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Fußball-WM Katar, Tag 13 Kamerun besiegt Brasiliens B-Elf – Schweiz siegt in hitzigem Duell

Vier weiße Fußball-Profis in weiß-roten Trikots umarmen sich beim Torjubel
Der Schweizer Xherdan Shaqiri (2.v.l.) jubelt mit seinen Mannschaftskameraden nach dem ersten von drei schweizer Toren gegen Serbien
© Mike Egerton/PA Wire / DPA
Kamerun fliegt trotz Sieg über Brasilien aus der WM. Die Schweiz entscheidet hitziges Spiel gegen Serbien für sich. Südkorea hat im letzten Gruppenspiel gegen Portugal gewonnen und ist dadurch ins Achtelfinale eingezogen. Uruguay fehlte gegen Ghana ein Tor fürs Weiterkommen.

Trotz eines glücklichen Siegs gegen Brasiliens B-Auswahl hat sich Kamerun vorzeitig von der Fußball-Weltmeisterschaft verabschiedet. Vincent Aboubabar sicherte den Westafrikanern am Freitagabend mit seinem späten Kopfballtor (90.+2) den schmeichelhaften 1:0 (0:0)-Erfolg gegen den Rekord-Weltmeister. Für die K.o.-Runde reichte das aber nicht mehr. Weil der Torschütze sich beim Jubeln das Trikot auszog, sah er seine zweite Gelbe Karte im Spiel – folglich Gelb-Rot. 

Während Kamerun bei der achten WM-Teilnahme zum siebten Mal in der Vorrunde scheiterte, wollen die Brasilianer am kommenden Montag (20.00 Uhr) gegen Südkorea ihren nächsten Schritt auf dem angepeilten Weg zum sechsten WM-Titel machen. Ob der weiterhin verletzte Neymar dann wieder dabei ist, bleibt offen. Im Laufe des Wochenendes will sich Nationaltrainer Tite zum Zeitpunkt der Rückkehr seines Fußball-Superstars äußern.

Was die Brasilianer vor 85.986 Zuschauern aufboten, hatte mit der Stammelf überhaupt nichts mehr zu tun. Nationaltrainer Tite veränderte sein Team im Vergleich zum 1:0 gegen die Schweiz auf neun Positionen, selbst Ersatztorwart Ederson bekam seine ersten Einsatzminuten beim Turnier in Katar. Und dann war da ja auch noch Dani Alves, der im Alter von 39 Jahren sein Team als Kapitän anführte und somit zum ältesten eingesetzten Spieler der Seleção bei einer WM wurde. Doch trotz aller Rotation: Die Brasilianer dominierten auch gegen Kamerun das Spiel.

Serbien – Schweiz 2:3

Die Schweiz ist zum dritten Mal nacheinander ins Achtelfinale einer Fußball-WM eingezogen, Serbien erneut weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Die Eidgenossen besiegten das Team von Coach Dragan Stojkovic zum Abschluss der Gruppenphase am Freitag in einer höchst unterhaltsamen Partie mit 3:2 (2:2). Xherdan Shaqiri (20. Minute), Breel Embolo (44.) und Remo Freuler (48.) trafen vor 41.378 Zuschauern für die Schweiz, die in der K.o.-Phase nun auf Portugal trifft. Die Tore der Serben erzielten Aleksandar Mitrovic (26.) und Dusan Vlahovic (35.). Auch bei ihrer vierten WM-Teilnahme in Serie scheiterten die Serben in der Vorrunde – und das jeweils in prominenter Besetzung.

Das Spiel war nicht nur sportlich, sondern auch wegen seiner Vorgeschichte brisant: Beim WM-Duell in Russland vor viereinhalb Jahren hatten die Schweizer Torschützen Granit Xhaka und Shaqiri mit ihrem Doppeladler-Jubel für einen Skandal gesorgt. Diesmal hielten sich die Protagonisten in ihren Gesten weitgehend zurück. Beim Verlesen der Aufstellungen war das Ex-Bundesliga-Duo von den serbischen Fans allerdings schon ausgepfiffen worden.

