Internationaler Fußball Inter und Barca feiern Meisterschaft


Der Gegner der Bayern im Champions-League-Finale, Inter Mailand, hat ebenalls das nationale Double perfekt gemacht. Das Team von José Mourinho holte sich nach dem Pokalsieg auch den 18. Meistertitel. In Spanien wurde der FC Barcelona souverän Meister. Für Christoph Daum hingegen gab es ein böses Erwachen in der türkischen Liga.

Einen Tag nach dem FC Bayern München hat auch Inter Mailand das Double geschafft. Im Champions-League-Finale zwischen dem frisch gebackenen italienischen Meister und dem deutschen Rekordmeister geht es nun am kommenden Samstag in Madrid für beide Teams um das historische Triple. In einem spannenden Saisonfinale sicherte sich Inter Mailand mit einem 1:0-Sieg beim Absteiger in Siena am Sonntag seinen insgesamt 18. Meistertitel und den fünften "Scudetto" in Folge.

Trainer José Mourinho vergoss bei der Siegerehrung Freudentränen, Club-Chef Massimo Moratti feierte mit den Fans vor der Inter-Kurve. "Die stärkste Mannschaft hat den Titel gewonnen", jubelte Kapitän Javier Zanetti, nachdem Inter (82 Punkte) am letzten Spieltag der Serie A seinen Zwei-Punkte-Vorsprung vor dem mit 2:0 in Chievo siegreichen Herausforderer AS Rom (80) verteidigt hatte.

Milito erlöst Inter

Top-Torjäger Diego Milito erzielte das goldene Tor für den Titelverteidiger in der 57. Spielminute und stürzte die "Tifosi" der Lombarden damit in einen Freudentaumel. "Das ist eine unglaubliche Freude. Die genießen wir jetzt und dann wollen wir die Champions League gewinnen", sagte Milito, nachdem die Mailänder zuvor lange um den vor Wochen schon sicher geglaubten Titel bangen mussten.

Als der Titelrivale aus Rom in Chievo durch die Treffer von Mirco Vucinic in der 39. Spielminute und Daniele De Rossi kurz vor der Pause in Führung ging, begann bei den Schwarzblauen das große Zittern. Zur Pause war der punktgleiche AS Rom im Fernduell um den "Scudetto" wegen des direkten Vergleichs auf Meisterkurs.

Das Tor des Argentiniers Milito war für das Team von Trainer José Mourinho dann wie eine Erlösung. Spieler und Coach bejubelten Militos Treffer nach Vorlage von Kapitän Javier Zanetti im Sieneser Stadion frenetisch, im 500 Kilometer entfernten Mailand explodierte förmlich die Freude der mitfiebernden Inter-Fans. Beim Schlusspfiff feierten bereits tausende Menschen ihre Helden auf dem Mailänder Domplatz.

Der 18. Meistertitel ist für die "Interisti" umso süßer, weil sie damit in der Bestenliste den Lokalrivalen AC Mailand überholten. Der Club von Ministerpräsident Silvio Berlusconi und Inter lagen mit je 17 Titel bislang gleichauf. Jetzt ist der Club von Öl-Magnat Massimo Moratti die Nummer eins in der norditalienischen Metropole.

Barca jubelt, Daum trauert

Obwohl die Römer nach der 0:1-Niederlage im Cupfinale gegen Inter auch in der Liga leer ausgingen, bekam das Team von Trainer Claudio Ranieri "ein großes Kompliment" von Inter-Kapitän Zanetti. Nach einem schwachen Saisonstart lieferten die finanziell angeschlagenen Römer dem Liga-Krösus Inter ein packendes Duell bis zur letzten Sekunde und erwiesen sich als faire Verlierer: "Herzlichen Glückwunsch! Inter war der Hauptdarsteller dieser Saison" sagte Ranieri. Für den von den Bayern ausgeliehenen Luca Toni war die letzte Saisonpartie doppelt bitter: In Verona saß der Mittelstürmer nur auf der Bank.

Hinter Inter und Rom zogen der AC Mailand auf Rang drei direkt und der Tabellenvierte Sampdoria Genua (Qualifikationsrunde)in die Champions League ein. Palermo und Neapel qualifizierten sich für den Einzug in die Europa League. Atalanta Bergamo, Siena und Livorno stiegen in die Serie B ab. Die Torjägerkrone sicherte sich Nationalstürmer Antonio Di Natale (Udinese Calcio) mit 29 Treffern.

In Spanien holte der FC Barcelona seine 20. Meisteschaft. Die Katalanen stellten mit dem 4:0 gegen Valladolid einen Rekord auf: Noch nie holte ein Team in einer Saison 99 Punkte in der Primera Division. Bei den Feierlichkeiten in Barcelona kam es Sonntagnacht zu Ausschreitungen.

Christoph Daum indes verspielte mit Fenerbahce Istanbul die türkische Meisterschaft. "Fener" spielte nur 1:1 gegen Trabzonspor und verhalf somit Bursaspor zum ersten Titel.

Von Bernhard Krieger, DPA DPA

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