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Champions League: Werder unter Druck - Bayern ganz entspannt

Während die Grün-Weißen in der Königklasse bei Udinese Calcio unbedingt die ersten Punkte einfahren müssen, können die Bayern ihre Aufgabe gegen die "Alte Dame" Juventus Turin lockerer angehen.

Von Klaus Bellstedt

Nach dem turbulenten Bundesliga-Wochenende steht für die beiden Topklubs der Liga Werder Bremen und Bayern München am Dienstagabend ab 20.45 Uhr der dritte Champions-League-Spieltag auf dem Programm. Während die Norddeutschen beim italienischen Serie-A-Vertreter Udinese Calcio antreten müssen, empfängt der Rekordmeister im Alpen-Duell das Starensemble von Juventus Turin.

Anders als in der Bundesliga, in der die Grün-Weißen seit kurzem wieder von der Tabellenspitze grüßen, steht Werder in der Königsklasse vor dem Spiel im Stadion Friuli am Stadtrand von Udine brutal unter Druck. Nach den Niederlagen zum Auftakt der neuen Champions-League-Saison gegen den FC Barcelona sowie bei Panathinaikos Athen braucht das Team von Cheftrainer Thomas Schaaf unbedingt ein Erfolgserlebnis, um sich nicht schon zum jetzigen Zeitpunkt vom ausgegeben Ziel 'Achtelfinal-Einzug' zu verabschieden. "Wenn wir in Italien verlieren, hat das weit reichende Konsequenzen. Es würde für uns immer schwieriger werden, sich für das Achtelfinale zu qualifizieren", so der Coach des Ex-Meisters, der in der letzten Saison den Sprung unter die besten 16 europäischen Mannschaften schaffte, dort dann aber an Olympique Lyon scheiterte.

Valdez' Einsatz als gutes Omen

Die Zielvorgabe ist also klar: Gegen die konterstarken Italiener muss mindestens ein Punkt her, noch besser wäre allerdings ein Sieg. Einem Werder-Spieler kommt im Kampf um die fast schon letzte Chance in der Königklasse eine entscheidende Rolle zu: Nelson Haedo Valdez. Der Edeljoker wird für den gesperrten Ivan Klasnic den Platz im Sturm neben dem Toptorschützen der Bundesliga, Miroslav Klose, einnehmen. Der K&K-Sturm ist vorübergehend also gesprengt, aber der torhungrige Valdez hat schon bewiesen, dass der Trainer in K.o.-Spielen auf ihn zählen kann. Im letzten Jahr sicherte der Paraguayer den Bremern mit seinen Toren beim 2:0-Sieg im Estadio Mestalla von Valencia das Weiterkommen.

Während Werder also mit dem Rücken zur Wand steht, ist die Ausgangslage für die Münchener Bayern in Gruppe A vor ihrem Match gegen die "alte Dame" Juventus Turin eine gänzlich andere. Mit einer weißen Weste geht die Mannschaft von Trainer Felix Magath in die Partie, genauso wie der italienische Meister. Auch Juve hielt sich in den ersten beiden Runden schadlos und die Wahrscheinlichkeit, dass das auch nach ihrem Spiel in der Allianz-Arena so bleibt, ist groß. Seit mehr als 15 Jahren warten die Bayern auf einen Sieg über eine italienische Mannschaft im wichtigsten europäischen Club-Wettbewerb. Kapitän Oliver Kahn stellte daher klar: "Das wird schwierig, keine Frage, aber wir sind der FC Bayern. Gegen Juve wollen wir uns Punkte zurückholen, die wir im letzten Jahr versäumt haben." Damals hatten die Bayern gegen die "Vecchia Signora" zwei Mal mit 0:1 das Nachsehen.

Makaay unter Druck

Das erste von zwei Duellen mit Juventus Turin binnen 15 Tagen könnte schon der entscheidende Wegweiser sein, welcher der beiden noch ungeschlagenen Vereine den Gruppensieg landen kann. "Es geht nicht nur ums Weiterkommen, sondern auch um die Tabellenführung und eine bessere Ausgangsposition für die nächste Runde", sagte Felix Magath. Bei der angestrebten Revanche setzt der Trainer vor allem auf den wieder genesenen Michael Ballack. "Ich hoffe, dass er gegen Turin wieder der ist, der die Mannschaft führt." Gegen den in dieser Saison auch auf nationaler Ebene noch ungeschlagenen italienischen Rekordmeister wird es aber nicht nur auf Michael Ballack ankommen. Im Fokus steht vor allem auch Roy Makaay. Der niederländische Stürmer steckt derzeit in einer Schaffenskrise. Makaay traf zuletzt am 27. August beim 3:0 über Hertha BSC Berlin. Für die Münchener bleibt nur zu hoffen, dass der Angreifer möglichst schon im ersten Champions-League-Aufeinandertreffen dieser Saison mit Juventus Turin, das für sie zur Nagelprobe der internationalen Leistungsfähigkeit wird, wieder trifft.

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