Fußball-Bundesliga Bayern stürmen an die Spitze


Perfekter Start in die Rückrunde: Mit einem überlegenen Sieg gegen Hoffenheim haben die Bayern vorerst die Tabellenspitze erobert. Martin Demichelis brachte den Rekordmeister mit seinem Treffer auf die Siegerstraße - ein deutscher Nationalstürmer sorgte für die endgültige Entscheidung.

Bayern München steht nach über einem Jahr mal wieder an der Liga-Spitze. Der deutsche Fußball-Rekordmeister besiegte am Freitagabend im Eröffnungsspiel der Bundesliga-Rückrunde 1899 Hoffenheim auch ohne Top-Star Franck Ribéry verdient mit 2:0 (1:0) und zog zumindest für eine Nacht in der Tabelle an Herbstmeister Bayer Leverkusen und dem FC Schalke 04 vorbei. Abwehrspieler Martin Demichelis (35. Minute) und Nationalstürmer Miroslav Klose (86.) - mit seinem ersten Liga-Tor nach zehn Monaten - erzielten in der mit 69.000 Zuschauern ausverkauften Münchner Allianz die Treffer.

Für die Bayern war es nach dem starken Endspurt 2009 bereits der fünfte Liga-Sieg in Serie. "Das ist ein ganz anderer FC Bayern. Da ist Bewegung drin. Zuvor hat sich immer nur der bewegt, der den Ball hat", lobte Ehrenpräsident Franz Beckenbauer. Hoffenheim ist seit fünf Partien sieglos und verliert weiter an Boden im Kampf um die Europapokalplätze. "Für die Mannschaft, die auf dem Platz stand, war das absolut in Ordnung. Der Sieg der Bayern war aber verdient", sagte Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick. Sein Münchner Kollege Louis van Gaal äußerte sich überraschend verhalten. "Im Trainingslager waren wir noch besser. In der ersten Halbzeit waren wir nicht gut. In der zweiten Halbzeit waren wir besser. Wir hätten mehr Tore schießen müssen. Ich habe gesagt, wir wollen Angst verbreiten, das hat man sehen können", sagte er. Auch Stürmer Mario Gomez wollte nicht in großen Jubel ausbrechen: "Ich denke, dass die Tabellenführung nur für eine Nacht ist, wir wollen aber auch am Ende oben sein", sagte er. 1899-Torwart Timo Hildebrand zollte den Münchnern Respekt: "Wir haben eine gute Leistung gezeigt. Aber die Bayern sind einfach abgefixter."

Hoffenheim stark ersatzgeschwächt


Während bei Bayern nur Ribéry fehlte, mussten die Hoffenheimer neben den Afrika-Cup-Teilnehmern Chinedu Obasi und Isaac Vorsah sowie dem gesperrten Luis Gustavo auch noch den Ausfall von Carlos Eduardo (Patellasehnen-Probleme) verkraften. Mit den beiden 19 Jahre alten Talenten Boris Vukcevic und Franco Zuculini im Mittelfeld versteckten sich die Gäste aber nicht, griffen munter an, ließen den Ball dabei vielfach gefällig und flott durch ihre Reihen laufen. Allerdings fehlte die Durchschlagskraft vor dem Münchner Tor, in dem Jörg Butt ernsthaft vor der Pause nur von Vedad Ibisevic geprüft wurde (28.).

In der intensiven, zweikampfbetonten Partie gab es keine Ruhephasen, aber lange auch kaum zwingende Torchancen. Bei den Bayern fehlte es an Präzision beim letzten Pass, dafür erarbeiteten sie sich eine Vielzahl von Eckbällen; aus einem entstand das Führungstor. Die zweite Hereingabe des guten Bastian Schweinsteiger verlängerte 1899-Abwehrchef Josip Simunic mit dem Kopf unglücklich weiter auf Demichelis. Im Fallen traf der Argentinier mit dem rechten Fuß.

Klose sorgt für Entscheidung


Die zweite Hälfte begann verhaltener - bis Schweinsteiger mit einem feinen, öffnenden Pass Arjen Robben zu einem Konter schickte. Doch der insgesamt unglücklich agierende Gomez verstolperte nach der Hereingabe des Holländers frei vor Torhüter Timo Hildebrand (56.).

Nur zwei Minuten später scheiterte Gomez nach wiederum präziser Robben-Flanke per Kopf an dem Ex-Nationaltorhüter. Auch Schüsse von Thomas Müller (67.) und dem nach der Pause immer stärker werdenden Robben (68.) parierte Hildebrand, der mehr und mehr in den Fokus rückte. Die Bayern verpassten in dieser Phase eine Vorentscheidung. Auf der Gegenseite war aber Torhüter Butt hellwach, als er einen Freistoß von Maicosuel zur Ecke lenken konnte (72.). Klose sorgt mit seinem ersten Bundesliga-Tor seit März 2009 kurz vor Schluss für die Entscheidung. Gomez traf in der Nachspielzeit den Pfosten.

Klaus Bergmann und Christian Kunz/DPA DPA

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