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Champions-League-Qualifikation: Kampfgeist stürmt die Königsklasse

Acht Millionen für die HSV-Vereinskasse: Nach sechsjähriger Abstinenz hat sich der HSV im Hexenkessel von CA Osasuna den Traum von der Champions League erfüllt. Nach dem torlosen Hinspiel kam der HSV zu einem 1:1.

Damit konnten die Hamburger die sich anbahnende Krise nach dem enttäuschenden Bundesliga-Start und dem Wirbel um den kurzfristigen Verkauf von Khalid Boulahrouz zum FC Chelsea erst einmal abwenden. Der starke Hamburger Mittelfeldspieler Nigel de Jong (74. Minute) hatte die frühe Führung der Spanier durch Carlos Cuéllar (6.) ausgeglichen und so den Einzug in die "Königsklasse" perfekt gemacht. Neben dem FC Bayern München und dem SV Werder Bremen befinden sich die Hanseaten damit bei der Champions-Auslosung an diesem Donnerstag in Monaco im Lostopf für die lukrativen Gruppenspiele.

Das ist ein ganz ganz großer Moment für meinen Verein", sagte HSV-Trainer Thomas Doll nach den aufregenden 90 Minuten. "Aber jetzt ist die ganze Anspannung raus und die Jungs dürfen feiern." Torschütze de Jong war aus dem Häuschen: "Das ist ein unglaubliches Gefühl. Wir haben großartig gekämpft und immer an uns geglaubt."

"Im wichtigsten Spiel der letzten Jahre für den HSV" (Doll) konnten die Norddeutschen erst in der zweiten Hälfte an die überzeugenden Vorstellungen des Vorjahres auf fremden Plätzen anknüpfen und wurden schließlich für ihren Kampfgeist belohnt.

Hiobs-Botschaften

Dabei musste Doll bereits vier Minuten nach dem Gegentreffer die nächste Hiobsbotschaft verkraften. Der angeschlagen in die Partie gegangene Abwehrchef Vincent Kompany musste früh (11.) das Feld wieder verlassen und für Collin Benjamin Platz machen. Dadurch wurde die ohnehin wacklige Abwehr, in der vorigen Saison noch das Prunkstück der Hanseaten, zusätzlich geschwächt und hatte zunächst große Probleme gegen die aggressiv auftretenden Hausherren.

Diese setzten auch die ersten Akzente gegen die zu Beginn viel zu zurückhaltend agierenden Hamburger. Beim frühen Gegentreffer verschätzte sich zunächst Kompany bei einem Eckball von Punal und beim anschließenden Kopfball-Aufsetzer von Cuéllar sah auch HSV- Schlussmann Sascha Kirschstein nicht gut aus.

Rettung in Phase II

Erst nach einer halben Stunde kamen die Hamburger, bei denen erstmals in dieser Saison Benjamin Lauth in einem Pflichtspiel von Beginn an für Paolo Guerrero stürmen durfte, gegen die gut organisierten Spanier zu ihrer ersten Chance. Doch nach einer Flanke von Rafael van der Vaart strich Boubacar Sanogos Kopfball (29.) knapp am linken Pfosten vorbei. Wenig später scheiterte Lauth (38.) ebenfalls nach einer Hereingabe des HSV-Kapitäns per Kopf freistehend aus sechs Metern an Osasuna-Keeper Ricardo, der schon im Hinspiel die Hamburger mit seinen Paraden zur Verzweiflung gebracht hatte.

Nach dem Seitenwechsel verstärkten die Hamburger ihre Offensivbemühungen, Doll brachte Guerrero als dritten Stürmer (66.). Der Neuzugang vom FC Bayern München brachte auch prompt mehr Schwung in die Angriffsbemühungen des HSV. Der überragende de Jong krönte seine Leistung, der in der zweiten Hälfte couragierte Auftritt der Hamburger wurde schließlich doch noch belohnt. In der Nachspielzeit vergab Guerrero noch einmal freistehend vor Ricardo. Doch auch die Spanier kamen noch zwei Mal gefährlich vor Kirschsteins Gehäuse - vergaben aber jeweils aus aussichtsreicher Position.

Britta Körber/DPA

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