HOME

Stern Logo Bundesliga

Hoeneß und van Gaal: Eskalation in Schuhbecks Stuben

Bayern-Präsident Uli Hoeneß und Trainer Louis van Gaal haben den "Frieden von Cluj" geschlossen. Aber es ist wohl nur ein Scheinfriede. Hoeneß und van Gaal pflegen schon lange ein gestörtes Verhältnis. Bei einem eher unbemerkt gebliebenen PR-Termin wurde das Tischtuch zerschnitten.

Von Klaus Bellstedt

Der 6. Oktober könnte in die Annalen von Bayern München eingehen. Es würde aber kein großer Tag in der großen Vereinshistorie sein. Sondern es würde der Tag sein, an dem das Tischtuch zwischen Präsident Uli Hoeneß und Trainer Louis van Gaal endgültig zerschnitten wurde. An diesem Mittwochabend in München stellte van Gaal in Alfons Schuhbecks Restaurant "Südtiroler Stuben" sein neues Buch "Biografie & Vision" vor. Alle waren sie versammelt, die Bayern-Bosse und lauschten dem Cheftrainer des FC Bayern: Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, Präsident Uli Hoeneß, Finanzboss Karl Hopfner und Sportdirektor Christian Nerlinger. Auch Ehefrau Truus van Gaal saß mit in der ersten Reihe. Die Buchvorstellung wurde zu einer öffentlichen Düpierung der Münchener Führungsriege. Einer Düpierung auf derbste Art und Weise. Der eigenwillige Trainer betonte dort unmissverständlich, dass er immer und überall der Chef sei.

Und diese Art trübt weiter das Verhältnis von Trainer und Präsident. Sie belastet sogar den ganzen Club, auch wenn jetzt eine Art "Burgfriede" geschlossen wurde. Nach der beißenden Kritik von Hoeneß an van Gaal und dessen Konter am Tag vor dem Champions-League-Spiel im rumänischen Cluj (ab 20.45 Uhr im stern.de-Liveticker) verschickte der FC Bayern eine Pressemitteilung herum. Darin hieß es: "In einer offenen Diskussion hat man sich ausführlich ausgetauscht und auch ausgesprochen. Es wurde vereinbart, künftig öfter sich genau in diesem Kreis zu treffen und alle anstehenden Themen des FC Bayern München zu besprechen. Am Ende des Gespräches gaben sich Uli Hoeneß und Louis van Gaal die Hand und vereinbarten, auch künftig verantwortungsvoll zum Wohl des FC Bayern München zusammenzuarbeiten."

Damit die Situation - gerade auch vor einem wichtigen Fußballspiel - nicht weiter eskalieren würde, mussten die Bayern so handeln. Aber kann man den Münchnern die öffentlich propagierte Rückkehr zu Harmonie wirklich abnehmen? Eher nicht. Bei dem "Burgfrieden von Cluj" handelt es sich in Wahrheit um einen Scheinfrieden. Das Tischtuch zwischen Hoeneß und van Gaal bleibt angerissen, wenn nicht zerschnitten.

"Im Bauch war ich schon lange vorbereitet, das ist in fünf Monaten in mir entstanden", hatte Uli Hoeneß am Montagmorgen gesagt, zwölf Stunden nach seinem Auftritt bei "Sky 90", zu den Beweggründen seines "natürlich nicht spontanen" Ausbruchs. Hoeneß und van Gaal reiten bei den Bayern schon lange nicht mehr auf einer Welle. Sie verbindet ein distanziertes Verhältnis, weil der stolze und sture Erfolgstrainer seinen ebenso stolzen und sturen Präsidenten manchmal spüren lässt, dass er mehr Ahnung habe vom Fußball. Aber das allein ist es nicht. Womit wir wieder bei jenem Spätsommerabend des 6. Oktober wären. Dieser von vielen Beobachtern unbemerkte PR-Termin brachte das Fass wohl endgültig zum Überlaufen.

Die Seite 167

Sportstudio-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein moderierte damals den Abend. Sie las auf Seite 167 des Van-Gaal-Werks: "Eine professionelle Forderung von mir ist: jederzeit on speaking terms bleiben. Niemand darf sich zum Kind machen, das trotzt, weil es nicht Recht bekommt und sich bei anderen ausheult. Beim FC Bayern sind die Voraussetzungen in dieser Hinsicht ungünstig. Franz Beckenbauers Meinung hat den Rang göttlicher Offenbarung, und auch im Vorstand sitzen Ex-Stars wie Rummenigge und Hoeneß, die für die heutigen Stars ein offenes Ohr haben. Das hat schon etwas Schönes, doch ich halte es für den falschen Umgang." Spätestens hier hatte van Gaal den Präsidenten gegen sich.

"Es widerspricht meiner Philosophie", trug die Moderatorin vor und fuhr fort: "Leider muss ich das als die Kultur dieses Klubs hinnehmen. Diese Leute sind es immer gewöhnt gewesen, ihren Einfluss zu haben. Es gefiel ihnen gut, ihren Draht zu den Spielern zu haben. Der Vorstand setzt sich hauptsächlich aus Ex-Spielern zusammen, die den FC Bayern zu seiner Größe geführt haben. Rummenigge und Hoeneß sagten: 'Louis, wir tun das doch alles auch für dich, da kannst du doch nicht allein entscheiden.' Ich antwortete: 'Doch, ich kann.‘ Wenn Spieler riechen, dass sie irgendwo ein offenes Ohr finden können, dann werden sie dort hingehen. Das schafft Unruhe, das kostet viel wertvolle Energie, auch für Hoeneß und Rummenigge." Ohne eine Reaktion blieben die Bayern-Bosse in der ersten Reihe ausdruckslos sitzen. Aber die öffentliche Vorführung war noch nicht vorbei.

Im Anschluss an die Lesung schenkte van Gaal den anwesenden Bayern-Chefs sein neues Buch. Nach den oberlehrerhaft anmutenden Worten "damit sie mich noch besser verstehen", kam Uli Hoeneß als Erster dran. Danach drückte der Niederländer Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge sein Werk in die Hand, deutet auf das Cover und sprach: "Für Sie ist das auch wichtig zu lesen." Rummenigge nickte nur, kein Wort ging über seine Lippen. Augenzeugen berichten von einer knisternden Atmosphäre. Hoeneß fand als Erster die Sprache wieder: "Kritik gehört dazu. Man muss sich immer die Wahrheit sagen", meinte er, "man kommt nicht immer zusammen, aber das muss ja auch nicht sein." Spätestens am 6. Oktober 2010 wusste der Bayern-Präsident, dass aus der Beziehung zu Louis van Gaal nie wieder ein inniges Verhältnis wird.

mit SID

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(