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FC Bayern München: Trauriger Held im "Offensiv-Theater"

Schluss mit gefühlskaltem Ergebnisfußball: Die Bayern-Spiele ähneln vor der Partie in Frankfurt (ab 20 Uhr im stern.de-Liveticker) einer emotionalen Achterbahnfahrt. Besonders die Offensive überzeugt, einzig Lukas Podolski wird heftig kritisiert. Unterdessen wollen die Bayern mit einem Ukrainer die Defensive verstärken.

Von Jens Fischer

Jürgen Klinsmann hält viel von Uli Hoeneß. Deswegen kann der Bayern-Trainer seinem Manager auch keinen Wunsch ausschlagen - und will mit einem Sieg bei Eintracht Frankfurt einen weiteren Schritt zur von Hoeneß anvisierten Herbstmeisterschaft machen. "Wir geben uns alle Mühe jeden Wunsch vom Uli zu erfüllen. Wir sind dabei uns wieder heran zuarbeiten an die Tabellenspitze und hoffen, dass in Frankfurt ein weiterer Schritt in die Richtung stattfinden wird", sagte der Trainer des deutschen Fußball-Meisters. Klinsmann rechnet in diesem wichtigen Spiel mit einer äußerst einsatzfreudigen Eintracht. "Wir erwarten einen Fight, ein Kampfspiel. Wir hoffen, dass wir langsam dahin kommen, wo wir hingehören."

Neben den verletzten Profis Luca Toni, Philipp Lahm, Hamit Altintop und Willy Sagnol bekommt möglicherweise Innenverteidiger Breno eine Auszeit. Klinsmann stellte dem 19-jährigen Brasilianer frei, ob er mit nach Frankfurt reisen oder lieber bei seiner Familie bleiben wolle. Breno wurde Vater eines Söhnchens Pietro.

Ribéry immer stärker

Die großen personellen Probleme von Gegner Frankfurt spielen in den Planungen von Klinsmann keine Rolle. "Egal wer auf dem Platz steht: Die werden über sich hinauswachsen. Wir dürfen nicht überrascht sein, wenn es da richtig zur Sache geht", sagte der 44- Jährige.

Besonders in der Offensive wussten die Bayern in den letzten Spielen zu überzeugen. Dafür gibt es einen konkreten Grund. Mittelfeldmotor Franck Ribéry kommt immer besser in Fahrt und sorgt mit seinem archaischen Spiel für belebende Wirkung im Bayern-Angriff. Auch Klinsmann sieht den Franzosen auf einem guten Weg.

Sorgenkind Podolski

"Wir freuen uns, dass er immer mehr den Rhythmus aufnimmt", befand Klinsmann. Ribéry, der sich selbst bei 85 Prozent Leistungsstärke einstuft, freut sich jedenfalls, dass er und das Team endlich besser in Schwung kommen. "Die Angst, die wir zeitweise vor den Spielen ein bisschen hatten, ist verflogen. Es geht wieder aufwärts", sagte der Franzose. "Das Spielen macht jetzt wieder mehr Spaß."

Nur einer aus der Abteilung Attacke macht Klinsmann nach wie vor Sorgen: Lukas Podolski. In der Nationalmannschaft unter Bundestrainer Joachim Löw gesetzt, kommt er bei den Bayern nach wie vor nicht richtig in Fahrt. Zuletzt spielte er beim Sieg gegen Wolfsburg schwach, auch Klinsmann steht nicht mehr uneingeschränkt hinter seinem Stürmer. "Wir hoffen, dass er die Chancen, die er immer wieder bekommt, auch nutzt", so Klinsmann. "Wir erwarten, dass er sich noch mehr reinschmeißt, in jedem Training Feuer gibt." Selbst ein baldiger Vereinswechsel Podolskis ist nicht mehr ausgeschlossen. "Wir werden sehen, wo sein Weg am Saisonende weitergeht", gießt Klinsmann Öl ins Feuer. "Er selbst bestimmt, wohin dieser Weg geht."

Kommt ein Ukrainer?

Ein weiteres Problemfeld der Bayern im Jahr 2008 ist die Defensive. Unerwartet viele Gegentore mussten die Bayern in der laufenden Spielzeit hinnehmen, ein Umstand der laut Hoeneß nicht nur den Verteidigern angelastet werden kann. Er sieht das Hauptproblem im zentralen defensiven Mittelfeld. Der Position, auf der Kapitän Mark van Bommel spielt und dessen Vertragsverlängerung nach wie vor fraglich ist. Die "Sport Bild" spekuliert bereits mit einer Verpflichtung des Ukrainers Nadiya Tymoschtschuk von Zenit St. Petersburg. Finanziell wäre dieser kein Problem – Tymoschtschuk soll schon im Winter kommen.

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