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Fußball-Bundesliga: Hamburger SV und Gladbach siegen auswärts

In einem hitzigen Duell siegt HSV in Mainz durch ein spätes Tor von Kacar mit 2:1. Bei den Mainzern zieht sich Elkin Soto eine schwere Knieverletzung zu. Die Gladbacher gewinnen bei Hertha BSC.

Torwart Thomas Kraft von Hertha BSC im Zweikampf mit Mönchengladbachs Max Kruse

Torwart Thomas Kraft von Hertha BSC im Zweikampf mit Mönchengladbachs Max Kruse

Ein spätes Tor des eingewechselten Ibrahima Traoré hat Trainer Lucien Favre mit Borussia Mönchengladbach im Rennen um den direkte Champions-League-Platz einen wichtigen Sieg beschert. Mit einem 2:1 (1:1) am 31. Spieltag der Fußball-Bundesliga bei Hertha BSC bleibt Gladbach in der Tabelle mit 60 Punkten im Fernduell vor Bayer Leverkusener (58) auf Rang drei. Für Berlin wird es noch einmal eng im Kampf um den Klassenerhalt. Mit 34 Zählern liegt Hertha nun nur noch vier Punkte vor dem Abstiegs-Relegationsplatz. Und für die Borussia kommt es am nächsten Samstag in Mönchengladbach zum direkten Duell der Champions-League-Kandidaten mit Bayer Leverkusen.

Max Kruse hatte die Gäste am Sonntagabend in der 11. Minute in Führung gebracht, Valentin Stocker glich vor 55 000 Zuschauern praktisch im Gegenzug aus (13.) - und Traoré stellte den Auswärtssieg zwölf Minuten nach seiner Einwechslung sicher (85.). Die nunmehr seit elf Spielen unbesiegten Gladbacher kamen mit viel Selbstbewusstsein in Olympiastadion - die letzte Niederlage kassierte die Mannschaft des früheren Hertha-Trainers Favre Anfang Februar beim 0:1 auf Schalke.

Der mit dem VfB Wolfsburg liebäugelnde Kruse setzte die ersten Signale. Dem Stürmer wurde erst ein Treffer wegen Abseits nicht anerkannt, kurz danch markierte er nach einem verheerenden Ballverlust von Per Skjelbred und Vorbereitung von Raffael doch sein zehntes Saisontor.

Nach der Pause riskierte Hertha mehr

Doch die Berliner, seit Mitte Februar im eigenen Stadion unbesiegt, antworteten prompt: Nach einer Hereingabe von Genki Haraguchi köpfte Salomin Kalou den Ball an die Latte, der Schweizer Stocker reagierte schneller als Gladbach-Verteidiger Roel Brouwers und markierte sein drittes Saisontor. Die größte Gelegenheit für die Gäste zur erneuten Führung vergab Xhaka. Nach risikovollem Rückspiel von Kalou und einem Querschläger von Hertha-Keeper Kraft schlenzte der 22 Jahre alte Schweizer den Ball am quasi leeren Berliner Tor vorbei (43.).

Nach der Pause riskierte Hertha ein wenig mehr - eröffnete damit allerdings erst einmal den Gladbachern die besseren Chancen. Ein 20-Meter-Freitoß von Fabian Johnson strich nur knapp am Berliner Tor vorbei, wenig später klärte Kraft gegen den US-Amerikaner. Dann scheiterten Kruse (63.) und Xhaka (66.) - das 2:1 für die deutlich überlegenen Gäste lag in der Luft.

Auch bei weiteren Gladbacher Angriffsaktionen standen die Gastgeber mit dem Glück im Bunde. Kapitän Tony Jantschke verpasste das 2:1 nur knapp (66.). Allerdings hatte der Wahl-Berliner Stocker auch das Siegtor vor Augen, scheiterte aber an Borussen-Schlussmann Yann Sommer (74.).

Hertha BSC - Bor. Mönchengladbach 1:2 (1:1)

Hertha BSC:

Kraft - Pekarik, Langkamp, Brooks, Plattenhardt - Lustenberger (71. Niemeyer), Skjelbred - Ndjeng (76. Ben-Hatira), Stocker (82. Ronny), Haraguchi - Kalou

Bor. Mönchengladbach:

Sommer - Korb, Brouwers, Jantschke, Wendt - Herrmann (73. Traoré), Kramer, Xhaka, Johnson (79. Hazard) - Kruse, Raffael (90. Nordtveit)

Schiedsrichter: Kinhöfer (Herne) - Zuschauer: 56 881
Tore: 0:1 Kruse (11.), 1:1 Stocker (13.), 1:2 Traoré (85.)
Gelbe Karten: Kalou (2), Skjelbred (7) / Herrmann (4), Korb (3), Xhaka (8)
Beste Spieler: Kraft, Stocker / Xhaka, Traoré

Augen zu und drauf: Der Mainzer Niko Bungert und Pierre-Michel Lasogga vom HSV im erbitterten Luftkampf ums Leder.

