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Zweite Liga: St. Pauli schießt sich mit Eigentor tiefer in die Krise

Lange sah es in Würzburg nach einem torlosen Unentschieden aus. Doch kurz vor Schluss machte der Zweitliga-Tabellenletzte St. Pauli das einzige Tor. Ein Eigentor. Und so durften die Würzburger Kickers doch noch jubeln.

Brian Koglin vom FC St. Pauli

Nicht nur St. Paulis Brian Koglin verzweifelt angesichts der erneuten Niederlage

Die Würzburger Kickers haben die Krise des FC St. Pauli weiter verschärft. Beziehungsweise: Eigentlich haben die Hamburger ihre Krise selbst verschärft: Ein Eigentor von Vegar Eggen Hedenstad (84. Minute) sorgte in der mit 13.080 Zuschauern ausverkauften Würzburger Arena für die Entscheidung. Während die Kickers als Sechster in die Länderspielpause gehen, bleibt St. Pauli mit mickrigen sechs Punkten Schlusslicht.

Die Mannschaft von Trainer Bernd Hollerbach feierte zum Abschluss des 12. Spieltags nach drei Pflichtspielniederlagen wieder einen Sieg. Der Druck auf Kiez-Coach Ewald Lienen hingegen ist nach der achten sieglosen Zweitligapartie nacheinander gewachsen. "Die Mannschaft hat gekämpft und alles gegeben", sagte Lienen. "Die Jungs brauchen jetzt einfach ein Erfolgserlebnis." Hollerbach war hingegen zufrieden. "Wir haben viel investiert und verdient gewonnen", resümierte er im TV-Sender Sky. Mit seinem früheren Club fühlt Hollerbach immer noch mit. "Es ist eine schwierige Situation, ich bin aber sicher, dass sie da rauskommen", meinte er.

St. Pauli zu Beginn mutig

Lienen durfte sich vor der Partie über öffentliche Rückendeckung von Geschäftsführer Andreas Rettig freuen. "Ewald ist und bleibt der Chef", versicherte Rettig bei Sport1. An der schwierigen Ausgangslage änderte dies jedoch nichts, zumal Lienen gleich auf sechs Stammkräfte verzichten musste. Christopher Avevor zog sich in der Partie auch noch eine leichte Gehirnerschütterung zu.

 Lienens Team spielte zu Beginn mutig nach vorne und hinterließ in den ersten Minuten keinen verunsicherten Eindruck. Die Würzburger kamen jedoch immer besser ins Spiel und sorgten für eine Dauerbeschäftigung der wackligen FC-Defensive. Der entscheidende Pass fehlte aber. Rico Benatelli (10.) hatte mit einem wuchtigen Kopfball gegen die Latte die beste Chance in den ersten 45 Minuten. Nach dem Seitenwechsel brachten die Gäste zwar etwas mehr Ruhe in ihr Spiel, doch die Würzburger agierten immer noch überlegen. Sechs Minuten vor dem Abpfiff durften die Heimfans doch noch jubeln.

nik/DPA

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