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FC Bayern: Hilferuf nach Verstärkung

Die Einsicht kam schmerzvoll: Nach der Schmach von Barcelona musste der FC Bayern erkennen, dass die europäische Spitze derzeit weit enteilt ist. Deswegen fordern nach Trainer Klinsmann nun auch die Bayern-Stars mit Nachdruck Verstärkungen. Ob Klinsmann bleibt, scheint offener denn je.

Im DFB-Pokal und in der Champions League ist der FC Bayern schon ausgeschieden. Doch anstatt sich nun auf das Spiel in der Bundesliga bei Arminia Bielefeld zu konzentrieren, laufen bei den Münchnern nur die Personaldiskussionen auf Hochtouren. Vor allem Trainer Jürgen Klinsmann preschte in seinem wohl vergeblichen Kampf um seinen Arbeitsplatz beim deutschen Fußball-Rekordmeister nun mit neuen Forderungen nach vorne.

Klinsmann will seinen Vertrag erfüllen

Er wirkt fest entschlossen, seinen bis 2010 laufenden Vertrag auch tatsächlich zu erfüllen. Die Suche nach einem Nachfolger für Klinsmann scheint sieben Spieltage vor dem Ende der Bundesliga-Saison, in der die Münchner noch drei Punkte auf Tabellenführer VfL Wolfsburg aufholen wollen, schon in vollem Gange zu sein. Kommentare aus der Chefetage an der Säbener Straße zu diesem Thema dringen derzeit nicht nach draußen, doch gilt es offenbar als ausgemacht, dass Klinsmann vorzeitig gehen muss. Bei der Fahndung nach der Alternative soll sich hartnäckig der Name von DFB-Sportdirektor Matthias Sammer halten. Klinsmann erhält allerdings auch Unterstützung von prominenter Seite. Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff sagte, man mache es sich "zu leicht", wenn nur der Trainer in der Schusslinie stehe.

Franck Ribery, selbst anhaltend ein Objekt der Spekulationen, sagte in der tz: "Die ganzen Attacken treffen ihn (Klinsmann) persönlich, aber auch uns Spieler und den gesamten Verein. In den letzten sieben Partien werden wir uns für ihn zusammenreißen. Um deutscher Meister zu werden, müssen wir alle zusammenhalten." Allerdings ist auch die kommende Saison schon allgegenwärtig. "Wir brauchen mit Sicherheit noch zwei, drei hochkarätige Spieler. Daran arbeiten wir noch", forderte Klinsmann nach dem Ausscheiden in der Champions League gegen den FC Barcelona. Ob er tatsächlich noch daran arbeitet, ist unklar, mit seiner Forderung steht er allerdings nicht alleine da. "Um die Champions League zu gewinnen, müssten wir einen anderen, besseren Kader haben", sagte Ribery: "Wenn wir zwei oder drei verletzte Spieler haben, haben wir sofort ein Problem."

"Für die Champions League reicht es nicht"

Riberys Mitspieler sind offensichtlich der gleichen Ansicht. "Wir haben eine Mannschaft, die in der Bundesliga Meister werden kann. Für die Champions League aber reicht es nicht", erklärte etwa der Brasilianer Ze Roberto im "kicker". Für die neue Saison hat der FC Bayern bislang Mittelfeldspieler Anatolij Timoschtschuk (Zenit St. Petersburg), Stürmer Ivica Olic (Hamburger SV) und Mittelfeldspieler Alexander Baumjohann (Borussia Mönchengladbach) verpflichtet. Ein Rechtsverteidiger wird wohl auf jeden Fall noch gesucht. Philipp Lahm fordert Verbesserungen in allen Bereichen, damit der FC Bayern Gegnern wie Barcelona künftig wieder auf Augenhöhe gegenübertreten kann. Barca etwa sei nicht nur individuell besser, "auch taktisch sind sie uns voraus, weil sie seit Jahren mit dem gleichen System spielen", sagte er der "Bild"-Zeitung. Der FC Bayern dagegen habe mit einem neuen Trainer auch viele neue Dinge probiert, es brauche deshalb "Zeit, um wieder eine ganz große Mannschaft in Europa zu sein".

Unklar scheint nach wie vor, ob Ribery weiter warten will. In der "tz" beteuerte der Franzose, er habe mit dem FC Bayern "noch viel vor". Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" sollen Barcelonas Trainer Josep Guardiola und Sportdirektor Txiki Begiristain jedoch "geradezu besessen" sein von der Idee, Ribery und Lahm zu für ihre linke Seite zu verpflichten. Barca-Präsident Joan Laporta hatte ein Bemühen um die beiden Spieler allerdings als Tabu bezeichnet: Man wolle das gute Verhältnis zu den Bayern nicht gefährden.

DPA / DPA

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