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FUSSBALL: Bundesliga-Reform: »Sportstudio« sonntags?

Die Liebhaber des Live-Ereignisses »Fußball-Bundesliga« und die Kirch-Gruppe sind die Gewinner der Reform der Spieltage mit der Reduzierung auf zwei Anstoßzeiten.

Die Liebhaber des Live-Ereignisses »Fußball-Bundesliga« und die Kirch-Gruppe sind die Gewinner der Reform der Spieltage mit der Reduzierung auf zwei Anstoßzeiten. Für die öffentlich-rechtlichen TV-Sender mit dem ZDF und dem »Aktuellen Sportstudio« an der Spitze bleiben dagegen voraussichtlich nur Krümel der Bundesliga. Durch die angedachte Verschiebung der ersten Zusammenfassung im Free-TV auf Samstagabend ist die Existenz des Aushängeschildes »Sportstudio« nach 38 Jahren auf seinem Stammplatz infrage gestellt.

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»Sportstudio« am Sonntag?

Nach einem Bericht der Frankfurter Rundschau denkt ZDF-Sportchef Wolf-Dieter Poschmann bereits über eine Verlegung auf Sonntag nach. In der letzten Saison wurde die traditionsreiche Sendung noch durch das neue Samstagabend-Spiel, das das ZDF exklusiv im Free-TV verwerten konnte, erheblich aufgewertet. Nun droht das Aus für den Samstag. An Spekulationen wollte sich Redaktionsleiter Markus Lipfert nicht beteiligen: »Wir müssen erst abwarten, was der Deutsche Fußball-Bund dazu sagt.« Aber durch den Wegfall des Abendspiels würde die Vertragsgrundlage entfallen.

Fans erleichtert

Bei den Fans sorgte der Beschluss des Ligaverbands-Vorstandes vom Vortag für erste Erleichterung. Nach dem Plan der Gruppe um den HSV-Chef Werner Hackmann sollen künftig pro Runde sieben Spiele am Samstag um 15.30 Uhr und zwei am Sonntag um 17.30 Uhr angepfiffen werden. »Das ist auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung«, meinte Thomas Krämer als einer der Sprecher der Fan-Intiative »Pro 15:30

DFB noch vorsichtig

Für den Ligaverbandsplan einschließlich der ersten TV-Zusammenfassung am Samstagabend gibt es noch kleine Vorbehalte. Es steht noch die letzte Einigung mit der Kirch-Gruppe und dem DFB sowie eine Absegnung durch die Vollversammlung der Lizenzvereine am 27. Juni aus. Daher zeigte sich der Dachverband DFB bei einer Bewertung des Vorstoßes bedeckt. »Wir warten erst einmal eine endgültige Empfehlung ab«, sagte DFB-Mediendirektor Wolfgang Niersbach am Dienstag.

Vor allem aus dem Lager der öffentlich-rechtlichen Sender ist Protest zu erwarten. Sowohl ZDF-Intendant Dieter Stolte als auch ARD- Intendant Fritz Pleitgen hatten in der letzten Woche angekündigt, dass es in den Nachrichten-Sendungen am frühen Samstagabend »Heute« und »Tagesschau« weiterhin Kurzberichte geben solle. Bisher hatten die Sender sich dieses Recht durch den Erwerb der Zweitrechte gesichert. Selbst das scheint jetzt gefährdet, denn der Vertrag müsste nach eigenem Bekunden neu ausgehandelt werden.

20.15 oder 22 Uhr?

Noch völlig offen ist jedoch, wann genau die Zusammenfassung im Free-TV zu sehen sein wird. Im Gespräch sind 20.15 oder 22 Uhr. Ob das Produkt »Fußball-Bundesliga« wirklich tauglich für die Prime-Time Samstagabend als Konkurrenz zu »Wetten, dass...« ist, weiß auch bei SAT.1 niemand zu sagen. Aber es liegen wohl Pläne für eine mindestens 70-minütige Fußball-Show bereit, um den Kampf um die Quote aufzunehmen.

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