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Champions-League-Finale: Warum der BVB Kaiserslautern die Daumen drückt

Als Dortmund 1997 die Champions League gewann, wurde der FC Bayern Meister und Stuttgart Pokalsieger. Doch auch ein Blick auf die Auf- und Absteiger dieses Jahres nährt schwarz-gelbe Träume.

Von Carsten Heidböhmer

Wiederholt sich die Geschichte? Die meisten Historiker verneinen diese Frage. Doch Fans von Borussia Dortmund setzen ihre ganze Hoffnung in dieses Prinzip. Sie finden immer mehr Belege, die einen Sieg im Champions-League-Finale in London am 25. Mai geradezu unumgänglich machen. Für die Bayern zieht sich nach dieser Lesart die Schlinge immer enger zu. Denn jetzt beziehen Statistik-Füchse auch die Auf- und Absteiger in ihre Kalkulation mit ein.

Eine in der vergangenen Woche von VfB-Stuttgart-Fans angefertigte Grafik beflügelt seit Tagen die Hoffnung der Dortmunder Fans auf einen erneuten Champions-League-Erfolg. Schon zu Saisonbeginn hatten hartgesottene Anhänger der Schwarz-Gelben folgende Rechnung aufgestellt: 1995 und 1996 war der BVB Meister geworden - 1997 folgte dann der Erfolg in der Königsklasse. Da Borussia Dortmund 2011 und 2012 Meister geworden ist, so die Hoffnung, wäre es doch nur naheliegend, wenn der Verein 2013 die Champions League gewänne.

Die auf Facebook publizierte Grafik der Stuttgarter zeigt, dass deutlich mehr für einen schwarz-gelben Triumph spricht. Denn es gab 1997 drei Titel zu vergeben. Meister wurde - wie in diesem Jahr - Bayern München, die Champions League gewann der BVB - und Pokalsieger wurde der VfB Stuttgar. Also jener Verein, der 2013 wieder im Pokalfinale steht.

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Damit sind die Parallelen zu 1997 aber immer noch nicht erschöpft. Ein Blick auf die Auf- und Absteiger dieses Jahres offenbart eine geradezu gespenstische Analogie zum Jahr 2013. Aus der zweiten Liga aufgestiegen sind damals Hertha BSC, der VfL Wolfsburg und der 1. FC Kaiserslautern. In diesem Jahr stehen die Berliner bereits vorzeitig als Aufsteiger fest. Der 1. FC Kaiserslautern liegt derzeit auf einem Relegationsplatz. Nur der VfL Wolfsburg stört das Bild, jedoch nicht allzusehr: Die nächstgelegene Großstadt liegt Luftlinie 25 Kilometer entfernt. Es ist Braunschweig. Und die dortige Eintracht steht bereits als zweiter Aufsteiger fest. Auch 1997 stiegen die Niedersachsen auf: damals aus der Regionalliga Nord in die 2. Bundesliga.

Beim Blick auf die Absteiger muss sich ein Verein ernsthafte Sorgen machen: Als 16. stieg 1997 Fortuna Düsseldorf ab. Der Verein steht derzeit auf Rang 15 - allerdings verhindert nur die bessere Tordifferenz ein Abrutschen auf Rang 16.

Geschichte wiederholt sich nicht, mögen jetzt Bayern- und Fortuna-Fans einwenden. Das sei doch alles nur Zahlenspielerei, Fußball funktioniere nach anderen Regeln. Andererseits: Gibt es eine Verrücktheit, die der Fußball nicht möglich gemacht hat?

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