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Champions League: Für Werder Bremen wird es eng

Nach der 3:1-Niederlage gegen den FC Barcelona ist Werder Bremen auf Hilfe des Gegners angewiesen. Barcelonas Ronaldinho verspricht einen Sieg gegen Udinese Calcio - nur so kann Werder die nächste Runde erreichen.

Geradezu hilflos sahen Werder Bremens Bundesliga-Profis den Geniestreichen von Ronaldinho zu - und sind nun auf die Hilfe des besten Fußballers der Welt angewiesen. Nur wenn der brasilianische Ballkünstler mit dem FC Barcelona am letzten Spieltag in Udine gewinnt, kann Werder mit einem Sieg gegen Panathinaikos Athen doch noch das Champions-League-Achtelfinale erreichen. Nach seiner Gala bei der Bremer 1:3-Niederlage im Stadion Nou Camp hat Ronaldinho zumindest versprochen, seinen Teil beizutragen: "Wir wollen und werden in Udine gewinnen."

Die Chancen dafür sind exzellent. "Ronaldinho steht auf dem Höhepunkt seiner Karriere, das Selbstvertrauen des Barca-Teams scheint unbegrenzt zu sein", jubelte die Zeitung "El Pais", und "Sport" machte Werder richtig Angst: "Barcelona ist eine tödliche Maschinerie." Sogar die "Ersatzteile" funktionieren in diesem Fußball-System, befand "El Mundo Deportivo". Trainer Frank Rijkaard will keinesfalls den Schongang einlegen lassen: "Wir wissen nicht, mit welchen Spielern wir in Udine antreten werden. Aber wir werden dort auf jeden Fall auf Sieg spielen."

"Ronaldinho ist ein Spektakel für sich"

Trotz der enttäuschenden Lage und der schweren Gesichtsverletzung von Stürmer Miroslav Klose, der nach einem Jochbeinbruch für einige Wochen ausfällt, hatten die Werder-Verantwortlichen die Muße und die Größe, wie einfache Fans von den Darbietungen des Brasilianers zu schwärmen. "Dass er aus so einer starken Mannschaft wie Barcelona noch so herausragt, ist eigentlich unglaublich", sagte der sonst so nüchterne Trainer Thomas Schaaf. Und Manager Klaus Allofs meinte: "Ronaldinho ist ein Spektakel für sich".

Nicht nur bei seinem Freistoß-Tor (26.) sowie den Vorlagen für die Treffer von Gabri (14. Minute) und Hendrik Larsson (71.) zeigte er seine Extraklasse. "Das war toll", lobte auch Tim Borowski, der den zwischenzeitlichen Ausgleich (22./Foulelfmeter) erzielt hatte.

Uefa-Cup ist das Minimalziel

Ähnliches versprach der dauergrinsende Brasilianer anschließend auch für das Spiel bei Udinese Calcio. Doch die angekündigte Hilfestellung liegt nicht an Ronaldinhos Begeisterung für Werder. "Unsere Aufgabe ist es, so viele Punkte wie möglich zu holen, egal gegen wen. Dass wir gegen Udine gewinnen wollen, hat nichts mit Bremen zu tun."

Ohne die Unterstützung der Spanier kann Werder mit einem Sieg am 7. Dezember im Heimspiel gegen Panathinaikos Athen als Gruppen-Dritter nur den Uefa-Cup erreichen. "Das ist unser Minimalziel", erklärte Manager Allofs. Schon bei einem Unentschieden würde Bremen als Gruppenvierter ausscheiden.

"FC Barcelona war eine Nummer zu groß"

Angesichts der Extraklasse von Ronaldinho und seiner Mitspieler fiel es den Bremern nicht schwer, die Aussichtslosigkeit des Spiels in Nou Camp zu akzeptieren, bei dem sie den Unterschied zwischen Bundesliga-Spitze und Weltklasse vorgeführt bekamen. "Wir müssen anerkennen, dass uns ein deutlich stärkerer Gegner gegenüberstand", sagte Schaaf und fügte grinsend an: "Es macht Spaß, ihnen zuzusehen." Und Allofs meinte: "Sie waren eine Nummer zu groß. In Barcelona wird ein anderes Rad gedreht. Wir hatten uns gewünscht, sie an den Rand einer Niederlage zu bringen, aber es war nicht der Tag dafür."

Viel schlimmer als die nicht unerwartete Niederlage traf die Bremer die schwere Verletzung von Klose. Bei einem Zusammenprall mit Rafael Marquez brach sich der Nationalstürmer das Jochbein und wird nach der Operation am Donnerstag mehrere Wochen pausieren müssen. "Das ist eine Katastrophe, wenn in unserem Team Spieler wie er länger ausfallen", sagte Allofs. "Man muss sich nur die Zahl seiner Tore anschauen, dann weiß man, welchen Anteil er an unserem Lauf hat." Zumindest am Samstag im Spitzenspiel bei Schalke 04 wird der erfolgreichste Sturm der Liga komplett fehlen, weil Ivan Klasnic nach seiner Blinddarm-Operation noch nicht wieder einsatzfähig ist.

DPA / DPA

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