität und den Willen, die zehn Punkte aus den letzten vier Spielen zu holen und in der Tabelle noch den einen oder anderen Platz nach oben zu kommen. Das müssen wir, das wollen wir", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge vor dem Heimspiel an diesem Samstag.

Frankfurt (H), Schalke (A), St. Pauli (H), Stuttgart (A) lautet das diesjährige Liga-Schlussprogramm des deutschen Meisters, der mit mageren 20 Zählern aktuell Achter ist. Trotzdem beklagte sich van Gaal am Freitag über fehlende Wertschätzung für die bisherigen Leistungen angesichts des großen Verletzungspechs. "Wir sind viel besser als letztes Jahr", sagte der Holländer gerade auch mit Verweis auf den Gruppensieg in der Champions League: "Unser einziges Problem ist Dortmund. Dortmund ist als Tabellenführer weiter weggelaufen als Leverkusen vor einem Jahr."

In der vergangenen Saison lagen die Bayern vor dem 14. Spieltag mit 21 Punkten nur sechs Zähler hinter dem Spitzenreiter. Jetzt haben die Münchner zum selben Zeitpunkt 20 Punkte auf dem Konto, aber der BVB ist gewaltige 14 Zähler voraus. "Wir sind immer noch da, das ist fabelhaft. Aber es wird nicht so geschätzt", beklagte van Gaal: "Wir halten alles offen. Wir haben auch noch Hoffnung auf den ersten Platz, aber wenn Dortmund weiter gewinnt, wird sie weniger."

Ein überzeugend herausgespielter Sieg gegen die punktgleichen Frankfurter würde drei Tage vor der Jahreshauptversammlung des FC Bayern als ein Beruhigungsmittel dienen. Das angespannte Verhältnis zwischen Trainer und Vereinsführung konnte aber offenbar vorab entkrampft werden. "Ich habe ein sehr gutes Gespräch mit dem Vorstand gehabt", berichtete van Gaal - ohne jedoch Inhalte preis zu geben.

Die bittere 2:3-Niederlage in der Champions League gegen den AS Rom werde "keine Auswirkungen" auf die Bundesliga haben, versicherte Nationalspieler Thomas Müller. Man müsse aber die "Schwächen" im eigenen Spiel abstellen, sonst sei "es egal, wie der Gegner heißt", mahnte Müller: "Dann werden wir in jedem Spiel unsere Problemphasen haben." Die Frankfurter wollen "mutig" auftreten, wie Trainer Michael Skibbe sagte: "Gegen die Bayern haben in dieser Saison in München schon einige Mannschaften punkten können, das ist auch unser Ziel."

Hans-Jörg Butt wird bei den Bayern wieder ins Tor zurückkehren, auch Bastian Schweinsteiger steht wieder in der Startelf. Kapitän Mark van Bommel steht vor einem Comeback nach seiner Knieverletzung. "Das Ziel von 30 Punkten ist realistisch", erklärte van Gaal. Sein Eintracht-Kollege Skibbe muss die halbe Abwehr umbauen, da Maik Franz und Georgios Tzavellas wegen Gelb-Sperren pausieren müssen.

Das könnte Mario Gomez zugutekommen, der seinen famosen Torlauf fortsetzen möchte. Das Torjäger-Duell Gomez (8 Ligatore) gegen Theofanis Gekas (11) könnte entscheidend sein. Gomez hat 14 der letzten 25 Münchner Pflichtspieltore erzielt. "Es läuft, die Bälle gehen rein." Gomez beeindruckt aber auch die Quote des Ligabesten Gekas: "Elf Tore nach 13 Spielen, das ist schon sehr, sehr gut."

kbe/DPA


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