HOME

Champions League: 0:3 - Werder vor dem Aus

Werder Bremen hat gegen Olympique Lyon eine katastrophale Niederlage kassiert. Um das Viertelfinale doch noch zu erreichen, kann der Deutsche Meister nur auf ein Fußball-Wunder hoffen.

Werder Bremens Aussichten auf das Erreichen des Viertelfinales der Champions League stehen schlecht. Der Deutsche Meister kassierte am Mittwochabend beim 0:3 (0:1) gegen Olympique Lyon die höchste Heimniederlage in der "Königsklasse" und steht gegen die vor 36.923 Zuschauern im Weserstadion abgeklärt auftrumpfenden Franzosen im Rückspiel am 8. März vor einer kaum lösbaren Aufgabe. Sylvain Wiltord (9. Minute), Mahamadou Diarra (77.) und Juninho (80.) schockten die Bremer. Im UEFA-Cup hatten die Bremer 1999 daheim durch ein 4:0 den Spies noch herumgedreht, nachdem sie in Lyon mit 3:0 verloren hatten.

"Wir haben nur reagiert, nicht agiert", sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf. "Uns hat die Entschlossenheit gefehlt, und vorne haben wir es nicht gebacken gekriegt. Trotzdem ist das Ergebnis eindeutig zu hoch." Aufgeben will sich Werder aber noch lange nicht: "Bei einem 4:1 in Lyon sind wir weiter", sagte Fabian Ernst mit dem Mut der Verzweiflung. "Bei uns hat heute der letzte Biss gefehlt. Und die Franzosen waren eiskalt."

Als sich Schaaf im Premiere-Interview noch freute, seinen mit fünf Treffern in der Champions League erfolgreichsten Stürmer wieder dabei zu haben, war für Ivan Klasnic die geplante Rückkehr ins Team schon wieder geplatzt. Der Kroate, der erst am Freitag ins Mannschafts-Training zurückgekehrt war, zog sich beim Aufwärmen einen erneuten Muskelfaserriss in der linken Wade zu und musste durch den noch grippegeschwächten Miroslav Klose ersetzt werden. "Ich bin sehr gefrustet", sagte Klasnic, der wie der Gelb- gesperrte Frank Baumann nur zuschauen konnte.

Bremern fehlte das Quäntchen Glück

Der einen Hiobsbotschaft folgte nach nur neun Minuten die nächste: Planlos irrten die Werder-Verteidiger durch den Strafraum und ließen den vom FC Arsenal gekommenen Wiltord gänzlich unbeachtet, so dass der 30-Jährige mühelos an Keeper Andreas Reincke vorbei vollenden konnte. Dabei hatte Schaaf noch Minuten vorher gewarnt: "Wir müssen schnell umschalten, denn der Gegner ist sehr offensiv aufgestellt." 17 Tore in der Vorrunde der Königsklasse - mehr als jede andere Mannschaft erzielte - hätten Warnung genug sein sollen.

Der Schock saß tief, aber Werder rappelte sich auf und kam Mitte der ersten Halbzeit vor allem nach Flankenläufen auf der rechten Seite des starken Paul Stalteri zu Chancen. Ob Tim Borowski mit einem Flugkopfball ans Außennetz (18.) oder Klose (27.) ebenfalls per Kopf - den Bremern fehlte das Quäntchen Glück. "Wir haben zu viel Respekt gehabt,und dann ist genau das passiert, was wir verhindern wollten", ärgerte sich Kapitän Baumann. Auch die gegen ihre Landsleute besonders motiviert scheinenden Johan Micoud und Valerien Ismael (31./42.) konnten das Blatt vorerst nicht wenden.

Lyon macht Räume eng

Nach einer Stunde brachte Schaaf im 18-jährigen Aaron Hunt für Borowski einen dritten Stürmer und hoffte, dass seine Mannschaft "mehr Druck machen" würde. Da Lyon aber die Räume eng machte, blieben Chancen wie die durch Klose (65.) Mangelware. Ein Kopfball von Sidney Govou (67.), der an den Innenpfosten ging, hätte das Spiel fast schon entschieden. Das schafften kurz darauf der überragende Diarra und Juninho, der mit einem Weitschuss in den Winkel das schönste Tor des Abends erzielte.

Christian Kunz/DPA / DPA

Wissenscommunity