HOME

Endspiel in der Champions League: Milito zerschießt den Traum des FC Bayern

Zwei Tore von Diego Milito haben den großen Traum der Bayern zerstört: Die Münchener unterlagen im Finale der Champions League Inter Mailand mit 0:2. Die Italiener agierten brutal effizient.

Die Nuss Inter Mailand war zu hart für den FC Bayern München. Gegen das konzentrierte Abwehrspiel der Italiener, dirigiert vom glänzenden Ex-Münchener Lucio, gepaart mit messerscharfen Kontern hatte der Deutsche Meister letztendlich keine reelle Chance. Zwei Tore von Stürmer Diego Milito bedeuteten den 2:0-Sieg für Inter vor 75.000 Zuschauern im Madrider Bernabeu-Stadion. Statt des FC Bayern können sich nun die Italiener über das Triple freuen. Bei beiden Toren sah die Innenverteidigung der Bayern alles andere als gut aus.

Als Milito in der 70. Minute den hüftsteifen Daniel van Buyten stehen ließ und zum 2:0 einschoss, war das Spiel gelaufen. Abgesehen von einer Großchance durch Thomas Müller hatten die feldüberlegenen Münchener im zweiten Durchgang keine echten Tormöglichkeiten. Und das, obwohl sich die zweite Halbzeit fast ausschließlich in der Hälfte von Inter Mailand abspielte.

Inter hat mit dem Sieg in Madrid zum ersten Mal seit 1965 den Landesmeisterpokal beziehungsweise die Champions League gewonnen. Für die Bayern war es dagegen die vierte Finalniederlage nach 1982, 1987 und 1999. Sie verpassten zudem die Chance, Italien von Rang drei in der Fünfjahreswertung der Uefa zu verdrängen. Somit wird das Land des Weltmeisters auch in der Saison 2011/2012 vier Starter in der Königsklasse des europäischen Fußballs stellen, die Bundesliga drei.

Ausgeglichene erste Halbzeit

Die erste Halbzeit verlief lange Zeit ausgeglichen. Der FC Bayern München begann sein achtes Endspiel um den Europapokal der Landesmeister in der erwarteten Aufstellung. Für Franck Ribéry, der wegen seiner Rotsperre im Estadio Bernabeu nur auf der Tribüne Platz nehmen durfte, spielte wie beim Rückspiel im Halbfinale bei Olympique Lyon Hamit Altintop. Auch bei Inter fehlte im Brasilianer Thiago Motta ein Rotsünder.

Bereits nach 75 Sekunden musste Torhüter Jörg Butt, der sein zweites Champions-League-Endspiel nach 2002 bestritt, das erste Mal eingreifen. Souverän faustete der 35-Jährige eine scharfe Freistoß-Flanke von Wesley Sneijder aus der Gefahrenzone. Kurz darauf machte dessen Freund Arjen Robben erstmals Bekanntschaft mit der italienischen Härte - der Mazedonier Goran Pandev holte den Niederländer unsanft von den Beinen. Schiedsrichter Howard Webb (England) beließ es bei einer energischen Ermahnung.

Die als Zerstörer gefürchteten Mailänder beschränkten sich zunächst keineswegs aufs Verteidigen. Inter setzte die Bayern schon weit in deren Hälfte unter Druck und verhinderte damit den zuletzt so gefälligen Spielaufbau mit viel Ballbesitz. Dennoch konnte sich Robben in der 10. Minute über rechts durchsetzen, Ivica Olic kam jedoch nicht richtig an den Ball.

Blackout führt zum 0:1

Nach 18 Minuten bewahrte der reaktionsschnelle Butt seine Mannschaft vor einem Rückstand, als er einen Freistoß von Sneijder, den Altintop mit dem Kopf abgefälscht hatte, erneut mit den Fäusten parierte. Es war eine Phase, in der die Münchner ihr Spiel immer besser aufzogen. Daniel van Buyten hatte kurz zuvor nach einem Eckball von Robben die Führung auf dem Kopf gehabt.

In der 35. Minute allerdings hatten die bis dahin äußerst konzentrierten Münchner einen Blackout: Nach einem Abschlag von Torhüter Julio Cesar gewann Diego Milito das Kopfballduell gegen Martin Demichelis, ging sofort steil, bekam vom überragenden Sneijder den Ball mustergültig in den Lauf gespielt und ließ Butt mit einem strammen Schuss aus rund zwölf Metern keine Chance. Für den argentinischen Nationalspieler war es der fünfte Treffer in der Champions-League-Saison. In der 43. Minute hatte Sneijder sogar das 2:0 für Inter auf dem Fuß, scheiterte aber freistehend an Butt.

Wissenscommunity