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Bericht: "Große Wahrscheinlichkeit": Fußball-Bundesliga darf offenbar am 15. Mai wieder starten

Die Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Fußball-Bundesliga nimmt immer konkretere Formen an. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters mit Berufung auf Insiderkreise.

Salomon Kalou zeigt Trainingsabläufe in Facebook-Live-Video.

Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Bundesländer werden am Mittwoch mit großer Wahrscheinlichkeit den Weg für Geisterspiele der Fußball-Bundesliga freimachen und allen Handelsgeschäften wieder die Öffnung erlauben. Darauf haben sich die Vertreter von Bund und Ländern nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters in der Vorbereitung auf die Chefrunde verständigt.

Höchstwahrscheinlich werde ein Start der Bundesliga zum 15. Mai möglich werden, sagten demnach mehrere mit den Verhandlungen vertraute Personen. Breitensport unter freiem Himmel solle zudem wieder erlaubt werden. 

"Konzept macht Sinn und kann Vorbild sein"

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat in einem Interview mit dem Deutschlandfunk keinen Zweifel am Hygiene-Konzept der Deutschen Fußball Liga (DFL) geäußert: "Das grundsätzliche Konzept macht Sinn und kann auch Vorbild sein im übrigen für andere Profisport-Bereiche", sagte der Politiker.

Allerdings müsse das Konzept dann auch gelebt werden, so Spahn angesichts des umstrittenen Videos von Salomon Kalou, Profi beim Erstligisten Hertha BSC Berlin. Deswegen sei es wichtig gewesen, dass der Verein auch Konsequenzen gezogen hat. "Und ich hoffe, dass jetzt alle verstanden haben, dass es hier um etwas geht", meinte Spahn weiter.

Kalou hatte am Montag über Facebook ein Video veröffentlicht. Dies zeigte unter anderen, wie bei seinem Mitspieler Jordan Torunarigha eine Probe für einen Corona-Test genommen wird. Zudem hatte der 34-Jährige Gespräche in der Umkleidekabine unter anderem mit Teamkollege Vedad Ibisevic aufgenommen. Während der Video-Sequenz gab Kalou immer wieder Mitspielern oder Vereinsmitarbeitern die Hand und verstieß damit gegen die von der DFL in ihrem Konzept gemachten Vorgaben. Kalou wurde noch am Montag von Hertha BSC suspendiert.

Bundesliga: Entscheidung am Mittwoch

Am Mittwoch soll bei einer Konferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten entschieden werden, ob und – wenn ja – wann die Bundesliga und die 2. Bundesliga trotz der Corona-Pandemie ihren Spielbetrieb wieder aufnehmen darf. Dafür hat die DFL ein Hygienekonzept mit Serientests bei allen 36 Profiteams ausgearbeitet, das unter anderen von Spahns Ministerium und vom Arbeitsministerium begutachtet worden ist.

Spahn bezeichnete die Bundesliga auch als "Exportschlager". Es sei klar, dass die Tests zunächst für das Gesundheitswesen verwendet werden. Und wenn dann noch etwas ginge, könne auch in der Bundesliga getestet werden. "Dann glaube ich, macht es Sinn im Profisport, Schritt für Schritt in einem neuen Alltag zu kommen."

Spieler von Erzgebirge Aue in häuslicher Quarantäne

Auf welch wackeligen Beinen der Re-Start der Bundesliga steht, zeigt das Beispiel des Bundesliga-Zweitligisten Erzgebirge Aue. Dort ist ein Mitarbeiter aus dem Funktionsteam positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das habe sich aus der zweiten Testreihe ergeben, teilte der Club mit. Als Folge hat Aue alle Spieler, Trainer sowie das Funktionsteam unter häusliche Quarantäne gestellt. "Der Verein steht in engem Kontakt mit der Gesundheitsbehörde und hat diese umfassend über den Fall informiert", hieß es in einer Mitteilung. Die Quarantäne gilt vorerst bis Donnerstag. Nach der ersten Testreihe waren noch alle Tests bei Aue negativ.

tim

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