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FC Bayern München: Hitzfeld suspendiert Demichelis

Ärger beim FC Bayern: Trainer Ottmar Hitzfeld hat den argentinischen Fußball-Nationalspieler Martin Demichelis aus disziplinarischen Gründen vorerst aus dem Kader gestrichen. Demichelis hatte sich geweigert, im defensiven Mittelfeld auszuhelfen anstatt auf der Position des Innenverteidigers.

Einen Tag vor dem Bundesliga-Auswärtsspiel beim Tabellenletzten Energie Cottbus hat Ottmar Hitzfeld mit der Suspendierung des argentinischen Fußball-Nationalspielers Martin Demichelis für einen Paukenschlag beim FC Bayern München gesorgt. Auch ohne den Innenverteidiger, der nicht wieder im Mittelfeld spielen wollte, möchte der Rekordmeister seinem Torhüter Oliver Kahn in dessen 550. Bundesligaspiel am Samstag einen Zu-Null-Sieg in der Lausitz bescheren. Für den mit dem 1. FC Nürnberg noch sieglosen Trainer Thomas von Heesen wäre dagegen am Sonntag schon ein Punkt beim Champions-League-Anwärter Bayer 04 Leverkusen ein Erfolg im Abstiegskampf.

Erster gegen Letzter - in Cottbus sollte Spitzenreiter Bayern auf dem Weg zur 21. deutschen Meisterschaft nichts anbrennen lassen. Doch statt gelassen die Aufgabe anzugehen, gibt es in München wieder hausgemachten Ärger. Nachdem sich Demichelis weigerte, wie von Hitzfeld geplant im Mittelfeld aufzulaufen und einen Platz in der Innenverteidigung forderte, strich der Coach den Argentinier aus dem Aufgebot. "Ein Spieler kann keine Wünsche äußern. Bis auf weiteres ist er suspendiert", sagte Hitzfeld, der bereits im Dezember aus disziplinarischen Gründen Kahn für eine Partie suspendiert hatte.

"Wir sind darauf gefasst, dass es ein Kampfspiel wird"

Nun traf es Demichelis, der nicht länger Lückenbüßer auf der Sechser-Position sein wollte. "Ich bin wie ein Sohn des FC Bayern, jetzt kann ich nicht mehr. Entschuldigung an die Fans und die Kollegen, ich bin kein Kind, ich bin alt genug", sagte er. Die Bayern, die nochmals auf den in der Liga gesperrten Mark van Bommel verzichten müssen, fertigten die Lausitzer schon im Hinspiel mit 5:0 ab. Trotz des Kantersieges warnte Hitzfeld: "Wir sind darauf gefasst, dass es ein Kampfspiel wird."

Die Nürnberger können in Leverkusen wieder auf den zuletzt gesperrten Mittelstürmer Jan Koller zurückgreifen. Dafür muss von Heesen den linken Verteidiger Javier Pinola (Gelb-Sperre) ersetzen, für den nach langer Verletzungspause der Däne Lars Jacobsen sein Startelf-Debüt für den "Club" feiern könnte. Kapitän Tomas Galasek fällt im Mittelfeld wegen Knie-Beschwerden und Grippe erneut aus. "Man geht jedes Spiel fokussiert an mit der Vorgabe, aus jedem Spiel etwas Zählbares mitzunehmen", sagte der "Club"-Coach zur Zielsetzung der Franken in der Partie am Sonntag (17.00 Uhr).

"Es kribbelt und prickelt"

Im Abstiegskampf ist für von Heesen jeder Punkt sehr wertvoll, weil er damit rechnet, dass das "Schneckenrennen" am Tabellenende bis zum Saisonende weitergehen wird. Der Trainer fordert, dass die Mannschaft sein Konzept auf dem Platz noch besser umsetzt. Sie soll "über 90 Minuten hochkonzentriert einen Plan verfolgen", das Motto lautet: "Nicht kämpferisch spielen, sondern spielerisch kämpfen." In der 2. Bundesliga will die SpVgg Greuther Fürth ihrer Favoritenrolle im Heimspiel am Sonntag (14.00 Uhr) gegen die TuS Koblenz gerecht werden und den Aufstiegsplatz behaupten. "Wir wollen unbedingt drei Punkte holen", sagte Trainer Bruno Labbadia, der um den Einsatz von Stürmer Aleksandar Kotuljac (Virus-Grippe) bangt. Druck verspürt Labbadia im Aufstiegskampf angeblich nicht: "Das ist doch angenehm, vorne mitzuspielen. Es kribbelt und prickelt."

Wichtige Schützenhilfe könnte den Franken der TSV 1860 München leisten, der zeitgleich den Tabellenzweiten FSV Mainz 05 empfängt. Die "Löwen" benötigen bei sechs Zählern Rückstand auf Mainz und Fürth in der heimischen Arena unbedingt einen Sieg, um den Anschluss nach oben nicht völlig zu verlieren. Nach vier Spielen ohne eigenen Torerfolg glaubt Trainer Marco Kurz fest an ein Ende der Torflaute. "Die Möglichkeiten, die wir bekommen werden, werden wir in Tore ummünzen", prophezeite der Coach. Die Hoffnungen ruhen dabei auch auf den als "Joker" zurückkehrenden Berkant Göktan und Torjäger Antonio di Salvo, der nach seinem Comeback beim 0:0 gegen den FC St. Pauli dieses Mal länger zum Einsatz kommen dürfte.

Im dritten Sonntag-Zweitliga-Spiel mit bayerischer Beteiligung muss der FC Augsburg auswärts beim VfL Osnabrück antreten. Nach vier Spielen ohne Sieg wollen die Schwaben die Talfahrt in Richtung Abstiegsplätze stoppen. Noch fünf Punkte sind es bis Rang 15.

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