Südkorea – Portugal 2:1

Außenseiter Südkorea hat die Hoffnungen von Superstar Cristiano Ronaldo auf den Tor-Rekord von Eusébio durchkreuzt und überraschend noch den Einzug ins WM-Achtelfinale geschafft. Der zweimalige Asienmeister besiegte am Freitag im letzten WM-Gruppenspiel den bereits für die K.o.-Runde qualifizierten Favoriten Portugal 2:1 (1:1) und holte sich damit noch den zweiten Platz vor Uruguay und Ghana. Für die Südkoreaner, die einen Tag nach dem Erfolg Japans über Spanien für den nächsten Coup einer asiatischen Mannschaft sorgten, war es erst der dritte Achtelfinal-Einzug bei der elften WM-Teilnahme.

Cristiano Ronaldo, der bei seiner Auswechslung in Katar missmutig vom Platz stapfte, blieb indes wieder ohne Torerfolg. Damit liegt er in der WM-Bilanz weiter einen Treffer hinter seinem legendären Landsmann Eusébio. Der Gruppensieg war für Ronaldo und Co. allerdings nicht in Gefahr, wodurch die Portugiesen den vermeintlich leichteren Weg in der K.o.-Phase der Endrunde in Katar einschlagen werden.

Den frühen portugiesischen Führungstreffer von Ricardo Horta (5. Minute) glich Young-Gwon Kim (27.) aus, ehe Hee-Chan Hwang (90.+2) die Südkoreaner vor 44.097 Zuschauern im Education City Stadium spät in einen Freudentaumel versetzte.

Uruguay – Ghana 2:0

Luis Suárez saß bereits Minuten vor dem Abpfiff weinend auf der Bank. Uruguay ist wie Ghana im Kampf um das WM-Achtelfinale gescheitert. Zwar gewannen die Südamerikaner wieder nach einem Elfmeter-Fehlschuss der Afrikaner, doch freuen konnte sich darüber keiner. Zwölf Jahre nach dem legendären Viertelfinale von Johannesburg siegte die Celeste diesmal mit 2:0 (2:0) in Al-Wakra gegen Otto Addos Ghanaer im letzten Vorrundenspiel – was ihr aber nichts brachte. Fassungslos nahm Suárez nach seiner Auswechslung das 2:1-Siegtor von Südkorea gegen Portugal zur Kenntnis; sein eigenes Team konnte nicht mehr nachlegen. 

Giorgian de Arrascaeta von Flamengo Rio de Janeiro schoss vor 43.443 Zuschauern das zuvor sieg- und torlose Uruguay mit einem Doppelpack (26. und 32. Minute) zum letztlich bedeutungslosen Sieg. Ghana hingegen vergab die große Chance, mit dem Einzug ins Achtelfinale als drittes afrikanisches Team nach Marokko und dem Senegal WM-Geschichte zu schreiben.

Die Vorarbeit zum ersten Tor Uruguays bei dieser WM gab Suárez, der 2010 zum Feindbild vieler Ghanaer geworden war. Der damals 23-Jährige hatte vor zwölf Jahren im Viertelfinale kurz vor Ende der Verlängerung ein fast sicheres Tor von Ghana auf der Torlinie mit seinen Händen verhindert und dafür Rot gesehen. Den fälligen Strafstoß aber verschoss Asamoah Gyan für die Black Stars, die im Elfmeterschießen scheiterten. "Das ist für mich keine Revanche, sondern ein normales Spiel", hatte Ghana-Coach Addo vor dem Wiedersehen beider Teams in Al-Wakra gesagt.

Nach dem Spiel musste sich der deutsche Schiedsrichter Daniel Siebert gegen wütende Uruguayer erwehren und verließ schnell den Platz. Aus Sicht der Südamerikaner hatte Siebert ihnen gleich zwei Mal einen Strafstoß verwehrt.

tis DPA

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