Fußball Audi steigt bei Bayern München ein


Spekuliert wurde über die Verbindung schon länger, nun ist es beschlossene Sache: Audi steigt beim FC Bayern München ein. Der Ingolstädter Autohersteller übernimmt nach stern.de-Informationen einen Anteil von 9,5 Prozent. Der Preis fällt nicht so hoch aus wie vor Wochen spekuliert wurde.
Von Rolf-Herbert Peters und Dirk Benninghoff

Der Einstieg von Audi bei Bayern München ist beschlossene Sache: Der Ingolstädter Autohersteller wird sich mit 9,5 Prozent an der FC Bayern München AG beteiligen, erfuhr stern.de aus Verhandlungskreisen. Der Kaufpreis betrage rund 80 Millionen Euro, hieß es. Die Beteiligung ist bereits von beiden Aufsichtsräten genehmigt worden, der Vertrag bis auf Details unterschriftsreif. In den kommenden Tagen wollen ihn Verein und Unternehmen unterzeichnen. Beide wollten den Deal nicht kommentieren.

Während sich der deutsche Fußballrekordmeister damit einen weiteren finanzkräftigen Aktionär und einen üppigen Geldsegen sichert, will die VW-Tochter den Rekordmeister bei Marketing und Vertrieb fester an sich binden und hier Wettbewerber heraushalten. In der Vergangenheit konnten die Ingolstädter den Fahrzeugverkauf im Geschäftsumfeld des Vereins bereits verdoppeln. Außerdem fielen lukrative Autogeschäfte mit anderen Bayern-Partnern wie Ausrüster Adidas oder Trikotsponsor Telekom an.

Einen hohen Gewinn darf Neuaktionär Audi vom FC Bayern dagegen derzeit nicht erwarten. Im Geschäftsjahr 2007/2008 verblieben nach Steuern gerade einmal 2,1 Millionen Euro bei einem Umsatz von knapp 287 Millionen Euro. In den Jahren zuvor hatte der Verein allerdings deutlich höhere Überschüsse erwirtschaftet. Die Bayern kassieren jetzt nicht ganz so viel Geld durch den Audi-Deal wie noch vor Wochen spekuliert wurde. Summen von um die 100 Millionen Euro waren im September in den Medien kolportiert worden.

Auch Audi-Chef Stadler für Aufsichtsrat im Gespräch

An der Bayern München AG hält der Verein bislang einen Anteil von 90 Prozent, zehn Prozent besitzt der Sportartikelhersteller Adidas. Der hatte dafür 2002 rund 77 Millionen Euro gezahlt. Audi ist schon länger Partner von Deutschlands größtem Fußballclub. So wurde vor Beginn der Saison im Juli in der Münchener Allianz-Arena zum 100. Geburtstag des Autobauers der "Audi-Cup", ein prominent besetztes Vorbereitungsturnier, ausgetragen. Der VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn, früher Chef bei Audi, sitzt im Aufsichtsrat des FC Bayern. Womöglich zieht jetzt auch Audi-Chef Rupert Stadler in das Kontrollgremium ein. Auf die Kooperation mit den Hauptsponsoren der Bayern hat der Deal zunächst keine Auswirkungen: Die Allianz-Arena behält ihren Namen, und auf den Trikots der Bayern wirbt die Telekom. Zumindest bis die Verträge mit den beiden Unternehmen auslaufen.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker