VG-Wort Pixel

Euro 2020 Warum wir jetzt vier Wochen lang das falsche EM-Datum lesen

Der offizielle Name der EM: Uefa Euro 2020
Der offizielle Name der EM: Uefa Euro 2020
© Stuart Franklin / Getty Images
Es geht los! Italien und die Türkei eröffnen an diesem Abend mit einem Jahr Verspätung die Fußball-EM 2021. Beziehungsweise EM 2020 – so steht es zumindest auf allen offiziellen Flächen. Was es damit auf sich hat.

Darauf haben die Fußball-Fans 364 Tage lang gewartet. Mit fast genau einem Jahr Verspätung wird in Rom die Fußball-EM angepfiffen. Die Türkei und Italien machen den Anfang beim ersten pan-europäischen Turnier, bei dem elf Länder jeweils einen Austragungsort stellen. Das Finale findet am 11. Juli im Londoner Wembleystadion statt.

Für leichte Verwirrung sorgt die Uefa allerdings bei der Namensgebung ihrer Veranstaltung: Während die meisten Fans und Medien von der EM 2021 sprechen und schreiben, wird überall in den Stadien sowie auf Tickets oder Fan-Artikeln weiterhin von der EM 2020 zu lesen sein.

EM 2020 statt 2021: Warum die Uefa am Namen festhält

Die Uefa erklärte, dass man an der ursprünglichen Bezeichnung festhalten wollen, weil das Turnier mit diesem Namen im Zeichen des 60-jährigen Bestehens (1960-2020) der Europameisterschaft stünde.

In der offiziellen Erklärung des Verbandes heißt es mit reichlich Pathos weiter: "Zudem wird der Name dann für immer als Erinnerung an die geschlossene Reaktion der Fußballfamilie auf die außerordentlichen Umstände der COVID-19-Pandemie und die schwierige Situation, mit der Europa und die Welt im Jahr 2020 konfrontiert waren, dienen."

Wer davon noch nicht überzeugt oder gar ergriffen ist, kann sich vielleicht mit diesem schnöden wirtschaftlichen, Verzeihung: ökologischen Aspekt zufriedengeben: Zum Zeitpunkt der Verschiebung seien bereits erhebliche Mengen an Fanartikeln und Werbemitteln produziert gewesen (sowie zahlreiche Verträge mit Großsponsoren geschlossen worden) – allesamt unter der Bezeichnung "Uefa Euro 2020".

Laut eigener Auskunft sorgt sich der europäische Fußballverband also auch um die Umwelt – was zwar nicht zum Überdenken eines Austragungsmodus in zig Ländern von Aserbaidschan bis Dänemark geführt hat, aber immerhin zur Wahrung des offiziellen Namens, denn: "Diese Entscheidung trägt ferner der Selbstverpflichtung der Uefa Rechnung, ein nachhaltiges Turnier zu veranstalten, indem nicht zusätzlicher Abfall produziert wird."

tim mit DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker