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Frauenfußball-WM Landström rettet Schwedens WM-Start


Das war ein hartes Stück Arbeit: Gegen sich tapfer wehrende Kolumbianierinnen ist Mit-Favorit Schweden mühevoll ins Turnier gestartet. Nur Bundesliga-Spielerin Jessica Landström traf für die Nordeuropäerinnen. Zuvor hatten die Schwedinnen beste Chancen nicht genutzt.

Schwedens mühevoller 1:0 (0:0)-Sieg gegen WM-Neuling Kolumbien ist vom Dopingverdacht gegen die südamerikanische Ersatztorhüterin Yineth Varon überschattet worden. Das Tor des Tages erzielte die für den 1. FFC Frankfurt spielende Jessica Landström (57. Minute) am Dienstag in der mit 21.106 Zuschauern gut besetzten WM-Arena in Leverkusen. Es war das erste Spiel der Gruppe C, in der noch die USA und Nordkorea spielen. Noch während der Partie gab der Fußball-Weltverband FIFA bekannt, dass die kolumbianische Torfrau suspendiert wurde.

Die 29-Jährige war erst kurz vor dem WM-Turnier nachnominiert worden, weil sich Stammkeeperin Paula Forero verletzt hatte. Bei der Auswertung der Doping-A-Probe sei ein "von der Norm abweichendes Analyseergebnis" festgestellt worden, hieß es in einer Fifa-Mitteilung. Die Probe sei am Samstag in Leverkusen nach dem Training des kolumbianischen WM-Teams genommen worden. Die Spielerin hat das Recht, eine B-Probe zu verlangen.

Lotta Schelin trumpft anfangs groß auf

Schweden, bei allen WM-Titelkämpfen dabei und 2003 Vize-Weltmeister, schlüpfte in der Anfangsphase der Partie schnell in die Favoritenrolle gegen die "Cafeteras" aus Südamerika. Vor allem Starstürmerin Lotta Schelin sorgte für Dampf und Gefahr vor dem gegnerischen Tor. In der 3. und 10. Minute hatte die Torjägerin von Champions-League-Sieger Olympique Lyon schon Kolumbiens Keeperin Sandra Sepulveda überwunden, doch zweimal klärte Natalia Gaitan kurz vor der Torlinie. Und in der 13. Minute setzte sich Schelin auf der linken Seite durch und passte zurück auf Jessica Landström, die aber aus sechs Metern unbedrängt den Ball über das Gehäuse schoss.

Danach ging den athletischen Skandinavierinnen bei hochsommerlichen Temperaturen die Luft gegen die recht kleinen Kolumbianerinnen aus. Das Team um die 17-jährige Spielmacherin Yoreli Rincon verteidigte geschickt und kombinierte im Mittelfeld gut - nur vor dem gegnerischen Tor fiel ihnen nichts mehr ein. In der 35. Minute hatte dagegen erneut Lotta Schelin die Chance zur Führung, doch Torfrau Sepulveda war gegen die heranstürmende Schwedin zur Stelle.

Wichtiger Sieg vor schweren Spielen

Alleinunterhalterin Schelin setzte kurz nach dem Wiederanpfiff das schwedische "Festival der vergebenen Chancen" fort: Diesmal hatte die Skandinavierin Sepulveda schon ausgespielt, traf aber das leere Tor nicht. Den Bann brach schließlich Jessica Landström (57.). Nach einem Querpass von Schelin schob sie den Ball zum 1:0 ein.

Für Schweden, das bei der WM vor vier Jahren bereits in der Gruppenphase ausgeschieden war, war der Sieg enorm wichtig, da Titelanwärter USA und Geheimfavorit Nordkorea die nächsten Gegner im Kampf um den Einzug ins Viertelfinale sind. Zudem geht es in Deutschland auch darum, die in den letzten Jahren verspielte Reputation wieder herzustellen, da Schweden in zwei Jahren Gastgeber der EM ist.

dho/DPA DPA

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