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BVB in der Krise Jürgen Klopp: Gehen oder bleiben?


Der Absturz des BVB hatte zu Beginn viele Gründe. Doch mittlerweile ist es nur noch die blanke Panik, die das Team lähmt. Trainer Klopp muss seinen Spielern die Angst nehmen - oder hinschmeißen.
Von Tim Schulze

Die Krise beim BVB hat mit dem Abschluss der Hinrunde ihren absoluten Tiefpunkt erreicht. Der Champions-League-Finalist des Jahres 2013 und der Doublegewinner von 2012 steht nach 17 Spieltagen auf einem Abstiegsplatz. Der Höhenrausch der vergangenen Jahre ist verflogen, der Absturz der gefeierten Helden in Schwarz-Gelb ist beispiellos.

Wer nach Ursachen und Gründen für die Krise forscht, erhält immer die gleichen Antworten: die Nachwirkungen der WM, eine kurze Vorbereitung, Verletzungspech, wichtige Spieler außer Form, das öffentliche Gezerre um Marco Reus, der Abgang von Robert Lewandowski - all das spielte zunächst eine Rolle beim Niedergang einer Mannschaft, die noch vor kurzem mit ihrem eindrucksvollen Spiel Fußballfans auf dem ganzen Kontinent begeisterte.

Der Absturz hat sich verselbstständigt

Doch mittlerweile zählern diese Gründe nicht mehr, der Absturz hat sich auf beängstigende Weise verselbständigt. Wie es in den Köpfen der Spieler aussieht, verdeutlichte Shinji Kagawa: "Wir spüren die Gefahr des Abstiegs und können auswärts einfach nicht gewinnen", sagte der Japaner. In Dortmund regiert die Angst vor dem Undenkbaren.

Jürgen Klopp wehrte sich noch vehement gegen jegliche Fluchtgedanken. "Ich stehe voll in der Verantwortung. Ich werde nicht einfach hinwerfen und mir das Ganze aus der Distanz angucken, was die Jungs so treiben", sagte Klopp Trainer nach dem 1:2 gegen Bremen. "Dass wir jetzt dastehen wie die Vollidioten, das geschieht uns recht", bekannte Klopp. Nach Weihnachten soll die Misere überwunden werden. Er werde in der dreiwöchigen Vorbereitung hart mit der Mannschaft arbeiten und ein "erbitterter Jäger" sein, kündigte Klopp an.

Klopp ist angeschlagen

Ob solche vollmundigen Ankündigungen reichen, wird sich zeigen. Auch Klopp wirkt trotz starker Worte angeschlagen, ja fast verzweifelt. Wie ein Mantra reden sie sich in Dortmund ein, dass erst die halbe Saison vorbei sei, noch sei ja Zeit, das Ruder herumzureißen und den Supergau zu verhindern.

Klopps wichtigste Aufgabe wird es sein, seinen Profis die Angst zu nehmen. Die Frage bleibt, ob er dazu noch in der Lage ist. Wenn Clubs ihre Trainer auswechseln, begründen sie den Schritt oft mit dem Argument, die Mannschaft brauche frische Impulse. Oft wirkt das fadenscheinig, in Dortmund könnte es genau aus diesem Grund nötig sein. Alles wird von den ersten Spielen der Rückrunde abhängen. Sie werden über Klopps Schicksal in Dortmund entscheiden. Ein Ende der Ära scheint nicht mehr undenkbar. Allein das ist schon schade.


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