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Die dunkle Seite des Fußballs Frauen bieten anderen Frauen via Twitter Unterschlupf an – zum Schutz vor deren Männern

Häusliche Gewalt nimmt nach Fußballniederlagen zu
"Nicht jeder freut sich auf das Spiel heute Abend", schrieb das "National Centre for Domestic Violence" vor dem EM-Finale
© Screenshot ncdv
Wenn die englische Nationalmannschaft Spiele verliert, steigen die Fälle häuslicher Gewalt. Das beweisen Statistiken. Nach dem verlorenen Finale haben nun Frauen via Twitter anderen Frauen Unterschlupf angeboten. 

Um 38 Prozent steigen die Fälle häuslicher Gewalt, wenn die britische Nationalmannschaft ein Spiel verliert. Die Wut über eine Niederlage der eigenen Mannschaft, gepaart mit Unmengen an Alkohol, führt zu Attacken gegen die eigenen Frauen und Kinder, so die Statistik des englischen "National Centre for Domestic Violence" (NCDV). 

"Wenn England geschlagen wird, wird sie es auch", steht auf einem beeindruckenden Poster, das die Organisation erstmals im Zuge der Weltmeisterschaft 2018 veröffentlichte. Und so war unter Engländern am Sonntagabend vermutlich nicht nur der Frust groß, weil das Team den Titel verpasste, sondern auch die Angst, die Folgen am eigenen Leib zu spüren. 

Auf Twitter ging noch während des Spiels ein Beitrag viral, der die Ausmaße anschaulich machte. "Alle Frauen im Osten Londons, die besorgt sind wegen häuslicher Gewalt: Schreibt mir eine Nachricht und wir geben dir ein Alibi, um nach dem Spiel bei uns zu bleiben. Wir haben natürlich nur begrenzten Platz, aber wenn andere Frauen ebenfalls sicheren Raum bieten können, bitte tut es", schrieb Nutzerin Kate Flood auf dem Kurznachrichtendienst.

"Wir kommen, treffen euch, beziehungsweise holen euch aus eurem Haus. Zu keinem Zeitpunkt müsst ihr allein sein. Wenn ihr Angst habt oder unsicher seid, bleiben wir bei euch bis ihr sicher seid", fuhr sie fort. Floods Tweet war da nur der Anfang. 

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Viel Zuspruch und Angebote an Frauen 

Innerhalb kurzer Zeit sammelten sich unter dem Beitrag Antworten von anderen Frauen, die möglichen Opfern Unterschlupf und Sicherheit anboten. Dabei teilten sie ihren Ort mit und öffneten ihre Postfächer für Anfragen. "Das ist ein unglaubliches Angebot für Frauen und Kinder von Frauen in ganz England heute Abend. Bewegend, aber so furchtbar, dass es nötig ist. Häusliche Gewalt nach dem Spiel ist sehr real", antwortete eine Userin. 

Der Originaltweet von Kate Flood wurde mehr als 10.000 geteilt und mehr als 20.000 Mal mit einem Herz versehen. 

Verwendete Quellen:"NCDV" / "abc.net"

ls

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