FC Bayern München Bye, Bye "Rheuma Kai"


Roy Makaay hat nach der spektakulären Verpflichtung des neuen Bayern-Traumsturms mit Miroslav Klose und Luca Toni Konsequenzen gezogen: Der Niederländer wird seine Tore ab sofort für Feyenoord Rotterdam schießen.

Keine 24 Stunden vor dem ersten gemeinsamen Training mit seinem Nachfolger Klose beim deutschen Fußball-Rekordmeister machte der 32 Jahre alte Angreifer am Donnerstag seinen vorzeitigen Abschied aus München perfekt. Während WM-Torschützenkönig Klose in seiner neuen Wahlheimat zur medizinischen Untersuchung und der anschließenden Unterschrift unter seinen hoch dotierten Vierjahresvertrag weilte, unterschrieb Makaay in Rotterdam einen Kontrakt über drei Jahre bei Feyenoord.

Makaays Flucht erfolgte in beiderseitigem Interesse, auch wenn Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge in einer Pressemitteilung betonte, dass der Stürmer auf "eigenen Wunsch" in seine Heimat zurückkehre. Der Vorstandsvorsitzende zollte dem besten Bayern-Torschützen der vergangenen vier Spielzeiten zum Abschied ein Jahr vor Vertragsablauf ein Lob: "Roy war für den FC Bayern ein sehr wichtiger Spieler, hat in 178 Pflichtspielen 102 Tore erzielt und war stets eine große Persönlichkeit auf und außerhalb des Platzes."

Vier Titel mit den Bayern gewonnen

Makaay gewann mit dem FC Bayern vier Titel; 2005 und 2006 holte er gleich zwei Mal das "Double" aus Meisterschaft und Pokalsieg. Nun entschied er sich zur Rückkehr in die Heimat und einen Wechsel zu Feyenoord, das unter dem ehemaligen Dortmunder Trainer Bert van Marwijk nach einem zuletzt enttäuschenden siebten Platz in der kommenden Saison in der Ehrendivision wieder oben mitspielen will.

Zumindest einmal darf sich Makaay noch in der Münchner Allianz Arena von den Bayern-Fans feiern lassen: Am 15. August wird der Niederländer beim Abschiedsspiel von Mehmet Scholl gegen den FC Barcelona offiziell vom deutschen Rekordmeister verabschiedet. Über die Höhe der Ablösesumme für Makaay haben die Bayern mit Feyenoord Stillschweigen vereinbart. Sie dürfte jedoch nur einen Bruchteil jener 20 Millionen Euro betragen, welche die Münchner 2003 an den spanischen Erstligisten Deportivo La Coruna bezahlt hatten.

78 Tore in 129 Spielen

Makaay hatte die damalige Bayern-Rekordablöse mit der grandiosen Quote von 78 Toren in 129 Bundesligaspielen zurückgezahlt. Trotz immerhin noch 16 Treffern in der verkorksten vergangenen Saison übten die Bayern-Verantwortlichen zuletzt immer häufiger Kritik an der oftmals unauffälligen Spielweise des "Tor-Phantoms" und sahen darum besonderen Handlungsbedarf in der Offensivabteilung.

Um den Status des neuen Bayern-Torschützen vom Dienst rangeln ab sofort WM-Torschützenkönig Klose und Weltmeister Toni, die zusammen rund 25 Millionen Euro gekostet haben - als vorerst nur dritte Wahl im Angriff gilt Jungstar Lukas Podolski. Beim Trainingsauftakt an diesem Freitag (10.00 Uhr) wird allerdings erst einmal nur Klose die Blicke auf sich ziehen; der vom AC Florenz gekommene Toni wird nach einer Mittelfuß-Operation ebenso wie der Franzose Franck Ribéry erst am kommenden Mittwoch das Training aufnehmen. Der Zeitpunkt für Podolskis Rückkehr ist nach einer Knie-Operation noch offen.

Hitzfeld fordert Dizziplin

Trainer Ottmar Hitzfeld soll nach der teuersten Einkaufstour der Bayern-Vereinsgeschichte mit Ausgaben von über 60 Millionen Euro in nur sechs Wochen eine funktionierende Mannschaft formen. "Ich werde auf Disziplin sehr viel Wert legen, gerade bei so vielen Stars", kündigte der 58-Jährige vor dem Trainingsstart an diesem Freitag an.

Beim ersten Spiel am kommenden Sonntag (8.30 Uhr/DSF) in Hongkong gegen den FC Sao Paulo wird der neue FC Bayern allerdings noch nicht zu bestaunen sein: Von den "Neuen" werden nur Klose, Marcell Jansen, José Ernesto Sosa und Hamit Altintop den stressigen Kurztrip nach Asien mitmachen.

Klaus Bergmann und Thomas Spieker/DPA DPA

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