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Euro 2004: Portugal feiert

Die Gastgeber atmen auf: Durch ein 1:0 gegen Spanien haben sich die Portugiesen doch noch für das Viertelfinale qualifiziert und die iberischen Nachbarn nach Hause geschickt.

"Joker" Nuno Gomes hat Gastgeber Portugal vor dem vorzeitigen K.o. bei der Fußball-Europameisterschaft bewahrt und den großen Nachbarn vorzeitig nach Hause geschickt. Mit seinem Tor in der 57. Minute zum 1:0 (0:0) gegen Spanien sicherte der Angreifer den schwach ins Turnier gestarteten Portugiesen am Sonntagabend doch noch den Einzug ins Viertelfinale und stürzte die Gäste in ein Tal der Tränen.

Vor 52 000 Zuschauern im Estadio de Alvalade von Lissabon verdrängten die EM-Gastgeber mit dem ersten Länderspielsieg gegen Spanien seit exakt 23 Jahren Griechenland noch von Platz eins der Vorrundengruppe A und treffen nun in der K.o.-Runde gegen den Zweiten der Staffel B an. Dagegen endete das Turnier für den iberischen Nachbarn, der 1996 und 2000 jeweils die Runde der letzten Acht erreicht hatte, mit einer bitteren Enttäuschung.

Dramatisches Spiel bis zum Schluss

Nach dem Erfolg in einer temperamentvollen Partie geht die EM- Party in Portugal weiter. Allerdings hing das 1:0 bis zum Schluss am seidenen Faden. In der 62. Minute scheiterte Spaniens Angreifer Fernando Torres am Pfosten, 14 Minuten vor dem Ende verhinderte die Latte des portugiesischen Tores bei einem Kopfball von Juanito den drohenden Ausgleich, der für die Gastgeber gleichbedeutend mit dem Vorrunden-K.o. gewesen wäre.

Leidenschaftliche Portugiesen

Unter dem Druck, das Spiel gewinnen zu müssen, zeigte das Team von Felipe Scolari mit einer engagierten und leidenschaftlichen Vorstellung endlich jene Eigenschaften, die die Fans bei den beiden ersten Auftritten der Gastgeber vermisst hatten. Mit dem 19-jährigen Cristiano Ronaldo an Stelle von Simao kam frischer Wind ins Angriffsspiel der Portugiesen, die ihren Gegner sofort in die Defensive drängten.

Sturmlauf der Portugiesen

Der Jungstar, für 18 Millionen Euro zu Manchester United gewechselt, wechselte häufig mit Luis Figo die Seite und stiftete mit seinen Dribblings mehrfach erhebliche Verwirrung in der spanischen Abwehr. Allerdings hielt die Defensive des großen Nachbarn auch ohne den gesperrten Carlos Marchena dem Ansturm Stand. In der 20. Minute meisterte Torhüter Iker Casillas einen Schuss des aufgerückten Verteidigers Miguel. Sekunden vor der Halbzeit übersprang Cristiano Ronaldo zwar den Schlussmann von Real Madrid, köpfte aber neben das Tor.

Konterchancen der Spanier

Bei ihren gelegentlichen Kontern suchten die Spanier den direkteren Weg zum Tor. Dabei erwies sich die Maßnahme von Trainer Inaki Saez, dem 20-jährigen Fernando Torres den Vorzug vor Fernando Morientes zu geben, als kluger Schachzug. Der antrittsschnelle Angreifer von Atletico Madrid verpasste in der 44. Minute die beste Möglichkeit für die Gäste, als er nach einem Eckball knapp über das Tor von Ricardo köpfte. Dagegen wurde Real Madrids Stürmer-Star Raul von Jorge Andrade eng markiert und konnte sich auch im dritten Turnierspiel nicht entscheidend in Szene setzen.

Mit der Einwechslung von Nuno Gomes für den erneut glücklosen Pauleta bewies Weltmeister-Trainer Scolari nach Wiederbeginn eine glückliche Hand. Als die spanische Verteidigung den Ball nicht aus der Gefahrenzone bekam, fasste sich der 27-Jährige von Rekord- Titelträger Benfica Lissabon ein Herz und traf aus 18 Metern flach in die Torecke. Das mögliche 2:0 verpasste Figo (68.), dessen Freistoß von Casillas mit einer Glanzparade abwehrte.

Robert Semmler, dpa / DPA

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