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Bundesliga

stern des Spieltags Ein Spiel dauert 90 Minuten – plus die Zeit, in der Werder Bremen Tore schießt

Werder Bremens Niclas Füllkrug bejubelt einen Treffer gegen den VfL Bochum
Bremer Torgarant: Niclas Füllkrug hat bereits fünf Tore in dieser Saison für Werder Bremen erzielt, zwei davon in der Nachspielzeit
Als Aufsteiger hat man es in der Bundesliga schwer, doch was Werder Bremen derzeit anbietet, sieht spielend leicht aus. Nach fünf Spieltagen haben die Norddeutschen bereits zwei Bundesliga-Rekorde auf- und ihre starke Mentalität unter Beweis gestellt. Dafür unseren stern des Spieltags.

Am Osterdeich in Bremen geht es dieser Tage freudig zu. Entlang der Weser flanieren die Bremer und Bremerinnen und genießen das spätsommerliche Wetter und auch im direkt am Fluss gelegenen Weserstadion dürften die Verantwortlichen von Werder Bremen zuletzt gut gelaunt gewesen sein. Nach fünf Spieltagen rangieren die Bremer mit acht Punkten im Mittelfeld der Liga, haben schon sechs Punkte zwischen sich und die Abstiegsränge gebracht. So weit so gut. Aber Bremen begeistert auch mit einem Offensivfußball und vor allem einer Mentalität, die man so am Osterdeich viel zu lange vermisst hat. 

Bereits beim unfassbaren 3:2 beim Vizemeister Borussia Dortmund vor zwei Wochen stellte das Team von Ole Werner einen Bundesligarekord auf. Binnen sechs Minuten drehte Werder ein 0:2 und nahm drei Punkte mit zurück in die Hansestadt. Der Ruhrpott scheint Werder generell zu liegen, denn nur zwei Wochen später purzelt der nächste Bundesligarekord – nur 15 Kilometer Luftlinie entfernt vom Westfalenstadion. Beim VfL Bochum, dem famosen Aufsteiger der Vorsaison, traf Niclas Füllkrug per Elfmeter in der Nachspielzeit zum entscheidenden 2:0. Für Füllkrug war es schon der fünfte Treffer in dieser Spielzeit – Bestwert, gemeinsam mit Union Berlins Sheraldo Becker – und für Werder war es schon das fünfte Tor in der Nachspielzeit!

Werder Bremen: Das Team der Schlussviertelstunde

Damit haben die Bremer nun einen dieser schrägen Bundesligastatistik-Rekorde inne: Nie zuvor sind einem Bundesligateam in den ersten fünf Saisonspielen fünf Tore in der Nachspielzeit geglückt. In der Vorwoche traf Füllkrug ebenfalls per Elfmeter zum 3:4 gegen Frankfurt, beim besagten Spiel gegen Dortmund sorgten Niklas Schmidt und Oliver Burke für späte Bremer Jubelstürme, Burke traf auch am 2. Spieltag gegen den VfB Stuttgart zum späten 2:2. Schade für Werder: Mit Schalke spielt nur noch ein weiteres Team aus dem Ruhrgebiet in der Liga und in der Arena auf Schalke tritt Bremen erst am 30. Spieltag an.

Aber: Werder beweist sich momentan als absolut bereit für die Bundesliga und vor allem als Mentalitätsmonster. Dafür unseren stern des Spieltags. Sieben der zwölf Bremer Tore fielen in der Schlussviertelstunde – mehr Tore haben bislang nur acht Teams in der Liga erzielt. Und das in der vollen Spielzeit. Auch dass bereits drei verschiedene Spieler in der Nachspielzeit trafen, spricht für die mentale Stärke im Bremer Kader. Freitagabend steht für das Team von Ole Werner der nächste Auftritt an – diesmal gegen den FC Augsburg. Abendspielen im Weserstadion wird bisweilen etwas Mythisches nachgesagt – als Stichwort reicht hier "Wunder von der Weser". Gut möglich also, dass die Bremer wieder in der Nachspielzeit zu einem Schlussspurt ansetzen und Sepp Herbergers legendäres Zitat vom Spiel, das 90 Minuten dauert, erneut widerlegen. In Bremen ticken die Uhren derzeit sichtbar etwas anders.

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