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EM 2021 "Endlich geht es wieder los": Joachim Löw hat Bock auf Frankreich

Bundestrainer Joachim Löw
Bundestrainer Joachim Löw bei der Pressekonferenz vor dem Frankreich-Spiel
© AFP
Deutschland startet am Dienstag ins EM-Turnier – und trifft direkt auf den Titelfavoriten. Bundestrainer Joachim Löw verbreitet vor dem Duell mit Frankreich Optimismus.
In sein letztes Turnier als Bundestrainer geht Joachim Löw "mit gespannter Vorfreude", wie er am Abend vor dem Spiel gegen Weltmeister Frankreich verriet. An diesem Montag ist die Mannschaft von ihrem Basecamp in Herzogenaurach nach München gezogen, dem Austragungsort der deutschen Vorrundenspiele. "Als ich heute morgen in den Bus gestiegen bin, habe ich gedacht: Endlich geht es wieder los", sagte Löw. "Die Mannschaft sprüht vor Ehrgeiz. Der Teamspirit ist hervorragend." Ähnlich kämpferisch äußerte sich auch Kapitän Manuel Neuer: "Wir sehen uns nicht in der Rolle des Underdogs. Wir wollen dieses Spiel gewinnen."
In welcher Besetzung Löw gegen Frankreich (Dienstag, 21:00 Uhr, ZDF) spielen wird, gab er nicht preis. Wohl aber, dass Leon Goretzka in den Kader rutschen könnte. Das ist eine Überraschung, denn der defensive Mittelfeldspieler des FC Bayern München hatte in den vergangenen Wochen mit hartnäckigen Problemen im Oberschenkel zu kämpfen gehabt. "Von der Verletzung ist nichts mehr zu spüren", sagte Löw, "im Training hat Leon einen sehr, sehr guten Eindruck gemacht." Von Beginn an wird Goretzka jedoch nicht spielen. "Es ist klar, dass es für die Startaufstellung noch nicht reicht. Nach dem Abschlusstraining entscheiden wir, ob Leon gegen Frankreich überhaupt dabei sein wird."  

Goretzka vor dem Comeback

Goretzkas Rückkehr – und sei es nur im Rahmen eines Kurzeinsatzes – würde dem DFB-Team zusätzliche Optionen in der Defensive bieten. Goretzka ist ein großgewachsener, kräftiger Spieler, der dem Riegel vor der Abwehrkette zu mehr Durchsetzungsstärke verhelfen könnte. Auf der sogenannten Position sechs wird Löw wahrscheinlich auf das Duo Ilkay Gündogan (Manchester City) und Toni Kroos (Real Madrid) setzen. Beides feinfüßige Spieler – aber keine Wellenbrecher, die es mutmaßlich bräuchte, um der Wucht eines Kylian Mbappé zu begegnen. Der Stürmer von Paris St. Germain nimmt eine Schlüsselrolle im französischen Angriffsspiel ein. Ihn zu stoppen, wird für das DFB-Team die wohl anspruchsvollste Aufgabe werden.
"Er ist eine Top-Persönlichkeit", sagte Torwart Neuer am Montagabend und betonte, dass der Respekt, den er für Mbappé empfinde, sicherlich "auf Gegenseitigkeit" beruhe. Neuer, wie Goretzka beim FC Bayern unter Vertrag, wird am Dienstag auf zwei Vereinskollegen treffen. In der französischen Abwehr spielen Benjamin Pavard und Lucas Hernandez. Die zwei seien sehr gute Fußballer, lobte Neuer, "aber ich denke nicht, dass sie alles verteidigen werden können". 
Aus den Worten von Neuer und auch von Löw sprach in München eine Menge Zuversicht. Die Phase der Verzagtheit und des Zweifelns, die nach der 1:6-Niederlage gegen Spanien im November 2020 eingesetzt hatte, scheint endgültig vorbei. Und in der Tat gab es in den zurückliegenden Wochen Anlass zu Optimismus: Während des Trainingslagers in Seefeld strafften sich sowohl Löw als auch die Mannschaft deutlich. Alle Beteiligten lobten hernach die Intensität und die Galligkeit in den Übungseinheiten. Das Testspiel gegen Dänemark (1:1) war ordentlich, und jenes gegen Lettland (7:1) bedeutete noch mal eine Leistungssteigerung. Allerdings rangieren die Letten nur auf Platz 138 der Weltrangliste. Gegen Frankreich werden die Deutschen womöglich ihre beste Turnierleistung abrufen müssen. Das Auftaktspiel ist gleich eine Art Endspiel – eine stärkere Mannschaft dürfte es bei dieser Europameisterschaft kaum geben.

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