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EM 2012 auf Facebook: Die Typologie der Facebook-Kommentatoren

Was Olli Kahn und Mehmet Scholl machen, kann bei Facebook auch der gemeine Fußballanalytiker: jedes Spiel öffentlich kommentieren. Eine Typologisierung zu den EM-Kommentaren im sozialen Netzwerk.

In Zeiten sozialer Netzwerke und Smartphones spiegelt sich die Fußball-EM eindrucksvoll bei Facebook wider. Dort wird im Akkord geschrieben, verlinkt und geliked. Die Qualität und die Ausrichtung ist so variantenreich wie der Fußball selbst. Eine Typologie ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Der Plattitüden-Poster

Schreibt Sätze wie "Die Spanier kochen auch nur mit Wasser" oder "Das Runde muss ins Eckige" oder "Nach dem Spiel ist vor dem Spiel". Geht's noch?

Der Foto-Verlinker

Nimmt auf seinem Profil jeden Bilderwitz, jeden Cartoon zur EM mit. Egal, ob Angela Merkel gerade jubelt oder sich irgendein Blogger etwas 'Lustiges" zu Spieler, Fans und Trainern ausgedacht hat. Der Foto-Verlinker ist vom Humorgehalt seiner Bildschätze überzeugt.

Der Ego-Typ

Veröffentlicht am liebsten Fotos von sich in Fan-Klamotten beim Feiern. Schrecklich eitel.

Der Chronist

Erwähnt jedes geschossene Tor schneller, als der Schiedsrichter es pfeifen kann. Als ob irgendeiner der sich für Fußball interessiert, das Spiel nur bei Facebook verfolgt und auf den Eintrag des Chronisten warten würde. Lassen wir ihn in dem Glauben.

Der Hyper-Patriot

Bei ihm dreht sich alles nur um Deutschland, Deutschland und Deutschland.

Der Facebook-Feuilletonist

Zitiert gerne aus "11 Freunde" oder dessen Ticker schlaue Sätze zu den verschiedenen Partien. Zu Ukraine - Schweden etwa: "In dem einen Land gibt es jede Menge tolle Blondinen, dafür ist das Bier teuer. In dem anderen ist das Bier billig, aber Blondinen landen im Knast."

Der Meta-Kommentierer

Schreibt am liebsten nicht übers Spiel, sondern das mediale Drumherum, also über Tonpannen im TV, Live-Bilder, die gar keine sind und Versprecher der Kommentatoren.

Der Betrunkene

Alle Einträge lesen sich so, als wäre der Autor - hicks - nicht ganz nüchtern gewesen.

Der Facebook-"Hooligan"

Lässt außer seiner Meinung nix gelten und beschimpft alle anderen. Dem möchte man nicht live begegnen – und eigentlich auch nicht im Internet.

Der Frustrierte

Lädt spontan zum fußballfreien Grillen ein und wundert sich dann, wenn keiner zusagt, sondern stattdessen nur Absagen und ein „Fußball ist alles“-Kommentar des Plattitüden-Posters kommt.

Wer auch zur Riege der Facebook-EM-Kommentatoren dazustoßen möchte, macht dies am besten in der Fankurve von stern.de

juho/Christina Horsten, Gregor Tholl, DPA / DPA

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