Griechenland - Spanien Spanien siegt in letzter Minute


Europameister Griechenland hat sich mit einer guten Leistung aus dem Turnier verabschiedet. Zu einem Sieg reichte es trotzdem nicht: Spanien drehte einen 0:1-Rückstand noch um - der Siegtreffer fiel in der letzten Minute.

Otto Rehhagels entthronte Champions gehen als schwächstes Team in die Geschichte der Fußball-Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz ein. Zum Vorrunden-Abschluss mussten sich die vorzeitig gescheiterten Hellenen am Mittwochabend in Salzburg dem schon als Viertelfinalisten feststehenden Team aus Spanien 1:2 (1:0) geschlagen geben und sind damit seit Einführung der 16er-Endrunde im Jahr 1996 der erste EM-Titelverteidiger, der ohne Punktgewinn nach Hause reisen muss.

Vor 28.000 Zuschauern erzielten Rubén de la Red (61. Minute) und Daniel Güiza (88.) die Tore für die zweite Garde der Iberer, die erstmals mit drei Siegen in eine EM gestartet sind und in der Runde der letzten Acht nun am Sonntag in Wien Weltmeister Italien herausfordern. Angelos Charisteas (42.) hatte die alles in allem enttäuschenden Griechen vor der Pause in Führung gebracht.

"Ordentlich verabschiedet"

"Ich habe von meiner Mannschaft gefordert, dass sie sich ordentlich von dieser EM verabschiedet. Das hat sie getan", sagte Rehhagel ungeachtet der dritten Niederlage. Und befand: "In den entscheidenden Situationen haben wir heute nicht das nötige Glück gehabt. Meine Spieler haben gut und engagiert gespielt, aber die leichtfüßigen Spanier waren im entscheidenden Moment cleverer."

Spaniens Coach Luis Aragonés konnte es sich dank der vorzeitig feststehenden Gruppensieges den Luxus erlauben, mit Ausnahme von Andrés Iniesta eine komplett neue Startelf aufzubieten und seine Stars für den Schlager gegen die "Squadra Azzurra" zu schonen. Das blieb nicht ohne Folgen, denn vom begeisternden Spiel bei den Siegen über Russland und Schweden war diesmal nicht viel zu sehen. So dauerte es gegen die ohne die verletzten Theofanis Gekas, Giourkas Seitaridis, Vassilios Torosidis und Christos Patsatzoglou, aber mit Regisseur Georgios Karagounis angetretenen Hellenen lange (21.), ehe Fabregas erstmals Gefahr andeutete vor dem Tor von Antonios Nikopolidis in dessen 90. und letzten Länderspiel.

Charisteas stellt den Spielverlauf auf den Kopf

Fünf Minuten später hatte der diesmal als Kapitän eingesetzte Routinier dann Glück, als Xabi Alonso von der Mittellinie abzog, der Schuss aber über den zu weit vor seinem Kasten stehenden Keeper und auch dessen Tor flog. Auch ein Alonso-Freistoß (38.) fand nicht den Weg ins Ziel. Während beim Sieger der Gruppe D der Ball besser lief und auch das Bemühen um einen Torerfolg erkennbar war, knüpfte Rehhagels Truppe nahtlos an ihre bisherigen schwachen EM-Auftritte an - und nutzte doch ihre erste Chance zur unerwarteten Führung. Das 19. Länderspiel-Tor des Nürnbergers Charisteas per Kopf nach Karagounis' Freistoß stellte den Spielverlauf vor der Pause auf den Kopf.

Nach dem Wiederanpfiff wurde die Begegnung offener. Die Griechen lauerten auf Konter, die Spanier kämpften vehement um den Ausgleich. Ihrem starken Kapitän Xabi Alonso blieb auch im dritten guten Versuch ein Torerfolg versagt, denn sein strammer 25-Meter-Schuss sprang vom Innenpfosten ins Feld zurück (54.). Dafür war sieben Minuten später de la Red zur Stelle und markierte das hochverdiente 1:1.

Immerhin waren nun auch Charisteas & Co. verstärkt um den Sieg bemüht. Nach schöner Vorarbeit des Frankfurters Ioannis Amanatidis hätte der Nürnberger um ein Haar seinen zweiten Treffer angebracht, doch der Winkel war für ihn letztlich zu spitz geworden, so dass sein Schuss lediglich am Außenpfosten landete. Auf der Gegenseite hätten Güiza (73.) und Sergio Garcia (82.) den zweiten Treffer für den Favoriten erzielen können, doch auch sie hatten zunächst kein Schussglück. Güiza war dann kurz vor Schluss doch noch erfolgreich.

Robert Semmler/DPA


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