HOME

Champions League: Stinkefinger-Eklat überschattet HSV-Sieg

Im letzten Spiel hat es doch noch geklappt. Dank einer tollen kämpferischen Leistung hat der HSV sein letztes Spiel in der Champions League gegen ZSKA Moskau gewonnen. Überschattet wurde der Sieg von unfassbaren Ausrastern eines HSV-Profis.

Mit dem letzten Aufgebot und in Unterzahl hat der Hamburger SV seine Pleitenserie in der Champions League beendet und gegen ZSKA Moskau den ersten Heimsieg seit 241 Tagen gefeiert. Durch Treffer von Rafael van der Vaart (84.) und Boubacar Sanogo (90.) gewann der HSV am Mittwoch vor 50.000 Zuschauern in der AOL-Arena gegen den russischen Meister verdient mit 3:2 (1:1) und verabschiedete sich mit Anstand von der europäischen Fußball-Bühne.

Zugleich gab der zweite Sieg im 24. Pflichtspiel der Saison Selbstvertrauen für den Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga. Besart Berisha (28.) war das 1:1 für den HSV gelungen. Ivica Olic (23./Foulelfmeter) und Juri Schirkow (65.) trafen für den russischen Meister, der als Dritter der Gruppe G im kommenden Jahr im Uefa-Pokal weiterspielt.

Atouba sieht "Rot"

Einen Bärendienst erwies seiner Mannschaft Thimothee Atouba. Der Kameruner, der schon den Elfmeter zum 0:1 verursacht hatte, zeigte den pfeifenden Zuschauern bei seiner Auswechslung (68.) mehrfach den Stinkefinger und erhielt vom italienischen Schiedsrichter Farina wegen Unsportlichkeit die Rote Karte.

Nach Wochen dürftiger Darbietungen spielte der HSV gegen Moskau 45 Minuten lang wie befreit auf und lieferte eine seiner besten Leistungen in dieser Saison ab. Dabei waren die Voraussetzungen dafür im "Spiel der Ehre" (Thomas Doll) alles andere als günstig gewesen. Angesichts von sieben verletzten Spielern hatte der HSV-Coach gegen ZSKA sein letztes Aufgebot und in Alexander Laas und Berisha gleich zwei Akteure mit wenig Wettkampf-Praxis auf den Rasen geschickt.

Berishas gute Leistung wird belohnt

Vor allem der gebürtige Albaner Berisha zählte mit seinem Einsatzwillen und Tordrang zu den Aktivposten in einer Hamburger Mannschaft, die sich mit großem Engagement bemühte, die Enttäuschungen der jüngsten Vergangenheit vergessen zu machen. Vier Tage nach seinem Platzverweis in Bochum war Rafael van der Vaart sichtlich um Wiedergutmachung bemüht. Der Niederländer war ständig in Bewegung und strahlte endlich auch wieder Torgefahr aus. Mit einem Reflex verhinderte ZSKA-Schlussmann Igor Akinfejew (43.) einen Treffer des Spielmachers.

Nachdem erste Chancen durch Distanzschüsse von Piotr Trochowski (8.) und Laas (15.) nichts eingebracht hatten, geriet der HSV durch einen Schnitzer des einmal mehr unsicheren Atouba in Rückstand. Der Abwehrspieler ließ im Strafraum gegen Milos Krasic das Bein stehen und Olic nutzte die Möglichkeit vom Elfmeterpunkt eiskalt. Doch die Hanseaten reagierten keineswegs geschockt und brachten die Fans mit couragiertem Offensiv-Fußball rasch wieder hinter sich. Nur fünf Minuten nach dem 0:1 wurden die Bemühungen mit dem Ausgleich belohnt, als Berisha einen Eckball von Trochowski aus kurzer Entfernung über die Linie drückte. Davor hatte Akinfejew einen Freistoß von Danijel Ljuboja (27.) nur mit größter Mühe um den Pfosten lenken können.

Im zweiten Durchgang gaben die Moskauer, die sich mit einem einwöchigen Trainingslager in Malaga auf die Partie eingestimmt hatten, den Ton an. Auch ohne den verletzt fehlenden Kapitän Sergej Ignaschewitsch und den früh angeschlagenen Brasilianer Dudu machte der Uefa-Cup-Sieger von 2005 in der Offensive mehr Druck. Die Gastgeber lauerten auf Konter und wären nach einer Stunde Spielzeit durch Ljuboja beinahe zum Erfolg gekommen. Doch Akinfejew meisterte den Drehschuss des Serben. Nur wenig später spazierte Zirkow an der gesamten HSV-Abwehr vorbei und schoss zum 1:2 ein.

Franko Koitzsch/DPA

Wissenscommunity