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Christoph-Daum-Show: Der "Messias" ist zurück

Christop Daum steht wieder auf der deutschen Fußball-Bühne. Sechs Jahre nach der Kokain-Affäre hat der Trainer am Montag seinen Dienst beim 1. FC Köln angetreten - mit viel Brimborium und einem emotionalen Bekenntnis.

Der 1. FC Köln spielt zwar nur in der zweiten Liga, steht aber dank Christoph Daum in der öffentlichen Wahrnehmung auf Champions-League-Niveau. Sechs Jahre nach seinem spektakulären Abgang kehrte der Fußball-Lehrer ähnlich medienwirksam auf die nationale Fußball-Bühne zurück - mit einem emotionalen Bekenntnis. Begleitet von zahlreichen Kameras nahm er am Montag offiziell seine Arbeit beim Tabellen-Achten auf. Er räumte der Arbeit mit der Mannschaft Priorität ein: "Ich stelle mich nicht auf den Feldherrenhügel, sondern bin Teamarbeiter. Fußball ist kein Hokuspokus, sondern ein seriöses Geschäft."

Mit dem Amtsantritt von Daum wächst in Köln der Glaube an eine Zeitenwende. Nach mäßigem Saisonstart liegt der Bundesliga-Absteiger zwar bereits sechs Punkte von einem Aufstiegsplatz entfernt, wähnt sich aber nach der Unterschrift von Daum unter einen Vertrag bis 2010 auf dem rechten Weg. Voller Zuversicht führte Manager Michael Meier den Nachfolger von Hanspeter Latour in sein neues Amt ein. "Wir haben ihn nicht nur wegen seiner Magie, sondern auch wegen seiner Fähigkeiten eingestellt. Er wird es schon hinbekommen."

Rücklagen aus dem Podolski-Transfer

Schon der 2:1-Erfolg seiner neuen Mannschaft am Sonntag bei der SpVgg Greuther Fürth, den Daum nur auf Tribüne miterlebte, wurde dem Hoffnungsträger gutgeschrieben. Es war der erste Sieg der Kölner nach zuvor acht erfolglosen Partien. Doch der Hype um seine Person geht offenbar selbst dem als Medienmenschen bekannten Coach mittlerweile zu weit. "Mir ist klar, solche Begleiterscheinungen gehören zum Entertainment-Bereich im Sport. Aber nun stellen wir Arbeit und Mannschaft in den Mittelpunkt."

Wohlweislich verzichtete Daum auf große Versprechungen: "Mein Credo lautet: mehr Halten als versprechen." Bis zur Winterpause gibt er seinen Profis die Chance, sich für weitere Aufgaben zu empfehlen. Bleibt der erhoffte Aufwärtstrend aus, wird der FC auf dem Transfermarkt aktiv. "Es geht um ein Investment mit kalkulierbarem Risiko. Die finanzielle Situation beim FC ist gut. Es sind noch Rücklagen aus dem Podolski-Transfer vorhanden", sagte Daum.

"Jederzeit in der Lage, in Deutschland zu arbeiten"

Wenige Stunden vor seinem ersten öffentlichen Training im RheinEnergieStadion erläuterte Daum nochmals die Gründe für den Sinneswandel zu Gunsten seines ehemaligen Vereins, dessen Angebot er nach einer Halsoperation aus gesundheitlichen Gründen zunächst abgelehnt hatte: "Nach der Absage war bei uns zu Hause Totentanz. Da habe ich eine Pro- und Contra-Liste erstellt. Sie wurde immer länger. Aber am Ende entscheidend auch bei solchen Listen immer das Herz, das ist wie in der Liebe", begründete Daum bei seiner Vorstellung das überraschende Engagement beim abgestürzten Traditionsklub in der Zweiten Liga.

Trotz seiner Vita befürchtet er keine Nachteile. Sechs Jahre nach seiner positiven Haarprobe in der Kokain-Affäre und seiner Flucht nach Amerika mag er über dieses Thema nicht mehr reden. Ob der deutsche Fußball wieder bereit sei, ihn aufzunehmen, wurde der Rückkehrer am Montag gefragt. "Die Richtung dieser Frage ist tendenziös. Ich habe mich jederzeit in der Lage gesehen, wieder in Deutschland zu arbeiten", antwortete Daum.

DPA

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