Augen zu und drauf: Der Mainzer Niko Bungert und Pierre-Michel Lasogga vom HSV im erbitterten Luftkampf ums Leder.

Der Hamburger SV hat einen weiteren großen Schritt zum Verbleib in der Fußball-Bundesliga gemacht. Mit dem glücklichen 2:1 (1:0) beim FSV Mainz 05 verließen die Norddeutschen erstmals seit dem 25. Spieltag die Abstiegsränge. Gojko Kacar schoss am Sonntag in der 87. Minute das erlösende Tor für die Gäste. Das Team des neuen HSV-Trainers Bruno Labbadia war in der 37. Minute durch ein Eigentor des Mainzers Julian Baumgartlinger in Führung gegangen. Yunus Malli erzielte vor 34 000 Zuschauern für die Gastgeber den zwischenzeitlichen Ausgleich (76.). Der HSV verbesserte sich drei Spieltage vor Saisonschluss mit 31 Punkten auf den 14. Platz.

Yunus Malli hatte in der 76. Minute vor 34 000 Zuschauern den zwischenzeitlichen Ausgleich für die Rheinhessen erzielt. Trotz der Niederlage sollten die Mainzer mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben. Die Gastgeber beendeten die Partie nur mit zehn Mann, nach dem Daniel Brosinski (89.) wegen einer Notbremse die Rote Karte sah.

05-Torschütze Malli war nach gut einer halben Stunde für Elkin Soto in die Partie gekommen. Der Kolumbianer war bei einem Schussversuch mit HSV-Kapitän Rafael van der Vaart zusammengestoßen und hatte sich schwer am linken Knie verletzt. Für den Mittelfeldspieler, dessen auslaufender Vertrag nicht verlängert, ist die Saison beendet.

Schock für die Gastgeber

Beide Mannschaft bemühten sich von Beginn an um ein flottes Spiel, brachten sich aber immer wieder durch eigene Fehler aus Rhythmus. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase erspielten sich die Mainzer ein kleines Übergewicht und hatten durch Jairo (8.) und Julian Baumgartlinger (19.) auch die ersten guten Chancen. Beide Male parierte aber HSV-Torwart René Adler.

Nach einer halben Stunde dann der Schock für die Gastgeber durch die Soto-Verletzung. Der Spielfluss war komplett weg, die Deckung wurde immer unsicherer. Die Hamburger übernahmen das Kommando. Dennoch fiel der Führungstreffer glücklich für die Norddeutschen.

Auch in der Halbzeitpause schienen sich die Nerven der Mainzer nicht beruhigt zu haben. Der HSV gaben nach dem Wiederanpfiff weiter den Takt vor. Zweikampfstark und in der Abwehr kaum gefordert waren die Hamburger das dominierende Team, ohne aber allerdings zu Möglichkeiten zu kommen. Pierre-Michael Lasogga, noch beim Sieg gegen Augsburg zweifacher Torschütze, ackerte als Sturmspitze wie gewohnt. In aussichtreicher Schussposition kam er aber nicht. Auch sein Partner Ivica Olic agierte manchmal etwas unglücklich.

Mit zunehmender Spieldauer ließen sich die Hamburger mehr und mehr zurückfallen und lauerten auf Konter. Mainz bekam mehr Spielanteile. Ja-Cheol Koo (69.) hatte noch Pech, als er nur den Pfosten traf. Zehn Minuten später schaffte Malli nach schöner Kombination den verdienten Ausgleich. Doch der HSV gab nicht auf. Ausgerechnet Kacar, der in den vergangenen Monaten keine Rolle mehr in Hamburg spielte, schaffte den glücklichen Endpunkt.

FSV Mainz 05 - Hamburger SV 1:2 (0:1)

FSV Mainz 05:

Karius - Brosinski, Bungert, Bell, Bengtsson - Baumgartlinger (82. Allagui), Geis - Jairo, Soto (32. Malli), Koo (71. De Blasis) - Okazaki

Hamburger SV:

Adler - Westermann, Djourou, Rajkovic, Ostrzolek - van der Vaart, Kacar - Nicolai Müller (39. Jansen), Ilicevic (77. Stieber), Olic (83. Rudnevs) - Lasogga

Schiedsrichter: Sippel (München) - Zuschauer: 34 000 (ausverkauft) Tore: 0:1 Baumgartlinger (37./Eigentor), 1:1 Malli (76.), 1:2 Kacar (87.)
Gelbe Karten: Allagui (4), Baumgartlinger (3), Bungert (4), De Blasis (1) / Kacar (3), Olic (2)
Rote Karten: Brosinski (89./Notbremse) / -
Beste Spieler: Jairo, Bungert / van der Vaart, Adler

ins/DPA / DPA

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