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FC Bayern in der Champions League: Sammer nervt alle - auch Rummenigge

Über das 3:0 der Bayern gegen Moskau sprach hinterher kaum jemand. Wohl aber über Matthias Sammer. Jetzt hat auch Karl-Heinz Rummenigge scharfe Kritik am Sportdirektor geübt.

Von Klaus Bellstedt

Den Bayern-Profis scheint Matthias Sammer egal zu sein. Also fast. Ungeachtet des Wirbels, den der Sportdirektor mit seiner "Dienst nach Vorschrift"-Kritik am vergangenen Wochenende ausgelöst hat, lieferten Alaba, Robben, Müller und Co. zum Champions-League-Auftakt gegen ZSKA Moskau eine starke Leistung ab. 3:0 hieß es am Ende. Aber so richtig ausgelassen war die Stimmung hinterher nicht. Und das lag eben auch an Sammer. Denn die Debatte um seine öffentliche Kritik ging vor, während und nach der Partie in der Allianz-Arena munter weiter.

Nach Uli Hoeneß hat nun auch Karl-Heinz Rummenigge Sammer für dessen Schelte der Bayern-Profis gerügt und sogar interne Gespräche angekündigt. "Ich bin kein Freund von öffentlicher Kritik, das ist wunderbar für die Medien, die holen sich da den Honig raus. Aber der Mannschaft wird es nicht gefallen haben, ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es dem Trainer gefallen hat, und uns hat es auch nicht gefallen", sagte der Vorstandschef vor dem Spiel gegen Moskau, das die Münchner durch Tore von David Alaba (4. Minute), Mario Mandzukic (41.) und Arjen Robben (68.) gewannen.

Spieler reagieren einsilbig

Kurzer Rückblick: Nach dem 2:0-Heimsieg in der Fußball-Bundesliga gegen Hannover 96 hatte Sammer die Mannschaft kritisiert. Mit der Leistung in der zweiten Halbzeit seien alle zufrieden gewesen, betonte Rummenigge hingegen. "Es gibt zwar den berühmten Satz: Wehret den Anfängen. Aber man kann auch mit solchen Aussagen mediale Steilpässe abschießen, die dann am Ende des Tages kontraproduktiv sind", sagte der Clubchef bei "Sky" und will eine Unterredung mit Sammer führen. "Wir werden sicherlich in den nächsten Tagen Gelegenheit haben, Uli Hoeneß und ich, mit ihm zu sprechen."

Ähnlich wie Hoeneß und Rummenigge reagierten auch die Spieler genervt auf das Thema. Auch wenn sie nicht allzu deutlich wurden, zwischen den Zeilen ließ sich doch einiges ablesen. "Ich habe meine eigene Meinung", sagte zum Beispiel Torwart Manuel Neuer. Und Toni Kroos fügte an: "Ob er damit Recht hat oder nicht, muss jeder für sich selbst entscheiden."

Nur einer hält noch zu Sammer - der Ehrenpräsident: "Er (Matthias Sammer) ist Sportvorstand. Wenn nicht er, wer soll denn sonst was sagen? Das ist sein volles Recht, das ist völlig legitim. Jeder hat seine Berechtigung was zu diesem Fall zu sagen. Matthias Sammer ist am nähesten dran mit dem Trainer. Wir kennen alle Matthias Sammer. Der ist ein Verrückter - im positiven Sinne", meinte Franz Beckenbauer am späten Dienstagabend vor dem "Sky"-Mikrofon. Für Sammer sind Beckenbauers Worte aber nur ein müder Trost. Er muss jetzt erst einmal zum Rapport.

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