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Länderspiel-Eklat: Nach Sieg-Heil-Rufen - deutliches Statement des DFB an die Nazis von Prag

Deutsche Zuschauer sorgen beim Länderspiel gegen Tschechien in Prag für einen Skandal. Nazi-Sprechchöre und Schmähgesänge gegen den DFB verärgern die Mannschaft, Fans und DFB-Führung. Präsident Reinhard Grindel stellt auf Facebook klar: "Wir sind nicht Eure Mannschaft".

Mats Hummels köpfte den Siegtreffer für die DFB-Elf - doch das Verhalten einiger "Fans" erzürnte den Bayern-Star

Die DFB-Stars waren nach dem Spiel einer Meinung - Mats Hummels sprach es aus: "Das sind keine Fans". Mehrere Spieler, unter anderem Julian Brandt, berichteten von "Gesängen mit nationalsozialistichem Hintergrund". Das DFB-Team beschloss gemeinsam, alle Fans nach dem 2:1-Sieg gegen Tschechien zu ignorieren und sich nicht in der Fankurve für die Unterstützung zu bedanken. Der DFB hat nun ebenfalls darauf reagiert - und sowohl das Verhalten der Zuschauer verurteilt als auch die Spieler für ihre Reaktion gelobt. 

DFB-Präsident Reinhard Grindel veröffentlichte eine Stellungnahme auf Facebook. Er schrieb: "Wir können stolz sein auf das DFB-Team (Die Mannschaft). Und damit meine ich diesmal nicht, dass wir nach dem – letztlich auch recht glücklichen – Sieg gegen die Tschechische Republik im sportlichen Bereich weiterhin eine weiße Weste in der WM-Qualifikation haben. Ich meine damit das feine Gespür, das die Mannschaft gestern Abend bewies." Grindel fuhr fort: "Das ist ein klares Signal, das die Mannschaft da ausgesendet hat: "Ihr seid nicht unsere Fans. Ihr seid Krawallmacher. Ihr habt im Stadion nichts verloren. Ihr missbraucht die Bühne des Fußballs. Wir sind nicht Eure Mannschaft."

"Müssen uns diesen Krawallmachern entgegenstellen"

Im ARD-Hörfunk sprach Grindel von Hooligans und Rechtsextremisten, die gegen den Deutschen Fußball-Bund und unter anderem auch gegen Torschütze Timo Werner gepöbelt hatten. Allerdings habe es sich nur um eine ganz kleine Gruppe gehandelt, die zum Teil "auch durch einen Sturm ohne Karten" ins Stadion gelangt sei.

Man wisse die Unterstützung der friedlichen Zuschauer, bei denen es auch Empörung gegeben habe, zu schätzen. "Aber wir werden niemals faschistische, rassistische, beleidigende oder homophobe Schlachtrufe dulden. Gemeinsam - als Mannschaft, Fans und DFB - müssen wir uns diesen Krawallmachern entgegenstellen", schrieb Grindel.


feh / DPA

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