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Champions League Real Madrid schlägt Nikosia 5 -2


Irgendwie war es wie auf dem Schulhof: Die großen Jungs ließen den kleinen dicken Jungen nach Belieben laufen, begnügten sich aber nur Klapse zu verteilen, ermutigten ihr armes Opfer so zur Gegenwehr, ließen ihn aber dann ihre eindeutige Überlegenheit spüren.

In München wird man den insgesamt lockeren 5:2-Heimsieg von Real Madrid über APOEL Nikosia sicher aufmerksam verfolgt haben. Entscheidend neue Erkenntnisse für das am 17. April in der Allianz Arena stattfindende Champions League-Halbfinal-Hinspiel gegen die Königlichen haben die Bayern aus der Partie jedoch wohl kaum ziehen können. Dazu war der Klassenunterschied trotz einer kleinen Real-Schwächephase zwischen den beiden Teams einfach zu deutlich, die Partie viel zu einseitig.

APOEL wirkte gegen Real in etwa so bedauernswert wie der kleine dicke Junge, der in der großen Pause von den großen Jungs über den Schulhof gejagt wird und Glück hat, dass die Rowdies sich damit begnügten, ihm nur mit ab und zu einem Klaps, aber keine richtige Abreibung zu verpassen und ihn gelangweilt sogar noch einmal zurückschlagen lassen, ehe sie ihn rechtzeitig vor der Klingeln zur nächsten Stunde dann doch seine Unterlegenheit spüren lassen.

Die Real-Klapse teilten Cristiano Ronaldo (26.) und Kaka (36.) aus, ehe Gustavo Manduca (66.) zurückschlug und erneut Ronaldo (76.) und José Callejon (80.) die Kräfteverhältnisse wieder grade rückten. Nach einem Foulelfmeter durfte dann noch einmal Nikosia Esteban Solari (81.) jubeln, ehe Angel de Maria (82.) den 5:2-Endstand markierte.

Aber nicht nur aus Reals Spielweise, auch in Sachen Aufstellung wird Jupp Heynckes kaum Schlüsse ziehen könne, hatte José Mourinho sein Team im Vergleich zum Hinspiel gleich auf fünf Positionen verändert, so zum Beispiel Mesut Özil und Karim Benzema eine Verschnaufpause gegönnt und den von einem Infekt geschwächten Sami Khedira ersetzt, doch mit Kaka, Cristiano Ronaldo und Gonzalo Higuain eine namhafte und wahrlich königliche Angriffsreihe aufgeboten, die sich dann nach Herzenslust austoben sollte.

Real drückend überlegen

Real dominierte mit knapp 80 Prozent Ballbesitz, schnürte Nikosia in der eigenen Hälfte ein, hatte trotz zahlreicher guter Chancen aber zunächst Mühe im Abschluss. Higuain köpfte vorbei, Ronaldo scheiterte an APOELs Keeper Urko Rafael Pardo, ein Schuss von Hamit Altintop wurde abgeblockt. Als nach zwanzig torlosen Minuten das ungeduldige Madrider Publikum schon zu pfeifen begonnen hatte, brach der Bann. Marcelo, über den viel lief, hatte von links geflankt, Higuain verpasste, doch Ronaldo netzte am zweiten Pfosten lauernd zum 1:0 ein.

Real gönnte Nikosia immerhin den allerersten – Hin- und Rückspiel zusammengenommen – Torschuss, setzte dann aber das Katz und Maus-Spiel mit den Zyprern fort. Kaka hatte sich offenbar in den rechten oberen Torwinkel verliebt. Viermal erkor er ihn vor der Pause zum Ziel seiner Schlenzer, einmal hatte er damit Erfolg und zirkelte den Ball zur 2:0-Halbzeitführung in die Maschen.

Nikosias Abwehrchef spielt ohne Zähne weiter

Nach dem Seitenwechsel schaltete Real dann merklich zurück, dominierte zwar weiter die Partie, präsentierte sich aber im Spiel nach vorne zunächst zahnlos. Apropos, Nikosias Abwehrchef büßte bei einem bösen Zusammenstoß mit einem Mitspieler nach einer Rettungstat gegen Ronaldo mehrere Zähne ein, zog sich vor den Augen seiner kopfschüttelnden Betreuer noch einen weiteren und schleuderte ihn auf den Rasen, ehe er weiterspielte.

Nikosia bäumt sich auf, aber Real schlägt zu

Und auf einmal zeigten seine Mitspieler noch einmal Biss. Real hatte nach der einseitigen ersten Hälfte wohl nicht mehr mit Gegenwehr gerechnet und wurde überrascht, denn Nikosia verkürzte. Ailton hatte Manduca bedient, der Altintop weglief und Iker Cassilas zum 1:2 überwand. Doch dem Aufbegehren des Underdogs setzte Ronaldo mit einem wunderschönen Freistoß aus halblinker Position in den Torwinkel ein jähes Ende und rückte die Verhältnisse wieder grade, ehe der eingewechselte Callejon sogar noch auf 4:1 erhöhte.

Ein unnötiger von Altintop verursachter Foulelfmeter brachte Nikosia dann noch einmal durch Solari auf 2:4 heran, doch der eingewechselte de Maria schloss quasi im Gegenzug ein Solo mit einem schönen Lupfer über Pardo zum 5:2 ab.

Malte Asmus 

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