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Frauen-WM in Frankreich Fast-Eklat im Achtelfinale: Kamerun drohte mit Spielabbruch

Frauen-WM: Kamerun gegen England
Die Spielerinnen von Kamerun drohten im WM-Achtelfinalspiel gegen England kurzzeitig mit Boykott
© John Walton/PA Wire / DPA
Weil sie sich benachteiligt fühlten, drohten die Spielerinnen Kameruns im WM-Achtelfinalspiel gegen England kurzzeitig mit Spielabbruch. Letztlich spielten die Afrikanerinnen doch weiter, erzielten ein Tor - dann griff der Videobeweis erneut ein.

Eine solche Szene hat es bei einem internationalen Turnier schon lange nicht mehr gegeben. Beim WM-Achtelfinale zwischen Kamerun und England drohte das afrikanische Team kurz vor der Pause mit einem Boykott. Der Grund: Die Mannschaft fühlte sich von der Unparteiischen verschaukelt.

Das war geschehen: In der vierten Minute der Nachspielzeit hatte Mittelstürmerin Ellen White den Ball in den Maschen versenkt, die Linienrichterin zeigte jedoch Abseits an. Dann schaltete sich der VAR ein und korrigierte die Entscheidung: Tatsächlich stand die Engländerin knapp nicht im Abseits. Ein regulärer Treffer.

Kamerun fühlt sich benachteiligt

Das sahen die Kamerunerinnen anders. Sie weigerten sich zunächst, weiterzuspielen und versammelten sich aus Protest im Mittelkreis. Nur dank der Worte von Kapitänin Onguene ließen sie sich darauf ein, die Halbzeit zu Ende zu spielen.

In der Pause schien Trainer Alain Djeumfa seine Spielerinnen aufgerichtet zu haben, sie kamen mit neuem Elan aus der Kabine und erzielten tatsächlich kurz nach Wiederanpfiff den Anschlusstreffer. Doch erneut schaltete sich der VAR ein. Und entschied abermals zu Ungunsten Kameruns. Wegen einer knappen Abseitsstellung nahm Schiedsrichterin Qin Liang den Treffer von Ajara Nchout zurück.

Tränen im WM-Achtelfinale

Nun flossen Tränen bei einigen Spielerinnen Kameruns. Dennoch spielte die Elf die Partie weiter, kam sogar noch zu guten Chancen. Doch spätestens, nachdem Alex Greenwood in der 58. Minute auf 3:0 für England erhöht hatte, war die Luft raus.

In der 78. Minute gab es dann erstmalig eine VAR-Entscheidung, die nicht gegen Kamerun ausfiel. Eine strittige Situation im Strafraum der Afrikanerinnen bewertete die Unparteiische als nicht elfmeterwürdig. Da war es jedoch schon zu spät, um die Spielerinnen zu versöhnen.

In der Nachspielzeit ließ die Unparteiische dann noch einmal Gnade vor Recht walten und drückte nach einem groben Foul einer Kamerunerin beide Augen zu und beließ es bei einer gelben Karte. Nach knapp zehn Minuten Nachspielzeit pfiff sie diese denkwürdige Partie ab.

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che

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