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EURO 2004: Schweden und Dänemark verdient weiter

Wie befürchtet von den Italienern trennten sich Schweden und Dänemark 2:2. Beide fighteten um ihr Leben und zogen verdient ins Viertelfinale in. Die Schweden könnten als Gruppensieger nächster Gegner der Deutschen sein.

Schweden ist möglicher Herausforderer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im Europameisterschafts-Viertelfinale. Durch das für beide Mannschaften zum Weiterkommen passende 2:2 (1:0) im skandinavischen Duell mit Dänemark sicherte sich das Drei-Kronen- Team am Dienstagabend in Porto den Sieg in der Gruppe C vor den Dänen und trifft nun am Samstag in Faro auf den Zweiten der Gruppe D - auf diesen Platz hat die Mannschaft von DFB-Teamchef Rudi Völler die besten Chancen. Dänemark, das den Mitfavoriten Italien in der Vorrunde hinter sich ließ, muss sich in der Runde der besten acht EURO-Teams am Sonntag in Porto mit den starken Tschechen messen.

Vor 28 000 Zuschauern im verregneten Estadio Bessa retteten Henrik Larsson (47./Foulelfmeter) und Mattias Jonson (89.) den wichtigen Punkt. Dänemarks Jon Dahl Tomasson (28./66.) traf doppelt und markierte seine Turnier-Treffer zwei und drei. Der Schwede Erik Edman sah die zweite Gelbe Karte und muss im nächsten Match zusehen.

Skandinavische Verhätnisse

Bei skandinavischen Verhältnissen mit Wind, Regen und nur knapp 20 Grad entwickelte sich unter Leitung des zum zweiten Mal bei dieser EM eingesetzten deutschen Schiedsrichters Markus Merk eine äußerst abwechslungsreiche Partie, die der Mann aus Kaiserslautern gut im Griff hatte. Beide Mannschaften vermittelten von Beginn an den Eindruck, dass sie nicht - wie vom Gruppenrivalen Italien befürchtet worden war - gegenseitig Geschenke verteilen wollen. Vor allem die in Bestbesetzung angetretenen Dänen suchten die Offensive, liefen sich aber oft in der klug gestaffelten schwedischen Hintermannschaft fest.

Spannender Schlagabtausch

Ein Ausrutscher des Ex-Rostockers Andreas Jakobsson begünstigte die erste gute Einschussmöglichkeit der Dänen. Jesper Grönkjaer, der erneut den angeschlagenen Dennis Rommedahl vertrat, traf mit seinem Schuss aber nur das Außennetz. Wie aus heiterem Himmel fiel das 1:0: Tomasson sah, dass Schweden-Keeper Andreas Isaksson fünf Meter vor seinem Kasten stand, und zirkelte das Leder mit einem ebenso scharfen wie präzise gezirkelten Heber in die Maschen. Es war schon der 30. Länderspiel-Treffer des bärenstarken Italien-Legionärs.

Nun intensivierte das Drei-Kronen-Team seine Angriffsbemühungen. Den durchaus möglichen raschen Ausgleich verhinderte Torhüter Thomas Sörensen erst mit Glanzparaden gegen Henrik Larsson und im Nachschuss gegen Zlatan Ibrahimovic (35.). Vier Minuten traf dann Kapitän Olof Mellberg (39.) mit einem platzierten Kopfball lediglich den Pfosten.

Schwedischer Ausgleich direkt nach dem Schlusspfiff

Nach Wiederanpfiff dauerte es nur gut 30 Sekunden, ehe Sörensen Larsson im Strafraum foulte. Der Torjäger selbst nutzte den fälligen Strafstoß eiskalt zum verdienten Ausgleich. Es war zugleich das erste Gegentor für Dänemark in diesem Endrunden-Turnier. In der Folge plätscherte die Partie ein wenig vor sich hin, ehe erneut der nicht zu bremsende Tomasson für den Weckruf beim Gegner sorgte. Er stand allein vor Isaksson und vollendete souverän.

Der Schalker Ebbe Sand (69.) hatte kurz darauf die Entscheidung auf dem Fuß, doch diesmal war der aufmerksame Schlussmann Isaksson auf dem Posten. Die Schweden riskierten nun alles und hatten Glück, das Jonson den einzigen Fehler des starken Keeper Sörensen zum wertvollen Ausgleich nutzte.

Morten Ritter, DPA / DPA

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