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Frauenfußball-EM: Deutsche Damen stürmen ins Finale

Die Leistung der oft unterschätzten Fußballfrauen könnte sich die Elf von Jürgen Klinsmann zum Vorbild nehmen. Gegen Finnland erreichten die Nationalspielerinnen ein souveränes Ergebnis – und sind nun Titelfavorit.

Dank eines Blitzstarts sind die deutschen Fußballerinnen zum sechsten Mal ins Finale der Europameisterschaft gestürmt und können Cheftrainerin Tina Theune- Meyer zum Abschied am Sonntag die erfolgreiche Titelverteidigung bescheren. Die Auswahl des Deutschen Fußball-Bunds besiegte am Mittwoch in Preston den EM-Debütanten Finnland im Halbfinale mit 4:1 (3:1). Inka Grings (3./12. Minute) und Conny Pohlers (8.) schossen den fünfmaligen Europameister vor 2785 Zuschauern im Deepdale-Stadion schon in der ersten Viertelstunde mit 3:0 in Front, ehe Minna Mustonen (15.) für die Finninnen verkürzen konnte. Birgit Prinz (62.) stellte den am Ende mühelosen Erfolg sicher.

Die Duisburgerin Grings und die Potsdamerin Pohlers haben mit nun jeweils drei Turniertreffern gute Chancen, sich die Torjägerkrone bei der 9. Europameisterschaft zu sichern. Der Gegner im Finale am Sonntag in Blackburn wird an diesem Donnerstag in der zweiten Vorschlussrunden-Partie zwischen Schweden und Norwegen in Warrington ermittelt.

Das ganze Spiel hellwach

Theune-Meyer wechselte im Vergleich zur letzten Vorrundenpartie gegen Frankreich nur auf einer Position. Für Navina Omilade rückte gegen den EM-Neuling ihre Potsdamer Clubkameradin Britta Carlson in die Startelf. Anders als in den bisherigen Spielen war die DFB- Auswahl von Beginn an hellwach. Bereits in der 3. Minute war Weltfußballerin Prinz Ausgangspunkt der 1:0-Führung. Die Spielführerin eroberte im Mittellfeld den Ball, schickte Mittag steil, die wiederum Grings mustergültig bediente. Die Duisburgerin ließ sich nicht bitten und verwandelte eiskalt mit einem Flachschuss ins lange Eck.

Nur fünf Minuten später schlug es erneut ins Gehäuse des Außenseiters ein. Eine Hereingabe von Kerstin Garefrekes, die wiederum zunächst rechts in der Viererkette aufgeboten wurde, ließ die zuvor hoch gelobte finnische Torfrau Satu Kunnas unter dem Körper durchgleiten, und Pohlers bedankte sich mit ihrem dritten EM-Tor. Als wäre das nicht schon genug, traf Grings nach einem weiteren Abwehrfehler mit einem abgefälschten Schuss in der 12. Minute zum beruhigenden 3:0. Allerdings ließ sich die DFB-Elf durch die hohe Führung zum Leichtsinn verleiten und wurde prompt mit dem 1:3 durch Mustonen nach einer Ecke von Rantanen bestraft. Für die deutsche Torfrau Silke Rottenberg war dies der erste Gegentreffer im vierten Turnierspiel.

Auch danach hatten beide Teams in dem interessanten, aber nicht hochklassigen Spiel ihre Chancen. Rottenberg parierte einen Schuss von Sanna Valkonen (42.) reaktionsschnell, nachdem sie zuvor einen Eckball nicht unter Kontrolle gebracht hatte. Nach dem Wechsel schwanden bei den keineswegs defensiv eingestellten und spielfreudigen Finninnen allmählich die Kräfte, aber mehr als der Treffer von Prinz hatte das nicht zur Folge.

DPA / DPA

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