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Fußball-Bundesliga: HSV und Bayer patzen

Im Nordderby besiegte Hannover 96 den Hamburger SV mit 3:2. Noch überraschender war die 0:1-Niederlage von Bayer Leverkusen beim SC Freiburg.

Erfolgreiche Neuzugänge

Sie kamen, sahen und siegten. US-Schnäppchen Clint Mathis und Spanien-Leihgabe Jaime feierten einen traumhaften Einstand in der Fußball-Bundesliga und bescherten Hannover 96 ein süßes Erfolgserlebnis gegen den alten Nordrivalen Hamburger SV. Die beiden Neuzugänge erzielten am Sonntag vor 23.300 Zuschauern in der AWD-Arena in der 27. und 76. Minute die entscheidenden Treffer zum 3:2 (2:1) der Niedersachsen gegen die Hanseaten. Der HSV leistete mit seinen Abwehrfehlern kräftig Schützenhilfe bei den 96-Treffern. Nach der frühen Gäste-Führung durch Sergej Barbarez (7.) führte ein Handspiel vor Routinier Bernd Hollerbach im Strafraum auch zum Ausgleich durch einen von Nebojsa Krupnikovic (13.) verwandelten Elfmeter. Dem spät eingewechselten Bernardo Romeo (77.) gelang nur noch das Anschlusstor.

Hannover 96, das den Hamburgern bereits zum Saisonstart mit einem 3:0 ein böses Erwachen bereitet hatte, rückte mit dem erst dritten Heimsieg dieser Serie und nunmehr 23 Punkten ins gesicherte Mittelfeld auf. "Der Sieg war verdient, aber auf die Aufregung in den letzten Minuten hätte ich gerne verzichtet», sagte Trainer Ralf Rangnick und attestierte seinem Team und seinem neuen Erfolgsduo: "Mit Mathis und Jaime haben wir mehr spielerisches Potenzial. Endlich haben wir die Torchancen einmal genutzt. Einen besseren Start hätte man sich nicht vorstellen können."

Der enttäuschende HSV konnte dagegen seine höheren Europacup-Ambitionen kaum rechtfertigen. Das Team von Trainer Klaus Toppmöller - unter dessen Regie Ende des vergangenen Jahres sechs Mal ohne Niederlage - verschenkte wieder einmal in einer Schlüsselpartie wichtige Punkte und muss kleinere Brötchen backen. Zu viele Abwehrmängel, zu wenig Kreativität im Mittelfeld und eine schlechte Chancenverwertung mussten zum Rückrundenauftakt bilanziert werden.

Dämpfer für Titelambitionen

Der SC Freiburg hat den Titelambitionen von Bayer Leverkusen zum Start in die Rückrunde der Fußball-Bundesliga einen gehörigen Dämpfer versetzt. Die Werkself verlor vor 24.000 Zuschauern im Dreisamstadion überraschend mit 0:1 (0:0) und fiel mit sieben Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Werder Bremen auf Rang vier zurück. Der libanesische Nationalspieler Roda Antar (54.) besiegelte die dritte Saison-Niederlage für die Elf von Trainer Klaus Augenthaler, die im Breisgau den Nachweis ihrer Klasse schuldig blieb. Einen schwarzen Tag erwischt hatte vor allem Dimitar Berbatow, der gleich vier hochkarätige Chancen für Bayer vergab.

"Wir haben den Rückrundenstart regelrecht verschlafen. Die Mannschaft hat weit unter Form gespielt. Wir sind nicht konzentriert genug zur Sache gegangen", ärgerte sich Bayer-Manager Reiner Calmund über die verpasste Gelegenheit, Anschluss an die Spitze zu halten. "Wir haben Schlafwagen-Fußball geboten", hielt sich auch Kapitän Jens Nowotny mit Kritik nicht zurück. Dagegen waren die Freiburger glücklich. "Gewonnen - und dann noch zu Null. Besser hätte es nicht laufen können", freute sich Torhüter Timo Reus, der den an einer Bauchmuskelzerrung laborierenden Richard Golz gut vertrat.

Hans-Joachim Zwingmann & Elmar Dreher/DPA / DPA

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