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David Beckham: England liegt "Becks" zu Füßen

Es war die Wiedergeburt des David Beckham: Beim 3:0-Auswärtserfolg der "Three Lions" in Estland avancierte "Becks" zum Matchwinner. Ausgerechnet jetzt wechselt der lang ausgemusterte Superstar in die Operettenliga nach Nordamerika - das könnte ihn die EM-Teilnahme kosten. Beckham soll den Wechsel längst bereuen.

Es war sein Spiel: Im wichtigen EM-Qualifikationsspiel gegen Estland steuerte David Beckham zwei Torvorlagen bei Englands 3:0-Auswärtserfolg bei und lieferte auch sonst eine blitzsaubere Leistung ab. Der ein Jahr lang nicht berücksichtigte Star von Real Madrid rettete Trainer Steve McClaren damit vorerst den Job. "Meisterklasse", jubelte die "Daily Mail" am Donnerstag und der "Daily Mirror" schrieb: "Jetzt kann McClaren 'Goldenball' nicht mehr draußen lassen." Rückkehrer Beckham bereitete nach dem 1:0 durch Joe Cole (37.) die folgenden Tore durch Peter Crouch (54.) und Michael Owen (62.) mit zentimetergenauen Flanken vor und sorgte damit für berechtigte Hoffnungen der 'Three Lions' auf die Teilnahme an der EM 2008. "War ich auf Probe? Da bin ich nicht so sicher", sagte der 32-Jährige selbstbewusst nach seinem 96. Länderspiel und formulierte klar seine Ziele: "Ich wäre sehr gerne weiter im Team, und Steve hat mir zugesichert, dass ich meinen Platz behalte, wenn ich weiter so spiele."

Trainer Steve McClaren weigert sich jedoch, dem 32-Jährigen, der im Sommer von Real Madrid zu Los Angeles Galaxy wechselt, einen Freifahrtschein im Nationalteam zu versprechen. Der Coach fürchtet, dass Beckham nicht fit genug sein könnte, wenn er in der als "Operettenliga" verschrienen US Soccer League aufläuft und zur Anreise zu den Länderspielen zwölfstündige Flüge auf sich nehmen muss. "Heute ist L.A. kein Thema. Wir werden das bei gegebener Zeit besprechen", blockte McClaren hartnäckig jede Frage zu Beckhams Zukunft ab: "Bis zum nächsten Spiel im August ist es noch eine lange Zeit."

"Noch viele Jahre auf diesem Level"

Aus Beckhams Umfeld ist zu hören, dass der frühere Kapitän seine Entscheidung, nach Los Angeles zu wechseln, schon längst bereut. "Wenn er im Januar, als er die Entscheidung traf, gewusst hätte, dass er wieder ins Nationalteam zurückkehrt, wäre er nie und nimmer nach L.A. gegangen", glaubt auch der frühere Liverpooler Fußball-Profi und heutige TV-Kommentator Alan Hansen.

"Ich hoffe, dass der Wechsel nach Los Angeles meine Chancen, für England berufen zu werden, nicht beeinträchtigt", sagte Beckham. Bedenken, dass er dann nicht mehr auf höchstem Niveau spielen könnte, wies der 96fache Nationalspieler zurück: "Ich glaube, dass ich noch viele, viele Jahre auf diesem Level spielen kann." Er sei überzeugt, dass sein zukünftiger Arbeitgeber "alles tun wird, mir dabei zu helfen, für England zu spielen".

Bei dem Hype um Beckham ging das Comeback von Owen in Tallin fast unter. Der Stürmer erzielte sein erstes Tor seit über einem Jahr. Nach seiner Verletzung während der WM hatte er zehn Monate pausieren müssen. Für Owen war es der 23. Länderspiel-Treffer in einem Pflichtspiel. Damit übertraf der 27-Jährige die Bestmarke seines einstigen Idols Gary Lineker.

DPA/kbe

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