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Diskussion um WM-Titel: Was Bierhoff eigentlich sagen wollte ...

Olli Bierhoff hat den WM-Titel bereits abgehakt. DFB-Chef Niersbach hätte ihn dagegen schon ganz gern - will aber keinen Druck auf das Team ausüben. Das spielt gegen Kasachstan wieder ohne Stürmer.

So schnell möchte er die lang ersehnte WM-Krone dann doch nicht aufgeben: DFB-Präsident Wolfgang Niersbach zählt die deutsche Fußballnationalmannschaft trotz der skeptischen Aussagen von Manager Oliver Bierhoff weiter zum engsten Favoritenkreis bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. "Was Oliver Bierhoff sagen wollte, ist die Tatsache, dass noch nie eine Mannschaft aus Europa in Südamerika den Titel geholt hat. Und das ist ein Fakt", sagte Niersbach bei der Verleihung des DFB-Intergrationspreises am Montagabend in Herzogenaurach.

Bierhoff hatte am Sonntag mit seiner Aussage für Aufsehen gesorgt, dass ein Titelgewinn angesichts der schwierigen Logistik in Brasilien und der Turnier-Historie "eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit" sei. "Das Schöne am Fußball ist, dass scheinbar offenbar eigentlich unmögliche Dinge möglich gemacht werden können. Unsere Prognose bleibt. Wir werden uns qualifizieren und wollen zu den Titelfavoriten gehören", sagte Niersbach.

Der DFB-Chef betonte zugleich, auf Löw keinen Titeldruck ausüben zu wollen. Bierhoff erläuterte bei der DFB-Veranstaltung nochmals seine Aussage: "Die WM wird ein ganz dicker Brocken, und es war mir wichtig, darauf hinzuweisen, dass die WM kein Selbstläufer ist."

Gomez und Höwedes abgereist

Zunächst muss die Nationalelf ohnehin die Qualifikation für das Weltturnier schaffen. Und wird das in ihrem Qualifikationsmatch gegen Kasachstan wie im Hinspiel ohne echten Stürmer tun: Denn Bayern-Stürmer Mario Gomez ist angeschlagen und bereits aus dem Teamquartier in Herzogenaurach abgereist. Das gilt auch für Benedikt Höwedes von Schalke 04. Die Personaldecke für den Bundestrainer ist damit nochmals dünner geworden. Löw stehen in der ausverkauften Nürnberger Arena nur noch 16 Feldspieler und drei Torhüter zur Verfügung. Laut bild.de wird der Münchner Jerome Boateng als Ersatz für Höwedes in der Innenverteidigung auflaufen.

Über Stockholm nach Brasilien

Unterdessen hat der DFB den Fahrplan der Nationalelf für die Zeit bis zur WM weitegehend festgezurrt. Noch vor der Sommerpause geht es zu zwei Testpartien in die USA. Am 29. Mai ist Ecuador in Boca Raton der Gegner, am 2. Juni kommt es in Washington zum Duell mit dem von Jürgen Klinsmann trainierten US-Team. Beim Confederations Cup (15.-30. Juni), für den sich Deutschland nicht qualifizieren konnte, will Bundestrainer Joachim Löw für einige Tage die Bedingungen im WM-Gastgeberland inspizieren und auf Quartiersuche für 2014 gehen.

Nach der Sommerpause beginnt die WM-Saison am 14. August mit einem Test gegen Paraguay in Kaiserslautern. Es folgt der Endspurt in der WM-Qualifikation mit Partien unter anderem gegen Österreich (6. September/München) und Schweden (15. Oktober/Stockholm). Bei direkter Qualifikation warten Mitte November zwei richtig dicke Brocken auf das Team von Löw: England und Italien.

be/DPA / DPA

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