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BVB-Krise: Ausverkauf der Stars rückt näher

Neue Hinweise auf weitere Finanzlöcher: Dem BVB droht nun ein Ausverkauf seiner Fußballstars. Angeblich will FC Chelsea für Tomas Rosicky über 25 Millionen Euro zahlen.

Für den finanziell angeschlagenen Fußball- Bundesligisten Borussia Dortmund rückt der Verkauf von Tomas Rosicky offenbar immer näher. Angeblich liebäugelt der englische Spitzenclub FC Chelsea mit einer Verpflichtung des tschechischen Mittelfeldspielers noch vor dem Ende der Transferperiode am 31. Januar. In den "Ruhr Nachrichten" sprach der BVB- Star von "einer bevorstehenden schweren Entscheidung. Ob der Wechsel zu Stande kommt, entscheiden jetzt allein die Vereine."

Chelsea bietet angeblich fast 30 Millionen für Rosicky

Dem Vernehmen nach will der Club des russischen Öl-Milliardärs Roman Abramowitsch noch in dieser Woche Verhandlungen aufnehmen. Demnach soll der derzeitige Tabellendritte der Premier League bereit sein, Rosicky für 25 bis 30 Millionen Euro aus seinem bis 2008 datierten Vertrag zu kaufen. Allerdings bestritt BVB-Präsident Gerd Niebaum einen direkten Kontakt zum FC Chelsea und wollte sich zu den Gerüchten nicht näher äußern: "Uns liegt kein Angebot vor."

Was erreicht der BVB noch in dieser Bundesliga-Saison?

"Seit Jahren arbeitet Dortmund an der Liquiditätsgrenze."

Der Verkauf des Anfang 2001 für 14,8 Millionen Euro von Sparta Prag verpflichteten Rosicky würde den BVB zwar in seiner sportlichen Substanz erheblich schwächen, aus wirtschaftlicher Sicht jedoch Sinn machen. Wie die "Süddeutsche Zeitung" und der "Kicker" am Montag mit Verweis auf eine Studie der Hypovereinsbank berichten, drohen für das laufende BVB-Geschäftsjahr angeblich ein Verlust von 44,8 Millionen Euro und ein Umsatzrückgang von 31 Prozent. Peter-Thilo Hasler, Analyst des Münchner Geldinstituts, geht nach den vorliegenden Geschäftszahlen davon aus, dass der BVB bereits vor dem Börsengang vor gut drei Jahren auf einem Schuldenstand von gut 72 Millionen Euro angekommen war. Auch der Analyst der Düsseldorfer WGZ-Bank, Ingo Süßmilch, äußerte in der neuen Ausgabe des Magazins "GQ" Bedenken: "Seit Jahren arbeitet Dortmund an der Liquiditätsgrenze."

Süddeutsche: Akute Zahlungsschwierigkeiten

Nach Informationen der «Süddeutschen Zeitung» soll die Finanznot mittlerweile so groß sein, dass "der BVB seinen Zahlungsverpflichtungen offenbar nicht mehr in allen Fällen" nachkommt. So würden die Stadtwerke Dortmund und der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) seit einem halben Jahr vergeblich auf einen Teil der annähernd einer Million Euro warten, die der BVB von seinen nahezu 55 000 Dauerkartenkunden für ein im Ticketpreis inbegriffenes Bus- und-Bahn-Abo kassiert.

Bernd Winkelmann, Sprecher der Dortmunder Stadtwerke, bestätigte, dass noch eine sechsstellige Summe im mittleren Bereich ausstehe. Dies sei allerdings kein Grund zur Sorge: "Wir haben noch keine Bauchschmerzen, dass wir das Geld nicht bekommen." Wie schon in den vergangenen beiden Jahren wollen die Stadtwerke dem BVB eine Mahnung zukommen lassen.

Gute Nachricht: Amoroso kehrt bald zurück

Angesichts der erneuten Schlagzeilen über die finanzielle Schieflage des sechsmaligen deutschen Meisters ging die überraschende Nachricht von der baldigen Rückkehr des Brasilianers Marcio Amoroso fast unter. Bei der Operation des Angreifers in den USA wurde nicht der befürchtete Kreuzbandschaden diagnostiziert, sondern lediglich eine Korrektur am Meniskus vorgenommen. "Jetzt werde ich wie ein Verrückter für mein Comeback schuften", sagte der Torjäger der "Bild". Wann er aus Brasilien nach Dortmund zurückkehren wird, blieb allerdings offen.

Paul Schießer, DPA / DPA

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