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EM 2021 im stern-Check Schick gelingt Traumtor, ein Keeper patzt sich in die Geschichtsbücher – und gute Nachrichten von Christian Eriksen

Schottlands Torhüter David Marshall
Zu spät: Schottlands Keeper David Marshall verfängt sich nach Schicks Traumschuss in den Maschen des Tornetzes
© Andrew Milligan / DPA
Der eine zu weit vorm Kasten, der andere im Pech: Gleich zwei Keeper sahen gestern nicht besonders gut aus. Dafür durften sich die Fans über ein Traumtor freuen. Das und mehr im EM-Check des stern.

So lief der EM-Spieltag

Alle Ergebnisse, Torschützen und Tabellen des EM-Spieltags zum Nachlesen im stern-Ticker.

Darüber spricht die EM

Unverändert bleibt der dramatische Kollaps des Dänen Christian Eriksen im Spiel gegen Finnland das bestimmende Thema des Turniers. Der 29-jährige muss zwar weiterhin im Krankenhaus bleiben, ist aber auf dem Weg der Besserung, wie sein Berater Martin Schoots mitteilte. "Wir haben uns heute Morgen gehört. Er hat gescherzt, er war guter Stimmung, es geht ihm gut", so Schoots.

Indes äußerten am Montag auch die ersten dänischen Spieler scharfe Kritik an der Uefa. Man sei, so Dänen-Keeper Kasper Schmeichel, vor die Wahl gestellt worden: Entweder das Spiel wird noch am selben Abend oder am Sonntagmittag fortgesetzt. "Wir Spieler wurden in eine Position gebracht, die ich nicht für fair halte", sagte Schmeichel bei einer Medienrunde im EM-Quartier des dänischen Teams. 

Verstärkt wird der Unmut auf den Verband auch dadurch, dass es die Uefa am Samstagabend so darstellte, als sei es der Wunsch beider Mannschaften, weiterspielen zu wollen. 

Unglücksrabe des Tages

Einen unrühmlichen Platz in den Geschichtsbüchern sicherte sich am Montag Polens Wojciech Szczesny, der fortan immer mit dem ersten Eigentor eines Torwarts bei einer Europameisterschaft in Verbindung gebracht werden wird. Es war die 18. Minute im Spiel gegen die Slowakei, als Szczesny bei einem Schuss von Gegenspieler Robert Mak die kurze Torwartecke aufmachte, der Ball vom Pfosten an seinen Arm und von da ins Tor prallte. 

Und da war er drin: Polens Keeper Wojciech Szczesny ist der Torhüter, dem bei einer EM ein Eigentor "gelang"
Und da war er drin: Polens Keeper Wojciech Szczesny ist der Torhüter, dem bei einer EM ein Eigentor "gelang"
© Anton Vaganov / AFP

Zwar gelang Polen zwischenzeitlich der Ausgleich, am Ende ging die Mannschaft jedoch mit 1:2 als Verlierer vom Platz. Der Truppe um Bayern-Star Robert Lewandowski droht damit das frühe Aus. 

Gewinner des Tages

Sie brachten ihren Gegner an den Rand der Verzweiflung: Mit einer unansehnlichen (und zeitweise mit Pfiffen bedachten), aber höchst disziplinierten Leistung trotzte Schweden am Montagabend den favorisierten Spaniern ein torloses Remis ab. Immer wieder scheiterte das Team von Trainer Luis Enrique am Abwehrbollwerk der Skandinavier, daran konnten auch 75 Prozent Ballbesitz und eine rekordverdächtige Passbilanz von 847:107 aus spanischer Sicht nichts ändern.

Der Außenseiter zeigte sich ob des Unentschiedens zufrieden. "Ich bin sehr stolz auf unsere Leistung heute, es war nicht einfach, es war sehr heiß hier", so RB-Leipzig-Profi Emil Forsberg. Man habe den eigenen Spielplan strikt befolgt. Für Spanien dürften indes unruhige Tage anstehen. 

Der EM-Moment

Klar, es kommen noch jede Menge Spiele. Und doch: Der Treffer von Tschechiens Patrik Schick hat bestes Potenzial, das schönste Tor des Turniers zu bleiben. "Es ist einfach perfekt", schwärmte der 25-Jährige verdienterweise nach der Partie. "Es ist ein tolles Gefühl, umso mehr, nachdem ich das Tor jetzt in der Aufzeichnung gesehen habe. Ich habe den Ball schön getroffen – es ist wunderbar."

Schick hatte beim genialen Distanzschuss zum 2:0 erkannt, dass Schottlands Torhüter David Marshall zu weit vor dem Tor stand. "Es ist klar, dass wir bereits das Tor des Turniers gesehen haben", sagte Tschechiens Mittelfeldspieler Tomas Soucek. "Das zweite Tor war nicht von dieser Welt", sagte Coach Jaroslav Silhavy staunend. Sogar Schottlands Trainer Steve Clarke geriet ins Schwärmen: "Es ist ein fantastischer Abschluss. Man muss dem Stürmer hier Anerkennung zollen." 

Und die Deutschen?

Für die hat das Warten ein Ende: Im Abendspiel (21 Uhr, ZDF/MagentaTV) trifft die Mannschaft von Jogi Löw auf EM-Favorit und Weltmeister Frankreich. Die wichtigsten Infos vor dem Start des Bundestrainers in sein letztes großes Turnier, erfahren Sie hier:

Das steht heute (noch) an

Auch der Titelverteidiger Portugal legt heute gegen Ungarn los. Und das Team um Superstar Cristiano Ronaldo will nicht wieder zittern müssen wie in der Gruppenphase 2016. Damals erreichte die Seleção nach einem 3:3 gegen Ungarn nur mit drei Remis die K.o.-Runde. "Wir müssen uns einzig und allein auf uns selbst konzentrieren", forderte Ronaldo, dessen Mannschaft von 13 Länderspielen gegen Ungarn noch keines verloren hat. Der 36 Jahre alte Angreifer dürfte als erster Spieler bei einer fünften EM zum Einsatz kommen, zudem kann er sich den alleinigen Torjägerrekord vor Michel Platini (beide je neun Treffer) holen.

mod / mit DPA

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