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Bundestrainersuche: Es ist vollbracht

Die Zeit der Irrungen und Wirrungen ist vorbei: Deutschland hat wieder einen Bundestrainer. Jürgen Klinsmann hat sich heute mit dem DFB auf einen Zweijahresvertrag verständigt.

Die Spekulationen haben ein Ende: Der Deutsche Fußball-Bund hat sich mit dem designierten Nationalmannschafts-Teamchef Jürgen Klinsmann auf den Abschluss eines Zweijahresvertrages verständigt. Wie der Verband mitteilte, konnten die finanziellen Verhandlungen mit dem 39 Jahre alten Ex-Nationalspieler abgeschlossen werden. "In den noch ausstehenden Gesprächen geht es ausschließlich um sportliche Details", sagte DFB-Sprecher Harald Stenger.

Schon mit der Arbeit begonnen

Der Vertrag war noch nicht unterschrieben, da hatte Jürgen Klinsmann mit seiner Arbeit als neuer DFB-Teamchef praktisch schon begonnen. Von seiner alten Heimat Stuttgart aus bastelt der Ex-Nationalspieler intensiv an einer Komplett-Lösung, die Fußball-Deutschland 2006 bei der WM im eigenen Land konkurrenzfähig machen soll. Klinsmann traf sich bereits mit seinem ehemaligen Sturmpartner Oliver Bierhoff, der im neuen Führungsteam als Manager vorgesehen ist, um die Aufgabenverteilung festzulegen. Es müsse schließlich klar abgesteckt sein, "was mich erwartet", meinte Bierhoff. Seine wichtigsten Betätigungsfelder dürfte der ehemalige DFB-Kapitän als Kontaktmann zur Bundesliga, zu Sponsoren und Medien finden.

Öffentlich wolle er sich erst wieder äußern, wenn das ganze Zukunftspaket in trockenen Tüchern ist, ließ Klinsmann über einen Vertrauten mitteilen. Auch Bierhoff blieb im Hintergrund. "Wir sagen im Moment nichts. Wir müssen das erst intern klären", sagte sein Manager Peter Olsson, der sich am Montag darüber wunderte, dass einige Details bereits wieder in den Medien diskutiert worden waren.

Klinsmann will einen großen Schnitt

Der DFB wollte ein womöglich nur zweijähriges Klinsmann-Engagement am Montag nicht kommentieren. "Wir diskutieren keine Vertragsverhandlungen, sondern geben bei einem Abschluss Auskunft", sagte Sprecher Harald Stenger. Ein wichtiger Punkt, die Honorierung von Klinsmann, ist nach DPA-Informationen im Wesentlichen bereits geklärt. Seit vergangenen Freitag wird zwischen Klinsmann und dem DFB nicht mehr über Geld gesprochen, sondern nur über Inhalte verhandelt.

Klinsmann will einen großen Schnitt. "Wichtig ist, dass der DFB in einigen Bereichen offener wird", hatte er die Linie bereits deutlich abgesteckt. Unterstützung wurde ihm trotz einiger deftiger Gegenstimmen (Schalke-Manager Rudi Assauer: "Notlösung. Siebte, achte Schublade") bereits zuteil. "Das ist eine seriöse und gute Lösung. Insgesamt ist die WM 2006 nicht das Hauptproblem. Es müsste jetzt wieder viel ausgebildet werden, um den Fußball nach vorne zu bringen", erklärte Matthias Sammer, der im Juni 2000 zusammen mit Klinsmann in einem Sonderlehrgang den Trainerschein erworben hatte. "Frisches Blut bringt auch Vorteile", ergänzte Ottmar Hitzfeld, eigentlich die Nummer-eins-Lösung bei der Nachfolge von Rudi Völler.

"Man wird sehen, was sich bewegt"

"Im Großen und Ganzen ist es schon eine sehr, sehr neue Situation und man wird sehen, was sich bewegt", machte DFB-Kapitän Oliver Kahn deutlich, dass er mehr als einen Personaltausch Klinsmann für Völler erwartet. Bundestrainer-Kandidat Holger Osieck, mit dem "Chef" Klinsmann nach dessen Rückkehr aus Kanada ebenfalls persönlich sprechen wird, regte ein kurzfristiges Treffen mit den Bundesliga- Trainern an, um Unstimmigkeiten schon im Vorfeld auszuräumen.

Erste Diskussionen gibt es um eine mögliche Nominierung von Bundesliga-Topstürmer Ailton für das DFB-Team. Während Klinsmann keine Verbindungun zwischen dem Brasilianer und der deutschen Nationalelf sieht, meinte Osieck im "Kicker": "Er macht Tore. Wenn man einen solchen Stürmer haben kann, ist es immer positiv."

J. Mende, K. Bergmann/DPA / DPA

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