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Bayern gegen Inter: Gescheitert am eigenen Unvermögen

Die 0:2-Niederlage im Champions-League-Finale gegen Inter Mailand hat gezeigt: Bayern München besitzt eine starke Mannschaft, aber ein großes Team sind sie noch nicht.

Von Klaus Bellstedt, Madrid

Es war eine Szene mit Symbolcharakter: In der 31. Minute rollte der Ball ins Seiten-Aus, genau vor der Trainerbank von Inter Mailand. Die Bayern wollten den Einwurf schnell ausführen, um den Schwung der Anfangsphase weiter in ihr Spiel fließen zu lassen. Aber da hatten sie die Rechnung ohne Trainerfuchs José Mourinho gemacht. Der Portugiese schnappte sich die Kugel und verzögerte das Spiel für ein paar Sekunden. Dann gab er den Ball mit einem Lächeln an Arjen Robben zurück, die beiden umarmten sich kurz. Drei Minuten später fiel das 1:0 für Inter Mailand durch Diego Milito.

Bis zu Mourinhos kleinem Eingriff in die Partie hatten die Triple-Jäger von der Isar nach einer kurzen Eingewöhnungsphase im altehrwürdigen Estadio-Bernabeu von Madrid glänzend gespielt. Natürlich war es Arjen Robben, der dem Finale gegen Inter Mailand von Anfang an seinen Stempel aufdrückte. Seine Tempodribblings im Minutentakt stürzten Inters rechte Seite von einer Verlegenheit in die nächste. Cristian Chivu, der Mann mit dem Kopfschutz, konnte einem Leid tun.

Nicht in der besten Verfassung

Die Geschichte von Robben, seinen Geschwindigkeitsvorstößen und den feinen Schlenzern mit dem linken Fuß wurde in dieser Saison schon oft erzählt. Sie endete ja auch fast immer mit einem Happy-End. Wie in Florenz im Achtelfinal-Rückspiel, als Robben der Mannschaft mit seinem Traumtor zum 2:3 den Einzug in die nächste Runde erst ermöglichte. Vieles deutete an diesem Frühsommerabend in der spanischen Metropole darauf hin, dass sich die Geschichte wiederholen würde. Aber es kam anderes - und das hatte nichts mit Arjen Robben zu tun.

"Wir hätten heute in einer sehr guten Verfassung sein müssen, um Inter Mailand zu bezwingen", analysierte hinterher ein sichtlich enttäuschter Louis van Gaal. Der Bayern-Trainer ist nicht für Schönfärberei bekannt, er traf mit seinen Worten den Nagel auf den Kopf. Sie hätten in einer guten Form sein müssen. Sie waren es aber nicht. Besonders die beiden hüftsteifen Innenverteidiger Martin Demichelis und Daniel van Buyten lieferten Leistungen ab, die eines Champions-League-Finales nicht würdig waren. Demichelis patzte zweimal vor dem Führungstreffer von Inter, van Buyten sah beim 0:2 (70.), ebenfalls vom überragenden Milito erzielt, schlecht aus.

Müller ist kein Vorwurf zu machen

Der Glanz von Robben, die Unbekümmertheit von Müller und der Torriecher von Krieger Olic überdeckten in dieser Saison so manche Schwäche der Bayern. In der Bundesliga fielen die Wackler in der Abwehr zwar immer wieder auf, aber vorne schossen sie dafür regelmäßig eben mindestens ein Tor mehr als der Gegner. Van Gaal hat der Mannschaft eine Handschrift verliehen. Am Spielsystem des großen FC Barcelona orientiert sich der Niederländer. Barca ist sein Ideal von Fußball. Spielwitz, Kreativität, Überraschungseffekte, all das haben seine Mannen über weite Strecken der Saison in allen drei Wettbewerben ja auch an den Tag legen können. Zum Double hat es damit gereicht, der ganz große Wurf blieb ihnen aber verwehrt.

"Wir wussten ja vorher, dass es mit dem System was wir bevorzugen, schwierig wird", sagte van Gaal auch noch. Was er meinte, war klar. Inters Defensivspezialisten um die beiden Weltklasse-Innenverteidiger Lucio und Walter Samuel, genannt "die Mauer", würden wenig bis gar nichts zulassen. "Wenn man dann die wenigen Chancen nicht nutzt, dann verliert man", ergänzte der Niederländer. Schon wieder so eine kleine Andeutung des Trainers, der es dieses Mal aber nicht bei der Andeutung beließ: "Wenn Thomas Müller nach dem Wechsel trifft, wird es ein anderes Spiel." Jung-Nationalspieler Müller tauchte kurz nach Wiederanpfiff beim Stand von 0:1 frei vor Mailands Torwart César auf und vergab eine so genannte Tausendprozentige. Man kann Müller keinen Vorwurf machen. Er ist erst 20 Jahre alt, hat eine tolle Saison gespielt und wird hoffentlich daraus lernen.

Robben und van Gaal sprechen eine Sprache

Es waren genau diese Kleinigkeiten, die das Champions-League-Finale 2010 entschieden haben. Hier ein falsches Stellungsspiel, da ein verloren gegangenes Kopfballduell - und vor dem Tor zu viele Gedanken im Kopf. All das ist tödlich auf diesem Niveau. Van Gaal hatte nach der Partie sogar noch einen weiteren Erklärungsansatz für die Niederlage seiner Mannschaft parat. Auch wenn es ihm weh tat, den anzusprechen, "weil es nicht respektvoll den anderen Spielern gegenüber ist". "Ein Kreativspieler wie Franck Ribéry hat heute natürlich auch gefehlt." Die Rotsperre des Franzosen schwächte das Team also doch mehr, als man vorher vermuten konnte. Wie sagte van Gaal schon vor dem Finale? "Angriff ist schwieriger als Verteidigung." Mit Ribéry wäre das Angreifen gegen die von José Mourinho so grandios eingestellte und unglaublich kompakt stehende Mannschaft von Inter Mailand ohne Frage leichter gefallen.

So war es bis zum Schlusspfiff Alleinunterhalter Arjen Robben vorbehalten, das Bayern-Spiel am Leben zu halten. Van Gaals Musterschüler hätte neben seinem Job als Außenstürmer am liebsten auch noch Torwart, Verteidiger und Mittelfeldregisseur in einem spielen wollen. Überall war Robben zu finden. Die 67 (!) Prozent Ballbesitz der Bayern waren vor allem sein Verdienst. Aber ein Robben allein reichte an diesem Abend eben nicht gegen ein insgesamt verdient siegendes Inter Mailand. Louis van Gaal wusste das - und Arjen Robben wusste das auch. Es war zum Verzweifeln. Nach dem Schlusspfiff führten die beiden niederländischen Landsleute ein längeres Gespräch auf dem Rasen. Van Gaal redete mit Händen und Füßen auf Robben ein, der nickte nach jedem Satz. Kurze Zeit später wechselten sie die Rollen: Robben sprach, Van Gaal nickte. Niemand außer den beiden konnte in dem Moment besser beurteilen, warum der Triple-Traum geplatzt war.

P.S.: Wie urteilen Sie über die Leistung der Bayern? Ist die Mannschaft gestern an ihre Grenzen gestoßen? Diskutieren Sie das Thema auf Fankurve 2010 der Facebook-Fußballfanseite von stern.de.

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(