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DFB-Pokal-Finale: Bayern lästern über Ailton

Schalkes Torjäger Ailton bleibt auch kurz vor dem Pokalfinale zwischen Bayern München und Schalke 04 ein brisantes Thema. Doch bei den beiden Clubs setzt sich nach gegenseitigen Sticheleien die Vorfreude auf das Top-Ereignis durch.

"Das wird ein Highlight. Beide Mannschaften haben ihre Ziele erreicht und können befreit aufspielen. Ich freue mich auf die Partie", sagte Bayern- Manager Uli Hoeneß vor dem Abflug nach Berlin, wo das 62. DFB-Pokalfinale steigt.

"Undenkbar ist nichts"

"Ich erwarte ein hartes und emotionales Spiel" meinte Hoeneß in Anspielung auf die große Rivalität zwischen Meister Bayern und Vizemeister Schalke. Dass der Revierclub die Münchner in beiden Bundesliga-Duellen der abgelaufenen Saison mit 1:0 besiegt hat, wurmt den Rekordtitelträger noch immer. Doch während Hoeneß vor Tagen noch getönt hatte, Schalke könne die Bayern nicht drei Mal in einer Spielzeit bezwingen, sagte er nun: "Undenkbar ist nichts".

Auch Trainer Felix Magath wollte nicht weiteres Öl ins Feuer gießen, äußerte sich über die Form der eigenen Elf zuversichtlich, zum Gegner moderat: "Es hat keiner vom FC Bayern gesagt, dass Schalke ein Popel-Club ist. Das hat Rudi Assauer gesagt." Der Meistercoach kann seine beste Formation ins Rennen schicken und zeigt trotzdem Respekt: "Schalke wird besser spielen als in den letzten Wochen. Auch bei ihnen ist der Druck weg." Nicht mit nach Berlin reiste nur der bald für Hannover 96 stürmende Vahid Hashemian. Er erhielt die Freigabe für die WM-Qualifikationsspiele Irans.

Das letzte Mal im Bayern-Trikot

Nicht nur für Robert Kovac ist der Auftritt im Olympiastadion der letzte im Bayern-Trikot. Der Brasilianer Zé Roberto bestätigte, dass er den Club am Saisonende verlassen und nach Spanien oder Italien wechseln wird. "Ich will mich auf jeden Fall mit einem Sieg verabschieden", kündigte Zé Roberto an.

Sein Landsmann Ailton sorgt bereits seit Wochen beim Gegner aus Gelsenkirchen für Gesprächsstoff. Teammanager Andreas Müller stärkte dem umstrittenen Star am Donnerstag den Rücken. "Ich mache das Spielchen nicht mit, dass wir Ailton an den Pranger stellen. Sicher hat er Fehler gemacht. Aber: Er hat für uns als Stürmer eine Qualität, die nicht leicht zu ersetzen ist. Deshalb dürfen wir ihn jetzt nicht zum Fraß vorwerfen", sagte Müller dem "Kicker".

Sorgenkind Ailton

Eine Trennung schloss Müller zwar nicht aus, doch erscheint sie wenig wahrscheinlich. "Wir wussten alle, dass Ailton nicht pflegeleicht ist. Er hat seine Leistung gebracht. Er hat 14 Bundesligatore geschossen, mehr als alle anderen. Darunter viele wichtige, die uns in die Champions League und ins Pokalendspiel gebracht haben. Deshalb bin ich zufrieden." Einen ablösefreien Wechsel werde es nicht geben. "Wir geben Ailton nur ab, wenn er kommt und sagt, dass es keinen Sinn mehr macht. Dann müssen wir wie bei Mpenza handeln." Es bringe nichts, jemanden zu halten, der nicht bleiben wolle: "Aber Ailton hat uns das nicht gesagt."

Bayern-Kapitän Oliver Kahn warnt nach der etwas verspäteten Ankunft in Berlin: "Im Finale haben Dinge aus der Vergangenheit keine Relevanz. Da können auch Spieler, die Probleme hatten, sofort wieder die Helden sein." Ohnehin würde sich der FC Bayern vor allem mit sich selbst und "so wenig wie möglich mit dem Gegner" beschäftigen, ergänzte Roy Makaay. "Ob er ein Problem hat poder nicht, das ist ein Spiel, was nichts mit der Bundesliga oder einem anderen Wettbewerb zu tun hat», sagte der Niederländer zum Thema Ailton.

Die Showtime ist vorbei

Einige Kollegen von Kahn hatten allerdings Richtung Ailton weiter gelästert. So sagte Willy Sagnol: "Für uns wäre es besser, wenn er spielt - er rennt nicht viel." Ailton gibt sich geläutert: "Showtime ist vorbei. Ich konzentriere mich nur noch auf Fußball." Gelassen und selbstbewusst zeigt sich auch Torhüter Frank Rost: "Vom Erzählen wurde noch kein Fußballspiel gewonnen."

Ulli Brünger und Klaus Bergmann/DPA / DPA

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